Kleins­tes NRW-Lan­des­thea­ter von Schlie­ßung be­droht

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON DOROTHEE KRINGS

DINSLAKEN Ge­ra­de hat­te das Ju­gend­stück „So lo­nely“Pre­mie­re und ein En­sem­ble der frisch ge­grün­de­ten Bür­ger­büh­ne hat ei­nen Abend zum The­ma „Er­ben“ge­zeigt. Die Burg­hof­büh­ne Dinslaken, das kleins­te der vier Lan­des­thea­ter in NRW, zeigt Stof­fe, die sei­ne Zu­schau­er wirk­lich an­ge­hen und in­ves­tiert viel Ener­gie in die Ju­gend­ar­beit. Und so hat das Haus im kul­tu­rel­len An­ge­bot des Krei­ses We­sel ei­nen fes­ten Platz.

Noch, denn dem Thea­ter dro­hen fi­nan­zi­el­le Kür­zun­gen, die sei­nen Be­stand be­dro­hen. Der Kreis We­sel, der von ei­ner Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on aus CDU, Grü­nen und FDP/VWG ge­führt wird, will sei­nen Zu­schuss in Hö­he von 300.000 Eu­ro jähr­lich strei­chen. Bei der nächs­ten Kreis­tags­sit­zung am 10. De­zem­ber soll der Aus­tritt aus dem Trä­ger­ver­ein be­schlos­sen wer­den. Die Kür­zung ist Teil ei­nes Spar­pa­kets, das sich der Kreis selbst ver­ord­nen will, um den ei­ge­nen Haus­halt zu kon­so­li­die­ren und die Um­la­ge für die Kom­mu­nen nicht er­hö­hen zu müs­sen. Der Thea­ter­zu­schuss macht al­ler- dings nur ei­nen win­zi­gen Bruch­teil des Kreis­haus­hal­tes aus. Für die Burg­hof­büh­ne da­ge­gen wä­re die Ein­spa­rung le­bens­be­droh­lich. Das Thea­ter be­kommt 700.000 Eu­ro vom Land NRW, 53.000 Eu­ro von der Stadt Dinslaken, da fal­len die 300.000 Eu­ro aus dem Kreis We­sel ins Ge­wicht. Dar­um schlägt die Büh­ne nun Alarm: „Der Kreis ent­schei­det in sei­ner nächs­ten Sit­zung über Le­ben und Tod des Thea­ters“, sagt In­ten­dant Mir­ko Schom­bert, der die Lei­tung der Burg­hof­büh­ne erst im ver­gan­ge­nen Jahr über­nom­men hat. „Wir fi­nan­zie­ren uns schon jetzt auch über pri­va­te Spon­so­ren, die­se Mög­lich­keit ist be­reits aus­ge­reizt.“

Der Kreis ver­weist auf sei­ne Spar­zwän­ge und die Tat­sa­che, dass der Thea­ter­zu­schuss ei­ne frei­wil­li­ge Leis­tung ist. „Es gibt an­de­re För­de­rer wie den Re­gio­nal­ver­band Ruhr oder den Land­schafts­ver­band Rhein­land, die man als neue Part­ner ge­win­nen könn­te“, sagt Frank Ber­ger, CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Kreis We­sel, „ir­gend­wo müs­sen wir an­fan­gen zu spa­ren, auch wenn das weh­tut. Nicht zu han­deln, ist kei­ne Op­ti­on.“

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