Ar­beits­agen­tur will 1000 Flücht­lin­ge auf den Be­rufs­ein­tritt vor­be­rei­ten

Al­lein in Mön­chen­glad­bach wer­den im neu­en „In­te­gra­ti­on Po­int“13 Mit­ar­bei­ter ein­ge­setzt. Für den Agen­tur­be­zirk gibt es zu­sätz­lich 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON ANDRE­AS GRUHN

Im kom­men­den Jahr wer­den in Mön­chen­glad­bach und im RheinK­reis Neuss ins­ge­samt 800 bis 1000 Flücht­lin­ge auf den Ein­tritt in den Ar­beits­markt vor­be­rei­tet. Da­von geht die für bei­de Re­gio­nen zu­stän­di­ge Agen­tur für Ar­beit Mön­chen­glad­bach der­zeit aus, wie Ge­schäfts­füh­re­rin An­ge­la Schoofs un­se­rer Re­dak­ti­on sag­te. „Wir wol­len im nächs­ten Jahr um die 800 För­de­r­ein­trit­te al­lein für den Be­reich der Agen­tur für Ar­beit rea­li­sie­ren“, sag­te Schoofs. „Es kom­men min­des­tens noch zwei­mal so vie­le aus dem SGB-II-Be­reich der Job­cen­ter da­zu.“Bei ei­nem För­de­r­ein­tritt han­delt es sich et­wa um ei­nen Be­rufs­vor­be­rei­tungs­kurs, ein Prak­ti­kum, ein Sprach­kurs – pro Flücht­ling wer­den es wohl drei bis vier auf­bau­en­de Kur­se sein. Da­für steht zu­sätz­li­ches Geld be­reit. „Wir ha­ben für den ge­sam­ten Agen­tur­be­zirk im Jahr 2016 rund 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro zur Ver­fü­gung – nur für die­sen Per­so­nen­kreis“, sag­te Schoofs. „Das sind nur Mit­tel für Qua­li­fi­zie­rungs­kur­se. Da­zu kom­men noch zu­sätz­li­che Mit­tel der Job­cen­ter.“Das ei­gent­li­che Kern­ge­schäft der Ar­beits­agen­tur soll da­von nicht be­trof­fen sein. Ab dem 1. De­zem­ber ste­hen in der Agen­tur und in den Job­cen­tern zu­sätz­li­che 30 Voll­zeit­stel­len zur Ver­fü­gung, die ein­zig da­mit be­schäf­tigt sein wer­den, Flücht­lin­ge mög­lichst schnell in den Ar­beits­markt zu in­te­grie­ren. Die­se Leu­te sind be­reits ge­fun­den und wer­den der­zeit für ih­re neue Auf­ga­be ge­schult. „Die ganz wich­ti­ge Bot­schaft an al­le, die Ar­beit su­chen, ist: Wir ha­ben zu­sätz­li­ches Per­so­nal, wir ha­ben zu­sätz­li­ches Geld, da­mit nie­mand we­ni­ger be­kommt als vor­her“, sag­te Schoofs.

Die In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt soll in den so ge­nann­ten „In­te­gra­ti­on Po­ints“ge­plant und voll­zo­gen wer­den, die der­zeit lan­des­weit ein­ge­rich­tet wer­den. Die­se Stel­len sind auch An­sprech­part­ner für Un­ter­neh­men, die ei­nen Flücht­ling ein­stel­len wol­len. In Mön­chen­glad­bach ent­steht der „In­te­gra­ti­on Po­int“di­rekt ne­ben der Ar­beits­agen­tur und dem Ju­gend­job­cen­ter an der Lür­ri­per Stra­ße 52 im vier­ten Stock. Dort wird ge­ra­de um­ge­baut. In Neuss wird der „In­te­gra­ti­on Po­int“an der Karl-Ar­nold-Stra­ße ein­ge­rich­tet, in Gre­ven­broich an der Lin­den­stra­ße. Im Rhein-Kreis wer­den 17 der 30 neu­en Mit­ar­bei­ter ein­ge­setzt, in Mön­chen­glad­bach sind es 13. Dort sind au­ßer­dem die Aus­län­der­äm­ter, die So­zi­al­äm­ter und die Ju­gend­äm­ter ein­ge­bun­den. Wei­te­re Netz­werk­part­ner – Bil­dungs­trä­ger und Wohl­fahrts­ver­bän­de – kom­men ab Fe­bru­ar da­zu.

Bei den Asyl­be­wer­bern, die auf den Ar­beits­markt vor­be­rei­tet wer­den, han­delt es sich vor al­lem um Flücht­lin­ge mit ho­her Blei­be­wahr­schein­lich­keit aus Sy­ri­en, Eri­trea, Irak und Iran. Aus die­sen Län­dern ha­ben im Agen­tur­be­zirk bis­her 656 Men­schen ei­nen Asyl­an­trag ge­stellt, da­von sind 487 zwi­schen 15 und 65 Jah­re alt. „Um die wol­len wir uns küm­mern“, sag­te Schoofs. Hin­zu kom­men die­je­ni­gen, die noch kei­nen An­trag ge­stellt ha­ben.

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