SPD-Wirt­schafts­po­li­ti­ker Heil ver­tei­digt „schwar­ze Null“

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - VON JAN DREBES

BER­LIN In der De­bat­te um die rich­ti­ge Wachs­tums­po­li­tik hat sich ein wei­te­rer pro­mi­nen­ter So­zi­al­de­mo­krat für ei­ne Fort­set­zung des Spar­kur­ses aus­ge­spro­chen. SPD-Vor­stands­mit­glied und Frak­ti­ons­vi­ze Hu­ber­tus Heil hält die „schwar­ze Null“, al­so ei­nen Haus­halt oh­ne Neu­ver­schul­dung, trotz kon­junk­tu­rel­ler Ri­si­ken ab 2015 für mög­lich.

„Wir er­le­ben der­zeit ei­nen Rück­gang der Kon­junk­tur, aber kei­nen Ab­sturz“, sag­te Heil un­se­rer Zei­tung. Des­halb ge­be es kei­nen Grund zur Hek­tik. „Ich hal­te die ,schwar­ze Null’ nach der­zei­ti­gen Pro­gno­sen für er­reich­bar, und es macht kei­nen Sinn, jetzt über dra­ma­ti­sche Sze­na­ri­en zu spe­ku­lie­ren.“

Erst vor we­ni­gen Ta­gen hat­te SPD-Vi­ze Ralf Steg­ner, ein Ver­tre­ter des lin­ken Par­tei­flü­gels, für Auf­ruhr in der ei­ge­nen Par­tei und der gro­ßen Ko­ali­ti­on ge­sorgt, in­dem er laut­stark nach ei­nem Kurs­wech­sel in der Haus­halts- und Wirt­schafts­po­li­tik rief. Nun müs­se in­ves­tiert wer­den, an­statt streng an der Aus­ga­ben­schran­ke fest­zu­hal­ten.

Heil ver­wies nun dar­auf, lang­fris­tig zu pla­nen. „Un­ab­hän­gig von der kon­junk­tu­rel­len Si­tua­ti­on ist es struk­tu­rell not­wen­dig, die öf­fent­li­chen und pri­va­ten In­ves­ti­tio­nen in Deutsch­land zu ver­stär­ken“, sag­te der SPD-Wirt­schafts­po­li­ti­ker. Der Bund in­ves­tie­re be­reits er­heb­lich mehr in Bil­dung, For­schung und In­fra­struk­tur und wer­de die Kom­mu­nen ent­las­ten, da­mit die­se wie­der mehr in­ves­tie­ren kön­nen.

Die pri­va­ten In­ves­ti­tio­nen aber fie­len noch zu ge­ring aus. Da­zu müss­ten die Be­din­gun­gen für un­ter­neh­me­ri­sche In­ves­ti­tio­nen ver­bes­sert wer­den, so Heil: „Ich kann mir hier steu­er­li­che Maß­nah­men zur För­de­rung der en­er­ge­ti­schen Ge­bäu­de­sa­nie­rung so­wie zu­sätz­li­che An­rei­ze für In­ves­ti­tio­nen des Mit­tel­stan­des bei For­schung und Ent­wick­lung vor­stel­len.“

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