Po­li­zei will De­mos am Frei­tag strikt tren­nen

Im Netz sti­cheln die Pe­gi­da-na­he Be­we­gung „MG steht auf “und das Bünd­nis „MG stellt sich quer“ge­gen­ein­an­der.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON GABI PE­TERS

Die Po­li­zei will in „an­ge­mes­se­ner Zahl“an­rü­cken, wenn am Frei­tag zwei De­mons­tra­ti­ons­zü­ge durch die Stadt zie­hen. Will hei­ßen: Es wird ein Groß­auf­ge­bot der Ord­nungs­hü­ter ge­ben. Das soll da­für sor­gen, dass die bei­den La­ger bei ih­ren Mär­schen durch die Glad­ba­cher In­nen­stadt strikt ge­trennt blei­ben. Die De­mons­tran­ten: Auf der ei­nen Sei­te ste­hen die Teil­neh­mer der Pe­gida­na­hen Be­we­gung „Mön­chen­glad­bach steht auf“, die zum zwei­ten Mal durch die Stadt zie­hen wol­len. Auf der an­de­ren Sei­te ist das Bünd­nis „Mön­chen­glad­bach stellt sich quer“, das ei­ne Ge­gen­de­mons­tra­ti­on an­ge­mel­det hat.

Dass die bei­den Pro­test­mär­sche auf Dis­tanz ge­hal­ten wer­den sol­len, hat sei­nen Grund. Denn auf Face­book ha­ben be­reits die ge­gen­sei­ti­gen Sti­che­lei­en be­gon­nen. „Mön- chen­glad­bach stellt sich quer“schreibt: „,Mön­chen­glad­bach steht auf’ macht auf ih­rer Face­book-Sei­te so­wie auf den ver­gan­ge­nen De­mos Stim­mung ge­gen ge­flüch­te­te Men­schen, spielt sich – eben­so wie Pe­gi­da – als an­geb­li­cher ,Ret­ter des Abend­lan­des’ auf und ist so­mit Ma­gnet für rechts­po­pu­lis­ti­sche und rechts­ex­tre­me Ge­sel­len. Die Pa­ro­len und Pseu­do­ar­gu­men­te die­ser Grup­pe ba­sie­ren auf fal­schen Be­haup­tun­gen und Vor­ur­tei­len ge­gen­über ge­flüch­te­ten Men­schen. ,Mön­chen­glad­bach stellt sich quer’ sagt da­her: Ein biss­chen Bil­dung hat noch nie ge­scha­det und hilft ge­gen Vor­ur­tei­le und Frem­den­feind­lich­keit. Wir or­ga­ni­sie­ren ei­nen ,Bil­dungs­weg’ mit ein paar Fak­ten – da­mit nicht Lü­gen und an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­ne Bei­spie­le die De­bat­te be­stim­men.“

„Mön­chen­glad­bach steht auf“nennt die Ge­gen­de­mo ei­ne „ver- blen­de­te In­qui­si­ti­on, der po­li­tisch kor­rek­ten He­xen­jä­ger. Men­schen, die hin­ter je­dem brau­nen Wischmob noch ei­nen ,Na­zi’ se­hen.“Die Be­we­gung schreibt: „Wir ha­ben schon lan­ge auf­ge­ge­ben, die­se An­samm­lun­gen hys­te­ri­scher Men­schen mit pa­tho­lo­gi­schem Geis­tes­zu­stand zu ver­ste­hen. Der Man­gel an Re­fle­xi­on und in­halt­li­cher Aus­ein­an­der­set­zung scheint dort chro­nisch zu sein. Aber sei es drum, wir wer­den sie mit ei­nem Lä­cheln be­grü­ßen und an­sons­ten ein­fach dumm ste­hen las­sen.“

Auch Pro-NRW-Rats­herr Do­mi­nik Roe­seler schal­tet sich ein. Er glaubt, dass die „Links­ex­tre­mis­ten in Mön­chen­glad­bach“zu Straf­ta­ten auf­ru­fen. „MG stellt sich quer“hat da­zu auf­ge­ru­fen, mit Fahr­rä­dern zur Ge­gen­de­mo zu kom­men. „Es soll die ur­sprüng­lich ge­plan­te Kund­ge­bung von ,Mön­chen­glad­bach steht auf’ blo­ckiert wer­den. Da­bei ist ne­ben ei­ner Sitz­blo­cka­de auch das Blo­ckie­ren der Stra­ße mit Fahr­rä­dern ge­plant“, schreibt Roe­seler auf sei­ner Face­book-Sei­te. Und: „Soll­te es am 4. De­zem­ber tat­säch­lich zu ei­ner Blo­cka­de kom­men, muss die Po­li­zei so­fort ein­grei­fen – not­falls auch mit Schlag­stock und Pfef­fer­spray. Es darf für Links­ex­tre­me und an­de­re Fein­de der De­mo­kra­tie kei­ne rechts­frei­en Räu­me ge­ben.“

Wie bei der ers­ten Kund­ge­bung von „Mön­chen­glad­bach steht auf“am 30. Ok­to­ber will Roe­seler auch am 4. De­zem­ber wie­der da­bei sein, um die Or­ga­ni­sa­to­ren des Pe­gida­na­hen Bünd­nis­ses zu un­ter­stüt­zen, wie er sagt.

Nach An­ga­ben von Sze­ne­kun­di­gen wa­ren beim ers­ten Marsch von „Mön­chen­glad­bach steht auf“auch po­li­zei­be­kann­te Hoo­li­gans da­bei. Die De­mons­tra­ti­on blieb aber fried­lich.

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