Tol­ler Ab­schluss der Ju­nio­ren-Zeit

Tim Sand­kau­len hat es doch noch ge­schafft: Der 17-Jäh­ri­ge wur­de bei sei­nem letz­ten Tur­nier als Ju­gend­li­cher erst­mals Deut­scher Meis­ter – und das gleich im Ein­zel und im Dop­pel. Die Fra­ge nun: Gleich Ten­nis­pro­fi oder erst ein Stu­di­um?

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON O. E. SCHÜTZ

TEN­NIS Drei­mal hat­te Tim Sand­kau­len schon in ei­nem End­spiel um die Deut­sche Meis­ter­schaft ge­stan­den. Drei­mal hat­te er ver­lo­ren, zwei­mal im Tie­break. Das hat an ihm ge­nagt. Dar­um ist der 17-Jäh­ri­ge Glad­ba­cher, an­ders als noch vor ei­nem Mo­nat ge­plant, doch noch ein­mal bei ei­nem Ju­gend­tur­nier an­ge­tre­ten, be­vor er 2016 bei den Her­ren an­tre­ten muss. Und jetzt hat es mit dem Ti­tel­ge­winn dann auch ge­klappt – gleich dop­pelt: Er hol­te sich am Wo­che­n­en­de in Es­sen bei­de Ti­tel, ge-

Bun­des­trai­ner Pe­ter Pfann­koch wann bei den Deut­schen Hal­len­meis­ter­schaf­ten der Ju­nio­ren die Ein­zel- und die Dop­pel-Kon­kur­renz – oh­ne in sei­nen ins­ge­samt neun Par­ti­en ei­nen ein­zi­gen Satz ab­zu­ge­ben. „Das war ein schö­ner Ab­schluss mei­ner Zeit als Ju­gend­li­cher“, sag­te er. „Die gan­ze Ar­beit hat sich be­zahlt ge­macht. Ich ha­be in die­sem Jahr sehr viel er­reicht.“

Das kann man wohl sa­gen: Tim Sand­kau­len hat bei al­len vier Ju­ni­or Grand Slams ge­spielt: in Mel­bourne, Pa­ris, Wim­ble­don und New York, kam bei den French Open mit dem Un­garn Ma­te Val­kusz so­gar bis ins Dop­pel-Halb­fi­na­le. Er wur­de mit dem Bie­le­fel­der Lou­is We­ßels U18-Eu­ro­pa­meis­ter im Dop­pel, hol­te auf der ITF-Ju­ni­ors-Tour ei­nen Ein­zel- so­wie vier Dop­pel­ti­tel, gab sein De­büt in der Ers­ten Her­renBun­des­li­ga beim Glad­ba­cher HTC und wur­de nun Deut­scher Meis­ter. Auch Bun­des­trai­ner Pe­ter Pfann­koch war sehr zu­frie­den: „Das ist ein Mei­len­stein, kann Tim ei­nen rich­ti­gen Schub ge­ben.“

In die­sem Jahr steht für Sand­kau­len noch ei­ne Deut­sche Hal­len- Meis­ter­schaft auf dem Pro­gramm. Doch da wird es kaum ei­nen wei­te­ren Ti­tel für Sand­kau­len ge­ben. Denn im würt­tem­ber­gi­schen Bi­be­rach an der Riß (15. bis 20. De­zem­ber) spie­len die Her­ren, ist der jun­ge Glad­ba­cher mit ei­ner Wild Card des Deut­schen Ten­nis-Bun­des da­bei, um zu ler­nen.

Ler­nen wird in den kom­men­den Mon­tag für den dann 18-Jäh­ri­gen dop­pelt im Blick­punkt ste­hen. Denn er will im Mai sein Abitur ma­chen. An dem pri­va­ten Gym­na­si­um in Mann­heim, das er seit ein­ein­halb Jah­ren be­sucht. Al­ler­dings bis­lang nur an vier oder fünf Ta­gen im Mo­nat. Da be­kommt et den Lern­stoff, mit dem er sich dann in­ten­siv be­schäf­tigt – mal in Han­no­ver, wo er bei Pe­ter Pfann­koch trai­niert, oder da­heim in Glad­bach, wo ihn sein Stief­va­ter, der Ten­nis­leh­rer Dr. Axel Nie­m­öl­ler, und Arif Ünal be­treu­en. Das täg­li­che Trai­nings­pen­sum: et­wa sechs St­un­den am Tag.

Ab Fe­bru­ar wird das ein we­nig re­du­ziert wer­den. Dann wohnt und trai­niert er in Lei­men im Leis­tungs­zen­trum des ba­di­schen Ten­nis­ver­ban­des und be­sucht re­gel­mä­ßig die Schu­le in Mann­heim. „Das Abitur soll­te für ihn kein Pro­blem sein. Tim ar­bei­tet im­mer sehr struk­tu­riert“, sagt sei­ne Mut­ter Sa­bi­ne Nie­m­öl­ler. Und da­nach? „Da über­le­ge ich noch, sagt Tim. „Ent­we­der ge­he ich in die USA zum Stu­di­um und Ten­nis auf ein Col­le­ge, wie es der­zeit vie­le Spie­ler ma­chen, oder ich ver­su­che es viel­leicht di­rekt zwei, drei Jah­re mit Pro­fi­ten­nis.“

Wo es en­det – ab­war­ten. „Das Durch­schnitts­al­ter der Top 100 auf der Welt­rang­lis­te be­trägt et­wa 27“, sagt Sand­kau­len. Be­gon­nen mit Ten­nis hat er schon als Vier­jäh­ri­ger. Sei­ne Ver­ei­ne: GHTC, TC Gie­sen­kir­chen und dann wie­der GHTC.

„Die­ser Er­folg ist ein Mei­len­stein, kann Tim ei­nen rich­ti­gen

Schub ge­ben“

FOTO: KN

2015 war das bis­lang er­folg­reichs­te Jahr für Tim Sand­kau­len. Am 29. De­zem­ber wird er 18 Jah­re und wech­selt dann aus der Ju­nio­ren- in die Her­ren-Klas­se.

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