RWE muss Ara­bern ho­hen Scha­den­er­satz zah­len

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

ES­SEN (anh) Der an­ge­schla­ge­ne Ener­gie­kon­zern RWE muss für sei­ne ge­schei­ter­ten Ex­pan­si­ons­plä­ne teu­er be­zah­len. Er muss nun zwei ara­bi­schen Gas­un­ter­neh­men Scha­den­er­satz we­gen des Bruchs ei­ner Ver­trau­lich­keits­er­klä­rung zah­len. RWE muss sich dem­nach zu zehn Pro­zent an der ira­ki­schen Gas­för­der-Toch­ter der bei­den, Pe­arl Pe­tro­le­um, be­tei­li­gen. Es ge­be ei­ne end­gül­ti­ge au­ßer­ge­richt­li­che Ei­ni­gung mit Da­na Gas und Cre­scent Pe­tro­le­um, sag­te ei­ne RWE-Spre­che­rin. Laut Krei­sen muss RWE ei­nen ho­hen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag ent­rich­ten. RWE woll­te sich da­zu nicht äu­ßern. Gleich­wohl wer­den die Ge­win­ne aus dem Ver­kauf der Öl­toch­ter Dea wei­ter auf­ge­zehrt.

Da­na und Cre­scent wer­fen RWE (wie be­rich­tet) vor, im Zu­sam­men­hang mit der Na­buc­co-Pi­pe­line ei­ne Ver­trau­lich­keits­er­klä­rung ge­bro­chen zu ha­ben. Be­reits vor Mo­na­ten hat­te ein Schieds­ge­richt den Ara­bern in der Sa­che Recht ge­ge­ben. Nun steht auch die Hö­he des Scha­den­er­sat­zes fest. Und die über­steigt, wie be­fürch­tet, die ge­bil­de­ten Rück­stel­lun­gen. Das dürf­te auf das Er­geb­nis durch­schla­gen. Zur Halb­jah­res­bi­lanz 2015 war das neu­tra­le Er­geb­nis be­reits we­gen der Bil­dung von Vor­sor­gen für Rechts­ri­si­ken um 585 Mil­lio­nen auf mi­nus 447 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­bro­chen.

Hin­ter­grund sind ge­schei­ter­te Plä­ne zum Bau der Na­buc­co-Pi­pe­line, an der RWE be­tei­ligt war. Die Pi­pe­line soll­te die EU mit kas­pi­schen Gas­vor­kom­men ver­bin­den, wur­de aber 2013 we­gen feh­len­der Nach­fra­ge und Kon­kur­renz durch an­de­re Pi­pe­lines auf­ge­ge­ben. Noch im Herbst, als der Schieds­spruch in der Sa­che schon ge­fal­len war, hat­te RWE das Ver­fah­ren für un­ge­recht­fer­tigt er­klärt. Jetzt sprach RWE von ei­ner „gu­ten Lö­sung“.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.