Der lan­ge Weg zum deut­schen Pass

Um deut­scher Staats­bür­ger zu wer­den, müs­sen Ein­wan­de­rer ei­ne Rei­he von An­for­de­run­gen er­fül­len. Ei­ni­ge von ih­nen müs­sen sich auch dem Ein­bür­ge­rungs­test mit sei­nen 33 Fra­gen stel­len. Lhous­sai­ne O. hat die­sen gera­de be­stan­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON KA­TRIN HAAS

Wer als Ein­wan­de­rer ei­nen deut­schen Pass er­hal­ten will, muss in vie­len Fäl­len auch den be­rüch­tig­ten Ein­bür­ge­rungs­test be­ste­hen. Der 31-jäh­ri­ge Lhous­sai­ne O. hat vor Kur­zem sei­nen Test be­stan­den. „Ich ha­be 32 von 33 Punk­ten er­reicht“, er­klärt der ge­bür­ti­ge Ma­rok­ka­ner und zeigt sein Zer­ti­fi­kat. „Ich ha­be mich gut vor­be­rei­tet, et­wa zwei Mo­na­te lang. Ich ha­be die Fra­gen aus dem In­ter­net ge­lernt“, sagt Lhous­sai­ne O. Er fand den Test ein­fach, hat aber auch die Fra­gen und Ant­wor­ten gut ge­lernt.

An­de­re Prüf­lin­ge hat­ten mehr Schwie­rig­kei­ten, er­zählt Lhous­sai­ne O. Seit zwei­ein­halb Jah­ren lebt er in Deutsch­land, er ist sei­ner Frau ge­folgt, die be­reits ei­nen deut­schen Pass be­sitzt. In Ma­rok­ko hat er Fran­zö­sisch und Literatur stu­diert, dann meh­re­re Jah­re als Leh­rer ge­ar­bei­tet.

Der Ein­bür­ge­rungs­test war­tet mit 33 Fra­gen auf, für die die Teil­neh­mer ei­ne Stun­de Zeit ha­ben. Min­des­tens 17 Fra­gen müs­sen rich­tig be­ant­wor­tet wer­den. Die Durch­fall­quo­te ist ge­ring. „Es ist wie ei­ne Füh­rer­schein­prü­fung. Das ist schon zu hän­deln“, sagt Cleo­pa­tra Al­ta­nis von der Volks­hoch­schu­le (VHS).

„Wir bie­ten vier­mal im Jahr den Ein­bür­ge­rungs­test an“, sagt Al­ta­nis. An der VHS wür­den sie mer­ken, dass sich der „gro­ße An­sturm der letz­ten Jah­re“et­was ge­legt hat. 2009 nah­men noch rund 350 Prüf­lin­ge teil, jetzt sind es pro Jahr in et­wa 200 bis 250 Teil­neh­mer.

„Es liegt auch dar­an, dass ab dem 1. April 2013 ein zwei­ter Test als Al­ter­na­ti­ve an­ge­bo­ten wird“, sagt Al­ta­nis. Zu Be­ginn konn­ten nur die Volks­hoch­schu­len die­sen Test an­bie­ten, par­al­lel da­zu gab es als Ab­schluss des Ori­en­tie­rungs­kur­ses ei­nen na­he­zu iden­ti­schen Test. Die­se bei­den Test­va­ri­an­ten wur­den jetzt ver­ein­heit­lich, so­dass auch der Ab­schluss­test zum Kurs „Le­ben in Deutsch­land“als Ein­bür­ge­rungs­nach­weis an­er­kannt wird. Den bie- ten auch an­de­re An­bie­ter an. Um den deut­schen Pass zu er­hal­ten, müs­sen au­ßer­dem be­stimm­te Auf­la­gen er­füllt wer­den. „Schwie­rig­kei­ten gibt es be­son­ders dann, wenn er­for­der­li­che Un­ter­la­gen feh­len“, er­klärt Gü­lis­tan Yüs­kel, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und frü­he­re In­te­gra­ti­ons­rats­vor­sit­zen­de. „Für die Ein­bür­ge­rung gibt es meh­re­re Rechts­grund­la­gen“, sagt Dirk Rüt­ten von der Pres­se­stel­le der Stadt Mön­chen­glad­bach. Da­zu ge­hö­re bei­spiels­wei­se, dass die An­trag­stel­ler seit acht Jah­ren recht­mä­ßig in Deutsch­land le­ben müs­sen und ein straf­frei­es Le­ben ge­führt ha­ben. Dar­über hin­aus soll­ten sie ih­ren Le­bens­un­ter­halt si­chern kön­nen, aus­rei­chend Deutsch spre­chen und die deut­schen Ge­set­ze ken­nen.

„Durch­schnitt­lich wer­den pro Jahr in Mön­chen­glad­bach 450 Per­so­nen ein­ge­bür­gert, in die­sem Jahr bis­her 383 Per­so­nen“, sagt Rüt­ten. Da­mit lie­gen die Zah­len in die­sem Jahr bis­her knapp über dem Durch­schnitt. In Mön­chen­glad­bach stel- len et­wa 550 Men­schen pro Jahr ei­nen An­trag auf Ein­bür­ge­rung. Im Jahr 2011 wa­ren das noch 600 bis 650 An­trä­ge. Lhous­sai­ne O. hat ein Hin­der­nis im Ver­fah­ren zur Ein­bür­ge­rung über­wun­den, viel­leicht hält auch er bald sei­nen deut­schen Pass in den Hän­den.

FO­TO: DET­LEF ILGNER

Der 31-jäh­ri­ge Lhous­sai­ne O. hat vor we­ni­gen Wo­chen den Ein­bür­ge­rungs­test ge­macht. Sein Er­geb­nis: 32 von 33 mög­li­chen Punk­ten.

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