Gu­te Job­chan­cen für Men­schen mit Be­hin­de­rung

Im letz­ten Jahr konn­te die Glad­ba­cher Agen­tur für Ar­beit 120 Men­schen mit Han­di­cap ei­ne Stel­le ver­mit­teln.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON AN­GE­LA RIET­DORF

Un­ter den Ar­beits­su­chen­den in Mön­chen­glad­bach sind die Men­schen mit Be­hin­de­rung oft bes­ser qua­li­fi­ziert als die­je­ni­gen, die kei­ne Be­hin­de­rung ha­ben. Hier lie­ge ein gro­ßes Po­ten­zi­al an Fach­kräf­ten, meint Wolf­gang Dra­e­ger, Ge­schäfts­füh­rer ope­ra­tiv der Agen­tur für Ar­beit. Da­zu müs­sen aber Hem­mun­gen und Hin­der­nis­se über­wun­den wer­den. Wie gut das klap­pen kann, zeigt das Bei­spiel von Jens Meyer aus Kor­schen­broich.

Der 38-Jäh­ri­ge lei­det un­ter ei­ner Mus­kel­er­kran­kung und sitzt im Roll­stuhl. Das macht ihn aber nicht zu ei­nem we­ni­ger wert­vol­len Mit­ar­bei­ter. Jens Meyer bringt ge­nau die Fä­hig­kei­ten und Kennt­nis­se mit, die Ha­rold Busch, Grün­der und In­ha­ber der Fir­ma Ge­mi­ni Lab Tec, braucht. „Wenn ich ei­ne Idee ha­be und er­zäh­le sie Jens, dann setzt er sie am Com­pu­ter um. Er ver­steht mich ein­fach“, sagt Busch. Er und Meyer kann­ten sich schon län­ger aus be­ruf­li­chen Zu­sam­men­hän­gen, und als Meyer ar­beits­los wur­de, woll­te ihn Busch gern ein­stel­len. „Aber es war ei­ne schwie­ri­ge Ent­schei­dung, vor­her hat­te ich nur als Ein-Man­nShow ge­ar­bei­tet“, er­klärt er.

Doch der zu­stän­di­ge Be­ra­ter prüf­te die Mög­lich­kei­ten und wur­de fün­dig: Die Ar­beits­agen­tur un­ter­stütz­te die Be­schäf­ti­gung mit ei­nem län­ger­fris­ti­gen Ein­glie­de­rungs­zu­schuss. Als der nach zwei Jah­ren aus­lief, wur­de ei­ne Ver­län­ge­rung um zwei wei­te­re Jah­re er­mög­licht. „Wir ha­ben ei­nen Weg ge­fun­den und die Wei­ter­be­schäf­ti­gung ge­si­chert“, sagt Ro­man Bent­ler, Re­haSpe­zia­list beim Ar­beit­ge­ber­ser­vice der Agen­tur. „Es ist un­se­re Auf­ga­be, als Lot­sen zu fun­gie­ren, Lö­sun­gen an­zu­bie­ten und qua­li­fi­zier­te Ar­beits­plät­ze zu för­dern“, stellt Dra­e­ger fest. Busch ist froh, dass er wei­ter mit Meyer zu­sam­men­ar­bei­ten kann. „Für mich ist Jens nicht be­hin­dert“, er­klärt er – und will an­de­ren Un­ter­neh­mern Mut zu ei­nem ver­gleich­ba­ren Schritt ma­chen.

Im Be­zirk der Ar­beits­agen­tur Mön­chen­glad­bach su­chen der­zeit rund 2200 Men­schen mit Be­hin­de­rung nach ei­ner Stel­le. 120 konn­te die Agen­tur im letz­ten Jahr ver­mit­teln. „Das ist ei­ne Er­folgs­sto­ry“, fin­det Ge­schäfts­füh­rer Wolf­gang Dra­e­ger. Na­tür­lich pro­fi­tiert auch die Grup­pe der Schwer­be­hin­der­ten von der all­ge­mein gu­ten La­ge auf dem Ar­beits­markt. Zum Stich­tag 31. März 2015 gab es in Mön­chen- glad­bach 91.802 ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­te, das sind rund 1800 mehr als im Jahr zu­vor.

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te sank im No­vem­ber um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 10,6 Pro­zent. In Glad­bach such­ten im No­vem­ber 14.353 Men­schen ei­nen Job, das sind 147 we­ni­ger als im Ok­to­ber. Be­son­ders po­si­tiv: Auch bei den Lang­zeit­ar­beits­lo­sen und Ju­gend­li­chen sin­ken die Zah­len leicht. „Al­le Grup­pen pro­fi­tie­ren von der gu­ten Ent­wick­lung“, be­tont Dra­e­ger. Für No­vem­ber sei­en die Zah­len au­ßer­ge­wöhn­lich gut. In der Lo­gis­tik, im Verkehr und im Ein­zel­han­del wer­de ein­ge­stellt.

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