Ab­ge­ord­ne­te wol­len ärzt­li­che Sui­zid-Hil­fe per Ge­setz re­geln

Die De­bat­te um Ster­be­hil­fe nimmt Fahrt auf. Für Mit­te No­vem­ber plant der Bun­des­tag ei­ne mehr­stün­di­ge De­bat­te.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - VON RE­NA LEH­MANN UND EVA QUAD­BECK

BER­LIN Ei­ne Par­la­men­ta­ri­er­grup­pe um den SPD-Ge­sund­heits­ex­per­ten Karl Lau­ter­bach will im Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch re­geln, dass Ärz­te Bei­hil­fe zum Sui­zid leis­ten dür­fen. Lau­ter­bach stell­te ge­mein­sam mit SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Ca­ro­la Rei­mann und Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­dent Pe­ter Hint­ze ( CDU) ein ent­spre­chen­des Eck­punk­te­pa­pier vor. Schar­fe Kri­tik an dem Vor­stoß kam vom Vor­stand der Deut­schen Stif­tung Pa­ti­en­ten­schutz: „Das Pa­pier macht Ärz­te hof­fä­hig, die aktuell als selbst­er­nann­te Ster­be­hel­fer durchs Land zie­hen“, sag­te Eu­gen Brysch un­se­rer Zei­tung. Der Uni­ons­frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Vol­ker Kau­der (CDU) be­zeich­ne­te es als „ethisch falsch“, ärzt­lich as­sis­tier­ten Sui­zid aus­drück­lich zu­zu­las­sen.

Die De­bat­te um die Ster­be­hil­fe nimmt da­mit Fahrt auf. Für den 13. No­vem­ber ist ei­ne mehr­stün­di­ge De­bat­te im Bun­des­tag ge­plant. Ak­ti­ve Ster­be­hil­fe ist und bleibt in Deutsch­land ver­bo­ten. Pas­si­ve Ster­be­hil­fe, al­so das Un­ter­las­sen von Hilfs­maß­nah­men, ist eben­so er­laubt wie in­di­rek­te Ster­be­hil­fe, bei der bei­spiels­wei­se star­ke schmerz­lin­dern­de Mit­tel ge­ge­ben wer­den – un­ter In­k­auf­nah­me ei­nes frü­he­ren To­des­zeit­punkts. Im Kern der ak­tu­el­len Aus­ein­der­set­zung geht es um die Fra­ge, wie man mit der Bei­hil­fe zum Sui­zid um­geht.

Die­se ist in Deutsch­land nicht ver­bo­ten, auch nicht die ärzt­li­che Hil­fe zum Selbst­mord. Le­dig­lich das ärzt­li­che Stan­des­recht un­ter­sagt den Me­di­zi­nern die Sui­zid-Hil­fe. Al­ler­dings gilt die stren­ge Re­ge­lung nicht in den Be­rei­chen al­ler Lan­des­ärz­te- kam­mern, da nicht al­le den ent­spre­chen­den Be­schluss des Ärz­te­ta­ges von 2011 ra­ti­fi­ziert ha­ben. Als Kon­sens un­ter ei­ner gro­ßen Mehr­heit von Ab­ge­ord­ne­ten zeich­net sich bis­lang ab, dass durch Or­ga­ni­sa­tio­nen ver­mit­tel­te Ster­be­hil­fe ver

bo­ten wer­den soll.

FO­TO: DPA

SPD-Ge­sund­heits­ex­per­te

Karl Lau­ter­bach (51)

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