Glad­bach will das zwei­te Gleis

Zu­sam­men mit Düsseldorf, Eind­ho­ven, Ven­lo und Ro­er­mond kämpft die Stadt für ei­ne durch­ge­hen­de Bahn­li­nie von Düsseldorf bis Eind­ho­ven. An ei­ner an­de­ren Stel­le fürch­tet die Stadt, noch mehr vom Bahn­netz ab­ge­hängt zu wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON RALF JÜN­GER­MANN

Es kommt end­lich Be­we­gung in den ur­al­ten Ver­such, Mön­chen­glad­bach bes­ser an den Fern­ver­kehr der Bahn an­zu­bin­den. Im Ja­nu­ar wer­den die Städ­te Düsseldorf und Mön­chen­glad­bach bei ei­ner ge­mein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz mit der Deut­schen Bahn Netz AG ih­ren Plan vor­stel­len, für 12,5 Ki­lo­me­ter zu­sätz­li­che Schie­ne zwi­schen Dül­ken und Kal­den­kir­chen zu sor­gen. Der Ef­fekt die­ses zu­sätz­li­chen Glei­ses auf der bis­lang ein­spu­ri­gen Stre­cke wä­re im­mens: Die Ver­bin­dung von Ost nach West über Mön­chen­glad­bach wür­de deut­lich schnel­ler. Die Düs­sel­dor­fer rech­nen da­mit, dass es dann 30 Mi­nu­ten schnel­ler geht, von der Lan­des­haupt­stadt nach Eind­ho­ven zu fah­ren. „Es ist Druck auf dem Kes­sel. Mit die­sem Ar­beits­er­geb­nis kön­nen wir sehr zu­frie­den sein“, sag­te Stadt­pla­ner Jür­gen Beck­mann ges­tern Abend im Pla­nungs­aus­schuss.

Es ist in­des ein Zwi­schen­er­geb­nis. Denn es muss erst ein­mal ge­lin­gen, die Stre­cke in den Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan der Bahn zu be­kom­men. Die bei­den Städ­te sind op­ti­mis­tisch, ob­wohl das zu­sätz­li­che Gleis deut­lich teu­rer wird als ur­sprüng­lich kal­ku­liert. Bis­lang war von 42 Mil­lio­nen Eu­ro die Re­de ge­we­sen, um die Stre­cke zwi­schen Dül­ken und Kal­den­kir­chen aus­zu­bau­en. Jetzt weiß man, dass es das Zwei­ein­halb­fa­che, näm­lich rund 105 Mil­lio­nen, kos­ten wird. Doch die bei­den Städ­te sind der Über­zeu­gung, dass der Nut­zen der Stre­cke so hoch ist, dass er die Kos­ten recht­fer­tigt. Bis die ers­ten Re­gio­nal­bah­nen über den Ab- schnitt rol­len, wür­de in­des noch ei­ni­ge Zeit ver­ge­hen. Nach dem Pl­an­fest­stel­lungs­ver­fah­ren wä­ren noch rund vier Jah­re Bau­zeit von­nö­ten, be­rich­te­te Beck­mann.

Die Stadt hat die Pla­nun­gen ge­mein­sam mit Düsseldorf, Ven­lo, Eind­ho­ven und der Bahn vor­an­ge­trie­ben. Jetzt wird das ent­stan­de­ne Vor­pla­nungs­heft den Ver­kehrs­mi- nis­te­ri­en von Land, Bund, den Nie­der­lan­den und den zu­stän­di­gen Be­hör­den der Pro­vinz Lim­burg vor­ge­legt. Jür­gen Beck­mann sag­te, das Pro­jekt be­glei­te­te ihn seit 25 Jah­ren. Nun gibt es das ers­te Mal be­rech­tig­te Hoff­nung auf Um­set­zung. Der Vor­sit­zen­de des Bau­aus­schus­ses, Horst-Pe­ter Ven­nen sprach von ei­nem „sehr span­nen­den Un­ter­fan- gen, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind“.

Gleich­zei­tig droht der Stadt aber Är­ger beim The­ma Schie­nen­netz. Es gibt Be­stre­bun­gen des VRS, die Re­gio­nal­bahn 8 zwi­schen Köln und Gre­ven­broich nur noch als S-Bahn ver­keh­ren zu las­sen. „Es kann nicht sein, dass zwi­schen zwei Ober­zen­tren wie Mön­chen­glad­bach und Köln ei­ne Ver­bin­dung lang­sa­mer ge­macht wird“, sag­te Beck­mann im Bau­aus­schuss. Die Stadt ha­be von den Plä­nen ge­ra­de erst eher zu­fäl­lig er­fah­ren. Es sei nicht hin­nehm­bar, dass aus­ge­rech­net Mön­chen­glad­bach als land­auf land­ab größ­te Stadt oh­ne dau­er­haf­te IC- oder ICEVer­bin­dung wei­ter vom Fern­netz der Bahn ab­ge­hängt wer­de.

RP-FOTO (ARCHIV): HORST SIEMES

Ge­nau um die­se Stel­le geht’s: Ab hier ist die Stre­cke zwi­schen Dül­ken und Kal­den­kir­chen nur noch ein­spu­rig.

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