SPD und Grü­ne im Bund strei­ten über Bafög-Re­form

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (sb) Zum Herbst 2016 sol­len Schü­ler und Stu­den­ten mehr Bafög er­hal­ten. So sieht es die von der Bun­des­re­gie­rung ge­plan­te BafögRe­form vor – die ers­te Über­ar­bei­tung des Ge­set­zes seit 2010. Bis die Neu­re­ge­lung al­ler­dings greift, wür­den in den kom­men­den bei­den Jah­ren rund 60000 Schü­ler und Stu­den­ten aus der Aus­bil­dungs­för­de­rung fal­len, kri­ti­sie­ren jetzt die Grü­nen. Grund da­für sei, dass die Löh­ne stie­gen, die El­tern­frei­be­trä­ge aber nicht. Das heißt: Stu­den­ten dro­hen ih­ren An­spruch auf die För­de­rung zu ver­lie­ren, wenn der Ver­dienst der El­tern über den Frei­be­trag steigt, bis zu dem Bafög-Un­ter­stüt­zung ge­leis­tet wird.

Der Ge­setz­ent­wurf war ges­tern The­ma im Bil­dungs­aus­schuss; heu­te will erst­mals der Bun­des­tag über die Plä­ne be­ra­ten. Nach den Plä­nen der schwarz-ro­ten Bun­des­re­gie­rung sol­len die För­der­be­trä­ge, eben­so die El­tern­frei­be­trä­ge zur Be­rech­nung der För­de­rung, erst zum Win­ter­se­mes­ter 2016/17 um sie­ben Pro­zent an­ge­ho­ben wer­den. Zu we­nig und zu spät, kri­ti­siert die Op­po­si­ti­on im Bun­des­tag. Auf Ba­sis von Zah­len der Bun­des­re­gie­rung, die ei­nen Rück­gang der Zahl der BafögBe­rech­tig­ten um je­weils drei Pro­zent in den nächs­ten bei­den Jah­ren pro­gnos­ti­zier­ten, wa­ren die Grü­nen auf die Zahl von 60000 Schü­lern und Stu­den­ten ge­kom­men. Grund­la­ge die­ser Kal­ku­la­ti­on wa­ren die rund 960000 Bafög-Emp­fän­ger im Jahr 2013.

Das sei die fal­sche Be­zugs­grö­ße, hieß es nun aus dem Bü­ro des SPDBil­dungs­ex­per­ten Oli­ver Kacz­marek. Die Grü­nen hät­ten sich auf die Jah­res­fall­zah­len be­zo­gen, wor­un­ter auch Per­so­nen fie­len, die nur ein bis zwei Mo­na­te im Jahr ge­för­dert wur­den. Die rich­ti­ge Be­zugs­grö­ße sei die Zahl von durch­schnitt­lich 630000 Ge­för­der­ten pro Mo­nat. Aber auch nach die­ser Rech­nung wür­den bis 2016 rund 40000 Per­so­nen ih­ren An­spruch auf Bafög ver­lie­ren.

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