Auf dem Schil­ler­platz geht’s vor­an

Ges­tern pflanz­te Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners die ers­te von 15 Bou­le­vard-Ei­chen. Sie wer­den den Platz um­ge­ben. Noch vor Weih­nach­ten sol­len al­le Ar­bei­ten be­en­det sein. Vier Jah­re muss­ten sich die An­woh­ner ge­dul­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON CHRIS­TI­AN LIN­GEN

EI­CKEN Noch se­hen sie et­was mick­rig aus und über­haupt nicht schön. Die Stämm­chen sind dünn, die Blät­ter dun­kel­braun. Die 15 Bou­le­var­dEi­chen, die ges­tern am Ran­de des Schil­ler­plat­zes ge­pflanzt wur­den, sol­len ir­gend­wann zu statt­li­chen Bäu­men wer­den. Dann zau­bern sie im Som­mer ei­ne net­te At­mo­sphä­re auf den Platz, spen­den Schat­ten und la­den zum Ver­wei­len ein. Ge­stif­tet wur­den sie vom Op­ti­ker Fiel­mann. „Die Ei­chen sind ein wei­te­rer gro­ßer Schritt auf dem Weg zur Fer­tig­stel­lung des Plat­zes. Noch vor Weih­nach­ten wer­den die Bau­ar­bei­ten am Schil­ler­platz be­en­det sein“, kün­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners an. Zu­sam­men mit Car­la Fit­zen von der Op­ti­ker-Fi­lia­le an der Bis­marck­stra­ße und Phi­lip Mo­li­tor von der Initia­ti­ve Grün­der­zeit­vier­tel pflanz­te er den ers­ten Baum ein.

Die An­kün­di­gung des Ober­bür­ger­meis­ters hö­ren die Ei­cke­ner ger­ne. „Un­ser Ziel war es, dass der Schil­ler­platz ein Treff­punkt für die Men­schen wird. Jetzt sind wir froh, dass der Um­bau bald ab­ge­schlos­sen sein wird“, sagt Phi­lip Mo­li­tor. Bis zur of­fi­zi­el­len Neu­er­öff­nung dau­ert es aber noch ein hal­bes Jahr. „Am 9. Ju­li wer­den wir auf dem Schil­ler­platz ein gro­ßes Er­öff­nungs­fest fei­ern“, ver­spricht Mo­li­tor. Für Rei­ners ist der Schil­ler­platz auch ei­ne Er­in­ne­rung an sei­ne jun­gen Jah­re. „Zu Stu­di­en­zei­ten bin ich hier oft vor­bei­ge­kom­men. Wenn ich mir den Platz heu­te an­schaue, dann hat er sei­ne Wir­kung voll­kom­men ve­rän- dert“, sagt er. Das liegt vor al­lem an den um­fang­rei­chen Ar­bei­ten zur Neu­ge­stal­tung, die Mit­te Sep­tem­ber be­gon­nen ha­ben.

Maß­geb­lich am Um­bau be­tei­ligt war ei­ne Land­schafts­bau­fir­ma aus Dü­ren. Sie hat­te zu­vor be­reits den Rhe­ydter Markt­platz neu ge­stal­tet. Der Brun­nen, der einst in der Mit­te des Plat­zes stand, wur­de ab­ge­bro­chen. Die Hoch­bee­te, die frü­her den Platz um­ga­ben, wur­den ab­ge­bag­gert. Im Rah­men die­ser Ar­bei­ten muss­te auch das Krie­ger­denk­mal vor­über­ge­hend um­zie­hen. Da­bei wur­de ei­ne al­te Blei­kis­te ge­fun­den. Nach­dem zu­nächst un­klar war, was sich im In­nern be­fin­det, stell­te das Stadt­ar­chiv den Fund si­cher. Al­te Do­ku­men­te und ei­ne Ta­ges­zei­tung wa­ren der In­halt. Weil der Fund un­trenn­bar zum Denk­mal ge­hört, wur­den die Fund­stü­cke fo­to­gra­fiert, zu­rück in die Kis­te ge­legt und wie­der un­ter dem Denk­mal ver­gra­ben. Das Krie­ger­denk­mal ist längst auf den Schil­ler­platz zu­rück­ge­kehrt und Teil ei­nes neu­en En­sem­bles ge­wor­den. Der Blick des st­ei­ner­nen Sol­da­ten fällt nun auf ei­nen frisch ge­stal­te­ten Platz. Dia­go­nal auf dem Schil­ler­platz steht ei­ne lan­ge Bank aus Na­tur­stein­blö­cken, die in un­ter­schied­li­chen Hö­hen an­ge­bracht wur­den. Ent­lang der Be­ton­mau­er an der Kai­ser­stra­ße steht ei­ne wei­te­re Bank. Vier neue Mast­leuch­ten sor­gen da­für, dass es abends hell ist. Noch ist vie­les da­von nicht deut­lich zu se­hen. Bau­fahr­zeu­ge, Git­ter­zäu­ne und an­de­re Ge­rät­schaf­ten ver­de­cken die Sicht. Doch da­mit ist bald Schluss. Dann kön­nen die Ei­cke­ner wie­der ih­re Fes­te auf dem Platz fei­ern – nach fast vier Jah­ren. Ge­star­tet wur­de mit dem Pro­jekt näm­lich An­fang 2012. Die Initia­ti­ve Grün­der­zeit­vier­tel, die Po­li­tik, die Ver­wal- tung und das Kom­pe­tenz­zen­trum So­ci­al De­sign der Hoch­schu­le Nie­der­rhein be­schäf­tig­ten sich in­ten­siv mit der Gestal­tung des Schil­ler­plat­zes. Im Rah­men ei­nes Work­shops wur­den die Bür­ger be­tei­ligt. Sie konn­ten ih­re Ide­en ein­brin­gen.

Die Er­geb­nis­se der Ide­en­samm­lung wa­ren die Grund­la­ge ei­nes Ent­wurfs, der vom Aa­che­ner Pla­nungs­bü­ro „3+Frei­raum­pla­ner“un­ter Lei­tung von Pro­fes­sor Nor­bert Kloe­ters im Auf­trag der Stadt er­ar­bei­tet wur­de. Nun be­kom­men die An­woh­ner den Platz, den sie sich ge­wünscht ha­ben.

RP-FOTO: JÖRG KNAP­PE

Neue Bäu­me für den Schil­ler­platz pflanz­ten v.l. Hans G. Pe­try, And­re Wols­ky, Car­la Fit­zen, Hans Wil­helm Rei­ners und Phil­ipp Mo­li­tor.

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