Mi­nis­te­rin lobt dua­les Stu­di­en­an­ge­bot

An der Hoch­schu­le Nie­der­rhein gibt es in­zwi­schen 1270 Stu­die­ren­de, die die­ses Mo­dell wäh­len. Im Win­ter­se­mes­ter kom­men zwei Va­ri­an­ten hin­zu: zum Bei­spiel das tria­le Stu­di­um, das sich an jun­ge Men­schen aus dem Hand­werk rich­tet.

Rheinische Post Moenchengladbach - - BILDUNG - VON LI­SA SCHMITZ

Die Band­brei­te beim dua­len Stu­di­um wird im­mer grö­ßer – aber das darf nicht da­zu füh­ren, dass die Qua­li­tät auf der Stre­cke bleibt. Ab­hil­fe könn­te even­tu­ell ein Gü­te­sie­gel für das dua­le Stu­di­um in NRW schaf­fen. Dar­auf konn­ten sich am En­de der Ver­an­stal­tung zum dua­len Stu­di­um an der Hoch­schu­le Nie­der­rhein die Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer ei­ni­gen.

Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze war am Frei­tag­nach­mit­tag nach Mön­chen­glad­bach an die Hoch­schu­le Nie­der­rhein ge­kom­men, um sich im Rah­men ih­rer Hoch­schul­tour über das dua­le Stu­di­um zu in­for­mie­ren. Dass sie da­für die Hoch­schu­le Nie­der­rhein wähl­te, war kein Zu­fall: Hier gibt es seit über 30 Jah­ren das als Kre­fel­der Mo­dell be­kannt ge­wor­de­ne und heu­te um zahl­rei­che Va­ri­an­ten er­wei­ter­te dua­le Stu­di­um.

Kern des Mo­dells ist die be­ruf­li­che Aus­bil­dung, die par­al­lel zum Stu­di­um er­folgt und am En­de den Ab­sol­ven­ten zwei Ab­schlüs­se si­chert: den von den IHKen an­er­kann­ten Be­rufs­ab­schluss in ei­nem Aus­bil­dungs­be­ruf und den Ba­che­lor. An der Hoch­schu­le Nie­der­rhein gibt es in­zwi­schen 1270 Stu­die­ren­de, die die­ses Mo­dell wäh­len. In sie­ben von zehn Fach­be­rei­chen kön­nen Stu­die­ren­de den Weg des dua­len Stu­di­ums wäh­len.

Neu sind in die­sem Win­ter­se­mes­ter zwei Va­ri­an­ten: Die ers­te Va­ri­an­te ist das tria­le Stu­di­um, das sich an jun­ge Men­schen aus dem Hand­werk rich­tet. Im Stu­di­en­gang „Hand­werks­ma­nage­ment – BWL“kön­nen die Ab­sol­ven­ten in fünf Jah­ren drei Ab­schlüs­se er­lan­gen: den Ge­sel­len­brief, den Meis­ter und den Ba­che­lor. Frank Mund von der Kreishandwerkerschaft Mön­chen­glad­bach mach­te kei­nen Hehl dar­aus, auf wen das Stu­di­en­an­ge­bot vor al­lem ab­zie­le: „Bei der Fra­ge der Be­triebs­über­nah­me ha­ben vie­le Hand­werks­be­trie­be ein Pro­blem.“Die Ver­bin­dung von hand­werk­li­cher Aus­bil­dung und BWL-Stu­di­um kön­ne hel­fen, die­ses Nach­wuchs­pro­blem zu lö­sen. Am Fach­be­reich Ma­schi­nen­bau und Ver­fah­rens­tech­nik wird ganz ak­tu­ell ein Trainee-Stu­di­um an­ge­bo­ten. Par­al­lel zum Ba­che­lor­stu­di­um ab­sol­vie­ren die Stu­die­ren­den im Un­ter­neh­men ein Trainee-Pro­gramm statt ei­ner Aus­bil­dung. Dr. Claus Schwen­zer, Ge­schäfts­füh­rer von Ef­fertz To­re, ko­ope­riert mit der Hoch­schu­le Nie­der­rhein: „Un­se­re Pro­blem: Wir sind in­no­va­tiv, wir sind welt­weit ak­tiv, wir sind Welt­markt­füh­rer, aber Ab­sol­ven­ten fin­den uns oft nicht se­xy. Wir brau­chen In­ge­nieu­re, die wir über ein Trainee-Stu­di­um an uns bin­den wol­len.“

Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze lob­te die Viel­sei­tig­keit des dua­len Stu­di­en­an­ge­bots. Das Wort vom Aka­de­mi­sie­rungs­wahn sei „ha- ne­bü­che­ner Un­sinn“, statt­des­sen brau­che man heut­zu­ta­ge ganz an­ders ge­bil­de­te Men­schen. „Wir müs­sen uns auf neue An­for­de­run­gen in der Be­rufs­welt ein­stel­len.“Da kön­ne das dua­le Stu­di­um mit dem kla­ren Pra­xis­be­zug ei­nen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten. „Es geht nicht um ei­ne Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zwi­schen Stu­di­um und Aus­bil­dung“, so Schul­ze. Kei­ner der­je­ni­gen, die die stei­gen­de Stu­die­ren­den­quo­te an­pran­ger­ten, ra­te sei­nen ei­ge­nen Kin­dern, nicht zu stu­die­ren. „NRW ist In­dus­trie­land. Wir brau­chen gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te.“Den An­stoß, ei­ne Art Gü­te­sie­gel „Dua­les Stu­di­um NRW“ein­zu­füh­ren, nahm die Mi­nis­te­rin am En­de ger­ne mit nach Düsseldorf.

FOTO: HN

Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze (Mit­te) im Kreis der Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer.

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