Was Spa­rer bei im­mer nied­ri­ge­ren Zin­sen tun kön­nen

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON ANDRE­AS GRUHN

DÜS­SEL­DORF Ma­rio Drag­his Geld­po­li­tik wird teu­er für Spa­rer. Weil die Zin­sen auf Ein­la­gen in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten wei­ter ge­sun­ken sind, lässt sich kaum mehr der Ver­lust durch die In­fla­ti­on aus­glei­chen. Ta­ges­geld Das Ver­brau­cher­por­tal Bi­al­lo hat in sei­nen ge­lis­te­ten An­ge­bo­ten für Ta­ges­geld-Kon­di­tio­nen ges­tern ei­nen neu­en Tiefst­wert er­mit­telt. Im Schnitt gab es noch 0,45 Pro­zent Zin­sen auf das Tages- geld. So we­nig war es in den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren nie. Es gibt Geld­in­sti­tu­te, die lo­cken Neu­kun­den mit Zin­sen über 1,3 Pro­zent zu­min­dest für meh­re­re Mo­na­te. Fest­geld Seit Au­gust ha­ben die Fest­geld-Zin­sen ei­nen neu­er­li­chen Sturz­flug hin­ge­legt. Im Schnitt er­mit­tel­te Bi­al­lo ges­tern für ei­ne An­la­ge von 5000 Eu­ro bei sechs Mo­na­ten Dau­er ei­nen Zins­satz von 0,5 Pro­zent. Im Mai wa­ren es noch 0,6 Pro­zent ge­we­sen. Ein­zel­ne In­sti­tu­te bie­ten über 1,0 Pro­zent. Spar­brie­fe Der Zins für Spar­brie­fe ist laut Bi­al­lo im Sep­tem­ber erst­mals in den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren un­ter die Ein-Pro­zent-Mar­ke ge­fal­len und liegt jetzt bei 0,91 Pro­zent (bei vier Jah­ren Lauf­zeit).

Tra­di­tio­nel­le Ein­la­gen brin­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung der In­fla­ti­ons­ra­te, die be­reits seit En­de 2010 hö­her ist als die Zins­sät­ze, Ver­lus­te. Die im Mo­ment sehr nied­ri­ge Teue­rungs­ra­te sorgt noch da­für, dass der Ver­lust über­schau­bar ist. Doch das dürf­te sich bald än­dern. „Wir ge­hen in zwölf Mo­na­ten von ei­ner In­fla­ti- ons­ra­te von 1,6 bis 2,0 Pro­zent aus“, sagt Chris-Oli­ver Schi­cken­tanz, Lei­ter der An­la­ge­stra­te­gie der Com­merz­bank. Auf gleich­zei­tig stei­gen­de Zin­sen zu hof­fen, das hält die Deut­sche Bank für ziem­lich aus­sichts­los. „Spar­bü­cher und Fest­geld­an­la­gen dürf­ten hier­zu­lan­de bis auf Wei­te­res kei­ne nen­nens­wer­te Ver­zin­sung brin­gen“, sagt Ul­rich Ste­phan, Chef-An­la­ge­stra­te­ge der Deut­schen Bank. Ak­ti­en Schi­cken­tanz rät, et­was Ri­si­ko ein­zu­ge­hen, aber breit zu streu­en in Wert­pa­pie­re, Ren­ten, Roh­stof­fe und Im­mo­bi­li­en. „Nach der jüngs­ten Kurs­schwä­che soll­ten An­le­ger an­ti­zy­klisch Ak­ti­en kau­fen. Sie­ben bis acht Pro­zent Ren­di­te sind bis Jah­res­en­de mög­lich“, so Schi­cken­tanz. Oli­ver Cas­pa­ri, Lei­ter In­vest­ment­stra­te­gie beim Bank­haus Lam­pe, er­war­tet den Dax bei über 9500 Punk­ten: „Die No­ten­ban­ken sor­gen da­für, dass Li­qui­di­tät Rich­tung Ak­ti­en fließt. Wir emp­feh­len Pa­pie­re von sub­stanz­star­ken Un­ter­neh­men mit mehr als drei Pro­zent Di­vi­den­den­ren­di­te.“ FRANK­FURT/M. (rtr) Die Deut­sche Bank will ih­re Prä­senz in Chi­na in den kom­men­den Jah­ren deut­lich aus­wei­ten. „Wir wer­den kon­stant wei­ter Fi­lia­len er­öff­nen“, kün­dig­te Deut­sche-Bank­Ma­na­ger Wer­ner St­ein­mül­ler an. Die Bank wol­le künf­tig in al­len chi­ne­si­schen Zen­tren ver­tre­ten sein, in de­nen es viel in­ter­na­tio­na­les Ge­schäft mit gro­ßen aus­län­di­schen und chi­ne­si­schen Un­ter­neh­men ge­be. Der­zeit hat die Deut­sche Bank in dem Rie­sen­reich le­dig­lich sechs Fi­lia­len.

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