Zwei Ju­gend­li­che we­gen Nö­ti­gung vor Ge­richt

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON INGRID KRÜ­GER

„Ab­zie­hen“heißt das neu­er­dings, was die bei­den An­ge­klag­ten im Ja­nu­ar mit ei­nem zwölf­jäh­ri­gen Jun­gen ge­macht ha­ben. Die 18 und 19 Jah­re al­ten Ju­gend­li­chen sa­ßen ges­tern we­gen ge­mein­schaft­li­cher Nö­ti­gung vor dem Ju­gend­schöf­fen­ge­richt auf der An­kla­ge­bank. Dem jün­ge­ren An­ge­klag­ten warf die Staats­an­wäl­tin au­ßer­dem Un­ter­schla­gung vor.

Das Op­fer war da­mals mit ei­nem an­de­ren Jun­gen un­ter­wegs. Die Kin­der und die An­ge­klag­ten kann­ten sich, was die Äl­te­ren nicht da­von ab­hielt, die Jun­gen auf häss­li­che Wei­se ein­zu­schüch­tern. Der 18-Jäh­ri­ge schubs­te das Kind, ließ sich des­sen Han­dy zei­gen und gab es aber nicht wie­der her­aus. Als das Op­fer pro­tes­tier­te, rie­fen die jun­gen Män­ner „Ver­piss dich“.

Zu­nächst wur­de den An­ge­klag­ten räu­be­ri­sche Er­pres­sung vor­ge­wor­fen. Doch ges­tern blieb es in der An­kla­ge bei ge­mein­schaft­li­cher Nö­ti­gung und Un­ter­schla­gung. Die An­ge­klag­ten zeig­ten sich ge­stän­dig. Aber sie re­agier­ten un­be­ein­druckt. Of­fen­bar sa­ßen sie nicht zum ers­ten Mal vor Ge­richt.

Die Staats­an­wäl­tin hat­te für den Haupt­tä­ter, der die­se Straf­tat kurz nach ei­nem Haft­auf­ent­halt be­gan­gen hat­te, ei­ne Ju­gend­stra­fe von sie­ben Mo­na­ten mit Be­wäh­rung und Ar­beits­stun­den ge­for­dert. Für den 19-Jäh­ri­gen, der sich nicht an der Un­ter­schla­gung des Han­dys be­tei­ligt hat­te, soll­te es ei­ne Ver­war­nung und 50 St­un­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit ge­ben.

Doch so­wohl die Ver­tei­di­ger als auch der Ver­tre­ter der Ju­gend­ge­richts­hil­fe setz­ten sich für die jun­gen Män­ner ein. Der 19-Jäh­ri­ge ha­be in­zwi­schen sei­nen Haupt­schul­ab­schluss nach­ge­holt und sei nun­mehr Schü­ler im Berufskolleg. Der Jün­ge­re ha­be sei­ne Dro­gen­pro­ble­me ge­löst und kei­ne neu­en Straf­ta­ten mehr be­gan­gen.

Am En­de gab es für den Haupt­tä­ter ei­nen Schuld­spruch. Das heißt, dass die Ent­schei­dung zu ei­ner Ju­gend­stra­fe zur Be­wäh­rung aus­ge­setzt wird. Leis­tet er die ihm auf­er­leg­ten 25 Ar­beits­stun­den nicht, be­kommt der jun­ge Mann ei­ne Ju­gend­stra­fe. Den Mit­tä­ter ver­warn­te das Ge­richt. Auch er muss 25 St­un­den ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit leis­ten.

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