Ve­sper ge­gen Aus­le­se bei der För­de­rung

Ge­ne­ral­se­kre­tär des DOSB will nicht, dass nur Sport­ar­ten Geld er­hal­ten, die er­folg­reich sind.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON MAR­TIN BEILS

DUIS­BURG Micha­el Ve­sper hat sich da­ge­gen aus­ge­spro­chen, nur noch Sport­ar­ten zu för­dern, die bei Olym­pi­schen Spie­len Me­dail­len ver­spre­chen. „Das wür­de der deut­schen Sport­kul­tur wi­der­spre­chen“, sag­te der Ge­ne­ral­di­rek­tor des Deut­schen Olym­pi­schen Sport­bunds (DOSB) bei ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on des Lan­des­sport­bunds in Duis­burg. Ve­sper wies dar­auf hin, dass sich Sport­ar­ten in Wel­len ent­wi­ckeln. So folg­ten zum Bei­spiel auf schwä­che­re Jah­re im Kunst­tur­nen oder im Ski­lang­lauf vie­le Jah­re mit gro­ßen Er­fol­gen. „Wenn wir gan­ze Sport­ar­ten von der För­de­rung aus­schlie­ßen, ist das der An­fang vom En­de“, sag­te der frü­he­re Lang­lauf­Bun­des­trai­ner Jo­chen Beh­le, „wir dür­fen nicht nur den ak­tu­el­len Stand be­trach­ten, son­dern das Po­ten­zi­al der Sport­ar­ten.“

Die Kon­zen­tra­ti­on der Leis­tungs­sport­för­de­rung ist zum The­ma ge­wor­den, weil die Sport­art Cur­ling kei­ne Bun­des­mit­tel mehr er­hält. Das sei ein „schmerz­haf­ter Ein­schnitt“, be­ton­te DOSB-Prä­si­dent Al­fons Hör­mann auf der Home­page des Spit­zen­ver­bands. „Die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel rei­chen nicht aus, um in der vol­len Brei­te und not­wen­di­gen Tie­fe und Pro­fes- sio­na­li­tät zu för­dern.“Des­halb ste­he der deut­sche Sport vor der Grund­satz­fra­ge, bei al­len Win­ter­sport­ar­ten zu kür­zen oder nur an ei­ner Stel­le Kür­zun­gen vor­zu­neh­men.

„Die Cur­ler ha­ben stets deut­lich ge­macht, dass zur Er­rei­chung des Ziels ei­ner Fi­nal­teil­nah­me – Platz eins bis acht bei den Olym­pi­schen Spie­len 2018 in Pyeong­chang – ei­ne Mit­te­ler­hö­hung not­wen­dig und an­sons­ten ei­ne För­de­rung nicht sinn­voll ist“, sag­te DOSB-Leis­tungs­sport­di­rek­tor Bern­hard Schwank. Zu­letzt stan­den dem Deut­schen Cur­ling-Ver­band (DCV) jähr­lich 285 000 Eu­ro zur Ver­fü­gung. Bis 2018 be­nö­tigt der DCV nach ei­ge­nen An­ga­ben aber jähr­lich 440 000 Eu­ro, um um Me­dail­len kämp­fen zu kön­nen. Ve­sper mach­te den Cur­lern ges­tern in Duis­burg ein we­nig Hoff­nung: „Die Dis­kus­si­on ist in die­ser Sa­che noch nicht be­en­det.“Er schloss aus, dass ei­ne Ket­ten­re­ak­ti­on er­folgt und wei­te­re Sport­ar­ten aus der För­de­rung fal­len.

Die Spit­zen­sport­för­de­rung des Bun­des liegt bei jähr­lich 138 Mil­lio­nen Eu­ro. Der DOSB hat­te nach den Spie­len von Lon­don vor zwei Jah­ren ei­ne Er­hö­hung der För­de­rung um 38 Mil­lio­nen Eu­ro ver­langt, um im welt­wei­ten Kon­kur­renz­kampf mit­hal­ten zu kön­nen, aber nur ein Plus von drei Mil­lio­nen er­hal­ten.

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