VW kann mit dem Rück­ruf be­gin­nen

2,5 Mil­lio­nen Au­to­be­sit­zer wer­den dem­nächst Post von Volks­wa­gen er­hal­ten.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

DÜSSELDORF (frin) Volks­wa­gen kommt bei der Pla­nung der Rück­ruf­ak­ti­on im Ab­gas-Skan­dal wei­ter vor­an. Ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) schei­nen die Wolfs­bur­ger mit ih­ren Lö­sun­gen je­den­falls zu­frie­den­ge­stellt zu ha­ben. „Un­ser Ein­druck der Um­rüs­tungs­kon­zep­te ist po­si­tiv“, ließ der Mi­nis­ter über ei­nen Spre­cher mit­tei­len.

Volks­wa­gen muss ins­ge­samt rund 2,46 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge in die Werk­stät­ten be­or­dern. Wäh­rend für die be­trof­fe­nen 1,2-Li­ter-Mo­tor und den 2,0-Li­ter-Mo­tor je­weils ein Soft­ware-Up­date rei­chen soll, will VW bei den be­trof­fe­nen 1,6-Li­ter-Mo­to­ren zu­sätz­lich ein klei­nes Plas­ti­k­rohr ver­bau­en, mit dem der Stick­oxi­daus­stoß der Fahr­zeu­ge un­ter den Grenz­wert ge­drückt wer­den soll. Bis­lang hat­te VW da­für ei­ne ver­bo­te­ne Soft­ware ver­wen­det.

Das Kraft­fahr­tbun­des­amt wird Volks­wa­gen nun die Adres­sen der be­trof­fe­nen Hal­ter zur Ver­fü­gung stel­len, so dass der Au­to­her­stel­ler die­se je­weils an­schrei­ben kann. Ab Ja­nu­ar sol­len sie ih­re Fahr­zeu­ge dann in die Werk­statt brin­gen. Ein Groß­teil der be­trof­fe­nen Fahr­zeu­ge ist von der Mar­ke VW, hin­zu kom­men rund 530.000 Au­di, et­wa 105.000 Seat so­wie 290.000 Sko­da.

Die ju­ris­ti­sche Au­f­ar­bei­tung geht der­weil wei­ter. Übe­r­all auf der Welt be­rei­ten An­wäl­te Kla­gen vor. In den USA hat­te Volks­wa­gen be­reits Gut­schei­ne aus­ge­ge­ben, um wü­ten­de Kun­den zu be­sänf­ti­gen. In Deutsch­land gin­gen die Kun­den bis­lang leer aus. Ein­kla­gen kön­ne man sol­che Ent­schä­di­gun­gen hier­zu­lan­de je­doch nicht, sagt Jens Tart­ler, Ex­per­te vom ge­mein­nüt­zi­gen Ver­brau­cher­por­tal Fi­nanz­tip. Ei­ne Düs­sel­dor­fer Kanz­lei will Kun­den über den Um­weg ei­ner nie­der­län­di­schen Stif­tung ent­schä­di­gen. Aus Sicht von Fi­nanz­tip sei ei­ne Teil­nah­me nicht ver­kehrt: „Ei­ne er­folgs­ab­hän­gi­ge Ver­gü­tung wird erst fäl­lig, wenn tat­säch­lich ei­ne Ent­schä­di­gung aus­ge­han­delt und von VW ge­zahlt wird“, sagt Jens Tart­ler. Das Kon­strukt sei für deut­sche Kun­den et­was un­ge­wöhn­lich. „Sie ver­ge­ben sich aber erst­mal nichts, es fal­len vor­ab kei­ne Kos­ten an.“

FOTO: BRAN­DA­LISM.ORG.UK

Um­welt-Ak­ti­vis­ten pla­ka­tier­ten in Pa­ris zum Kli­ma­gip­fel ei­ne fik­ti­ve VWWer­bung: „Es tut uns leid, dass wir er­wischt wur­den.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.