Schal­ke fei­ert neu­en Kum­pel Di Mat­teo

Die Kö­nigs­blau­en ha­ben das ers­te Spiel un­ter dem neu­en Trai­ner 2:0 ge­gen Her­tha BSC ge­won­nen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON UL­LI BRÜN­GER UND EMI­LY ROSBERGER

GEL­SEN­KIR­CHEN (dpa) Fuß­ball-Fest­ta­ge se­hen an­ders aus, aber beim FC Schal­ke 04 steht in al­ter Huub-Ste­vens-Tra­di­ti­on die Null wie­der. Der neue Trai­ner Ro­ber­to Di Mat­teo durf­te sich nach sei­nem ge­lun­ge­nen Bun­des­li­ga-De­büt nicht nur über die aus­gie­bi­ge Umar­mung und Gra­tu­la­ti­on von Klub­chef Cle­mens Tön­nies freu­en, son­dern vor al­lem über die per­fek­te Um­set­zung sei­ner tak­ti­schen Vor­ga­ben. „Es war si­cher

„Bis­lang macht er ei­nen gu­ten Ein­druck. Er strahlt viel aus, lehrt viel Tak­tik.“

Be­ne­dikt Hö­we­des über Neu-Trai­ner Di Mat­teo kein su­per spek­ta­ku­lä­res Spiel“, räum­te der Ita­lie­ner nach dem so­li­den und un­ge­fähr­de­ten 2:0 (1:0) ge­gen Lieb­lings­geg­ner Her­tha BSC ein. „Aber für uns war es in ers­ter Li­nie wich­tig, die drei Punk­te zu ho­len. Die Or­ga­ni­sa­ti­on, die Ein­stel­lung, das Zwei­kampf­ver­hal­ten ha­ben mir ge­fal­len. Die Spiel­wei­se kann man si­cher noch ver­bes­sern“, lau­te­te das Fa­zit des 44-Jäh­ri­gen.

Un­auf­ge­regt, sach­lich und akri­bisch hat­te der Nach­fol­ger von Jens Kel­ler in den ers­ten zehn Trai­nings­ta­gen die De­fi­zi­te der Re­vier­elf ana­ly­siert und auf­ge­ar­bei­tet, die tak­ti­sche Marsch­rou­te ent­spre­chend der pre­kä­ren La­ge aus­ge­rich­tet. „Die Spie­ler sind zu­frie­den, weil sie zu Null ge­spielt ha­ben. Das ist ja in die­ser Sai­son nicht so oft pas­siert“, er­klär­te Di Mat­teo, der bei der Neu­aus­rich­tung des Teams wei­ter „Schritt für Schritt“vor­ge­hen will. „Die Mann­schaft hat in der Of­fen­si­ve gro­ßes Po­ten­zi­al. Aber man hat auch ge­merkt, dass sie ein we­nig wa­cke­lig und ver­un­si­chert war. Das wird mit je­dem Sieg bes­ser“, ver­sprach Di Mat­teo, dem­nächst auch an der Qua­li­tät im Spiel nach vorn zu ar­bei­ten.

Wie der FC Chel­sea, den der Ita­loSchwei­zer 2012 zum Cham­pi­ons­Le­ague-Tri­umph über den FC Bay- ern mit ei­ner gna­den­lo­sen De­fen­siv-Stra­te­gie ge­führt hat­te, be­stach „Schal­ke Re­loa­ded“ge­gen Ber­lin vor al­lem durch ei­ne kom­pak­te De­fen­si­ve um den zu­rück­ge­kehr­ten Ka­pi­tän Be­ne­dikt Hö­we­des und Ef­fek­ti­vi­tät im Spiel nach vorn. Klaas-Jan Hun­te­laar (19.) und Welt­meis­ter Ju­li­an Drax­ler (65.) er­ziel­ten die To­re in ei­ner Par­tie, in der Ber­lin mehr Ball­be­sitz (55:45 Pro­zent), mehr Tor­schüs­se (15:7), mehr Flan­ken (29:3) und mehr Ecken (5:0) hat­te. Aber eben wie in den sie­ben Spie­len zu­vor am En­de auf Schal­ke nichts Zähl­ba­res mit­nahm.

„Wir hat­ten ge­nau­so vie­le Tor­chan­cen. Der Un­ter­schied war: Schal­ke hat zwei To­re ge­macht und ei­ne ho­he Ef­fi­zi­enz ge­zeigt“, er­läu­ter­te Her­tha-Coach Jos Lu­hu­kay, des­sen Team ne­ben Han­no­ver mit nur ei­nem Zäh­ler das aus­wärts­schwächs­te der Li­ga dar­stellt. Seit Fe­bru­ar war­tet der Haupt­stadt­Club auf ei­nen Drei­er auf frem­dem Platz. „Ich kann mei­ner Mann­schaft kei­nen gro­ßen Vor­wurf ma­chen. Das En­ga­ge­ment hat ge­stimmt, nur die Durch­schlags­kraft hat ge­fehlt.“

Drei Ta­ge vor dem Cham­pi­ons­Le­ague-Heim­spiel ge­gen Sporting Lis­s­a­bon ver­trau­te Di Mat­teo zu­nächst den er­fah­re­nen Kräf­ten. Das sei auch der Grund ge­we­sen, Ke­vinP­rin­ce Boateng an­stel­le von Max Mey­er in die krea­ti­ven Schalt­zen­tra­le zu be­or­dern. „Er hat mir gut ge­fal­len“, lob­te Ma­na­ger Horst Heldt den Gha­na­er, der sich wie Drax­ler und an­de­re zu­letzt form­schwa­che Schal­ke-Pro­fis be­son­ders rein­häng­te, um sich dem neu­en Chef zu emp­feh­len. „Wir ha­ben im Trai­ning ver­schie­de­ne Va­ri­an­ten auf der Zehn aus­pro­biert. Max war mit der U 21 un­ter­wegs. Das heißt nicht, dass Boateng jetzt im­mer dort spielt“, so Di Mat­teo.

Auch der nach vier Wo­chen Ver­let­zungs­pau­se zu­rück­ge­kehr­te Welt­meis­ter Hö­we­des er­wies sich im Ab­wehr­zen­trum als wich­ti­ger Sta­bi­li­sa­tor. „Er ist ein Le­a­der, so- wohl auf dem Platz als auch da­ne­ben“, lob­te Di Mat­teo den Ka­pi­tän in höchs­ten Tö­nen. Hö­we­des gab die Kom­pli­men­te prompt und ar­tig zu­rück. „Ich ha­be hier ja schon ein paar Trai­ner er­lebt“, sag­te Hö­we­des. „Bis­lang macht er ei­nen gu­ten Ein­druck. Er strahlt viel aus, lehrt viel Tak­tik, macht vie­le Ana­ly­sen und führt vie­le Ge­sprä­che mit den Spie­lern. Wir ha­ben uns be­müht, sei­ne Vor­ga­ben um­zu­set­zen. Es war noch kein rie­sen­gro­ßer, aber ein gu­ter und wich­ti­ger Schritt nach vorn.“Be­reits mor­gen gibt es ei­ne wei­te­re Be­wäh­rungs­mög­lich­keit. Schal­ke emp­fängt in der Cham­pi­ons Le­ague Sporting Lis­s­a­bon.

FO­TO: REUTERS

Gu­te Stim­mung im Re­vier: Ro­ber­to Di Mat­teo (rechts) fei­ert mit sei­nen As­sis­ten­ten At­ti­lio Lom­bar­do (links) und Sven Hüb­scher.

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