Uni­on em­pört sich über Rot-Rot-Grün in Thü­rin­gen

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (mar) Füh­ren­de Uni­ons­po­li­ti­ker ha­ben ih­re Kri­tik an SPD und Grü­nen we­gen des ge­plan­ten ro­trot-grü­nen Re­gie­rungs­bünd­nis­ses in Thü­rin­gen ver­schärft. „Das ist scha­de für die Ber­li­ner Ko­ali­ti­on, es hät­te na­tür­lich sta­bi­li­siert, wenn es dort ei­ne gro­ße Ko­ali­ti­on auch ge­ge­ben hät­te“, sag­te Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU). Künf­tig wer­de es im Bun­des­rat für die Ko­ali­ti­on noch schwe­rer, ei­ge­ne Pro­jek­te durch­zu­set­zen.

Ba­den-Würt­tem­bergs CDU-Chef Tho­mas Strobl griff vor al­lem die Grü­nen an. Er for­der­te sie auf, den Zu­satz „Bünd­nis 90“aus ih­rem Par­tei­na­men her­aus­zu­neh­men. „Es ist ge­schichts­ver­ges­sen, ei­nen Po­li­ti­ker der um­be­nann­ten SED zum Mi­nis­ter­prä­si­den­ten zu wäh­len“, sag­te CDU-Vi­ze Strobl der „Welt“.

SPD, Lin­ke und Grü­ne in Thü­rin­gen wol­len den Lin­ken Bo­do Ra­me­low zum neu­en Mi­nis­ter­prä­si­den­ten wäh­len. Die SPD be­stimm­te am Sams­tag in Er­furt ei­ne neue Füh­rungs­mann­schaft, mit der sie in die Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen geht. Mit 89,7 Pro­zent der Stim­men wur­de Er­furts Bür­ger­meis­ter Andre­as Bau­se­wein zum neu­en Chef der Lan­des- SPD ge­wählt. Die Lin­ke be­schloss auf ih­rem Lan­des­par­tei­tag, die Mit­glie­der über den fer­ti­gen Ko­ali­ti­ons­ver­trag ab­stim­men zu las­sen.

Die Grü­nen, die mit sechs Ab­ge­ord­ne­ten im Thü­rin­ger Land­tag sit­zen, ver­tei­dig­ten ih­re Ent­schei­dung, in die Drei­er­ko­ali­ti­on zu ge­hen. Sie zeig­ten sich zu­frie­den mit ei­ner ge­mein­sa­men Er­klä­rung, in der sich auch die Lin­ken von der DDRVer­gan­gen­heit dis­tan­zier­ten. „Es ist ei­ne Chan­ce, dass dies ge­mein­sam mit der Lin­ken, der Nach­fol­ge­par­tei der SED, ge­schieht. Kei­ne an­de­re Re­gie­rung zu­vor hat die Er­in­ne­rungs­kul­tur und den Aus­gleich mit den Op­fern so ernst ge­nom­men wie nun Grü­ne, SPD und Lin­ke in Thü­rin­gen“, sag­te Grü­nen-Frak­ti­ons­che­fin Ka­trin Gö­ring-Eckardt der „Bild am Sonn­tag“.

Grü­nen-Ge­schäfts­füh­re­rin Brit­ta Has­sel­mann schloss ein rot-rot­grü­nes Bünd­nis auf Bun­des­ebe­ne aus. „Mit Rot-Rot-Grün in Thü­rin­gen scheint sich ei­ne Lö­sung ab­zu­zeich­nen, ori­en­tiert an den In­hal­ten der Lan­des­po­li­tik, die nicht ein­fach über­trag­bar ist auf den Bund. Das zei­gen vor al­lem die gro­ßen Dis­kre­pan­zen zwi­schen Grü­nen und Lin­ken in der Au­ßen­po­li­tik“, sag­te sie.

„Rot-Rot-Grün in Thü­rin­gen scheint nicht ein­fach über­trag­bar auf

den Bund zu sein“

Brit­ta Ha­ßel­mann Ge­schäfts­füh­re­rin der Grü­nen

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