Sil­ves­ter­rei­se: Last-Mi­nu­te nach Prag

Wer jetzt noch nach ei­nem güns­ti­gen Ziel für den Jah­res­wech­sel sucht, darf nicht wäh­le­risch sein.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WISSEN - VON JU­LIA RUHNAU

LEIP­ZIG (dpa) Auf ei­nem Kreuz­fahrt­schiff die Kor­ken knal­len las­sen, in ei­ner Me­tro­po­le das Feu­er­werk be­wun­dern oder auf ei­ner Ski­hüt­te in den Ber­gen selbst Ra­ke­ten stei­gen las­sen – Sil­ves­ter kann man auf vie­le Ar­ten fei­ern. Als Rei­se­zeit sind die Ta­ge rund um den Jah­res­wech­sel äu­ßerst be­liebt, im Ur­laubs­ka­len­der zäh­len sie zur Hochsaison. Schlecht für den Geld­beu­tel, denn dem­ent­spre­chend teu­er sind Ho­tels und Fe­ri­en­woh­nun­gen. Rei­se­lus­ti­ge mit knap­pem Bud­get soll­ten sich da­her kei­ne Il­lu­sio­nen ma­chen: „Güns­tig ist das fal­sche Wort zum The­ma Sil­ves­ter“, be­fin­det San­dra St­rel­ler, Rei­se­be­ra­te­rin beim Rei­se­bü­ro Dah­men in Leip­zig.

Wer ei­ni­ger­ma­ßen preis­wert rei­sen will, muss sich am Ran­de der Nach­fra­ge be­we­gen. Me­tro­po­len wie Lon­don, Pa­ris, Rom oder Ams­ter­dam ste­hen na­tür­lich hoch im Kurs, dem­ent­spre­chend tief müs­sen Ur­lau­ber für die Un­ter­brin­gung in die Ta­sche grei­fen. Un­ter­künf­te und Re­stau­rants sind au­ßer­dem schnell aus­ge­bucht. Wer hier nicht meh­re­re Mo­na­te im Vor­aus dran ist, muss auf Glücks­tref­fer hof­fen. Glei­ches gilt zum Bei­spiel für die Ka­na­ri­schen In­seln, die über Sil­ves­ter eben­falls schnell aus­ge­bucht sind.

An­de­re Städ­te wie Prag, Ma­drid oder Ko­pen­ha­gen sei­en da­ge­gen bis­her noch ge­rin­ger nach­ge­fragt, be­rich­tet Igor Si­mo­now, Ge­schäfts- füh­rer der Schnäpp­chen-Web­sei­te www.ur­laub­spi­ra­ten.de. Auch Ho­tels an der Cos­ta Bra­va oder in der Tür­kei, de­ren Ka­pa­zi­tä­ten auf den An­sturm im Som­mer aus­ge­legt sind, bie­ten sich als Sil­ves­ter­un­ter­kunft an. Glei­ches gilt für vie­le Fern­zie­le in Asi­en und Du­bai. Ägyp­ten ist we­gen der un­si­che­ren po­li­ti­schen La­ge mo­men­tan eben­falls preis­wer­ter als an­de­re Des­ti­na­tio­nen.

Um mög­lichst un­ab­hän­gig von der enor­men Nach­fra­ge zu blei­ben, hat Si­mo­now ei­ni­ge Tipps. So gibt es bei Ho­tels oder Bu­chungspor­ta­len oft die Mög­lich­keit, Un­ter­künf­te bis kurz vor Rei­se­be­ginn sehr güns­tig oder kos­ten­los zu stor­nie­ren. „Ich kann al­so schon früh­zei­tig in drei, vier Städ­ten Ho­tels bu­chen und dann ab­war­ten, ob ich noch ein güns­ti­ge­res An­ge­bot be­kom­me“, er­klärt Si­mo­now. Über die Click-&Mix-Op­ti­on vie­ler Rei­se­por­ta­le kön­nen Ur­lau­ber sich au­ßer­dem Flug und Un­ter­kunft so kom­bi­nie­ren, dass der Preis stimmt.

Die An­rei­se zu nä­he­ren Zie­len lässt sich mit Spar­ti­ckets von Bahn oder Fern­bus­sen güns­tig ge­stal­ten. Bei Flü­gen rät Si­mo­now, statt Li­ni­en- nach Char­ter­flü­gen zu su­chen. Hier gibt es eher bil­li­ge Rest­kon­tin­gen­te. Auch Ga­bel­flü­ge, bei de­nen An­kunfts- und Ab­flugs­ort ver­schie­den sind, kön­nen den Preis sen­ken. Sie bie­ten sich für Rei­sen­de an, die in der Ur­laubs­re­gi­on ein we­nig her­um­kom­men wol­len.

Was die Rei­se­da­ten an­geht, sind fle­xi­ble Ur­lau­ber im Vor­teil. Ge­ne­rell sei­en über Sil­ves­ter Ver­bin­dun­gen güns­ti­ger, die erst am 31. De­zem­ber star­ten, er­klärt Si­mo­now. „Wann der Rück­flug statt­fin­det, ist dann egal.“Au­ßer­dem gibt es noch die Mög­lich­keit des Blind Boo­king, bei dem man Flü­ge schon für un­ter 100 Eu­ro be­kommt. Rei­sen­de wäh­len hier nur den Ab­flug­ha­fen und die Art der Des­ti­na­ti­on – wo­hin es geht, er­fah­ren sie erst nach der Bu­chung. „Da kann es dann sein, dass man von Ber­lin nach Stuttgart fliegt, ge­nau­so geht aber auch Mai­land oder Barcelona“, er­klärt Si­mo­now.

Pau­scha­le Sil­ves­ter­an­ge­bo­te mit Trans­port, Ho­tel, Sil­ves­terdin­ner und Par­ty sind das Rund­um-Sorg­los-Pa­ket im Sil­ves­ter-Tru­bel. Auf­grund der ent­hal­te­nen Leis­tun­gen sind sie nicht ge­ra­de bil­lig, kom­men aber ins­ge­samt oft güns­ti­ger, als wenn Par­ty­wil­li­ge die Rei­se auf ei­ge­ne Faust or­ga­ni­sie­ren. „Man darf nicht ver­ges­sen, dass fast al­le Re­stau­rants ihr ei­ge­nes Sil­ves­terdin­ner an­bie­ten“, er­in­nert Micha­el Bul­ler vom Ver­band In­ter­net Rei­se­ver­trieb (VIR). Da sei es schwer, kurz­fris­tig ei­nen Tisch zu be­kom­men. Au­ßer­dem kä­men die Ver­an­stal­ter nor­ma­ler­wei­se an güns­ti­ge­re An­ge­bo­te als der Nor­mal­ver­brau­cher.

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