Land will auch Kunst aus Kor­ne­li­müns­ter ver­kau­fen

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON THO­MAS REISENER

DÜS­SEL­DORF/AA­CHEN Das Land NRW will of­fen­bar wei­te­re Kunst­wer­ke ver­kau­fen. Im Fokus der neu­en Ver­kaufs­plä­ne ste­hen wei­te­re Ge­mäl­de der ehe­ma­li­gen Wes­tLBSamm­lung, die heu­te de­ren Nach­fol­ge­rin Por­ti­gon ver­wahrt. Au­ßer­dem sol­len ein­zel­ne Ge­mäl­de der Kol­lek­ti­on „Kunst aus NRW – För­der­an­käu­fe seit 1945“ver­kauft wer­den, die der lan­des­ei­ge­nen ehe­ma­li­gen Reichs­ab­tei Aa­chenKor­ne­li­müns­ter ge­hört. Das be­rich­tet der WDR un­ter Be­ru­fung auf Krei­se der Re­gie­rungs­frak­tio­nen im NRW-Land­tag.

Wie ge­mel­det sol­len in Kür­ze zwei lan­des­ei­ge­ne An­dy-War­hol-Bil­der aus Be­stän­den des Ca­si­no­be­trei­bers West­spiel für min­des­tens 100 Mil­lio­nen Eu­ro ver­kauft wer­den. Die Wes­tLB hat be­reits 2006 ein Selbst­por­trät des Ex­pres­sio­nis­ten Max Beck­mann für 13,9 Mil­lio­nen Eu­ro ver­kauft. Ein Spre­cher der Por­ti­gonBank sag­te ge­gen­über un­se­rer Zei­tung, bis auf das Beck­mann-Selbst­por­trät ha­be bis­lang we­der die Wes­tLB noch Por­ti­gon Wer­ke der ei­ge­nen Samm­lung ver­kauft. Aus­nah­men sei­en bis­lang le­dig­lich bei der „Kunst am Bau“ge­macht wor­den, al­so bei Kun­st­ob­jek­ten, die in­te­gra­ti­ve Be­stand­tei­le von Ge­bäu­den sind wie et­wa die Skulp­tur „Ba­lan­ce der Kräf­te“von Ot­to We­sen­donck vor dem ehe­ma­li­gen Wes­tLBHaupt­sitz in Düs­sel­dorf; das Werk wur­de ver­kauft. Über die ge­naue An­zahl der Wer­ke in der Wes­tLB-/ Por­ti­gon-Samm­lung hüllt das lan­des­ei­ge­ne Un­ter­neh­men sich eben­so in Schwei­gen wie zum Wert.

Of­fe­ner äu­ßer­te sich die eben­falls lan­des­ei­ge­ne NRW-Bank. Sie be­sitzt nach An­ga­ben ei­ner Spre­che­rin „rund 60 Wer­ke und Werk­grup­pen, dar­un­ter auch Gra­fik-Edi­tio­nen, De­ko-Kunst oder Bil­der und Fo­tos von Kunst­stu­den­ten“. Der Ge­samt­wert al­ler Kunst­wer­ke lie­ge im ein­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich. Bin­nen der ver­gan­ge­nen fünf Jah­re ha­be die NRW-Bank „kein Werk ver­kauft“. Sie ist aber Ei­gen­tü­me­rin der West­spiel-Grup­pe, die in NRW vier Spiel­ca­si­nos be­treibt und eben­falls ei­ne wert­vol­le Kunst­samm­lung. Ein West­spiel-Spre­cher sag­te ges­tern ge­gen­über un­se­rer Zei­tung: „Die West­spiel-Grup­pe ist aktuell im Be­sitz von 235 Kunst­wer­ken, über die ei­ne de­zi­dier­te Kunst­lis­te ge­führt wird.“Die Wer­ke sei­en vor al­lem zwi­schen 1976 und 1988 „zu Aus­stat­tungs­zwe­cken der Spiel­ban­ken“er­wor­ben wor­den. Letzt­ma­lig ha­be ein Gut­ach­ten die Samm­lung im Jahr 2012 mit sechs Mil­lio­nen Eu­ro be­wer­tet.

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