Strauss und aus

Die So­pra­nis­tin Anja Ma­ria Kaf­t­an singt Lie­der des be­gin­nen­den 20. Jahr­hun­derts im 40. Rat­haus­kon­zert. Es wird das letz­te sein.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON AR­MIN KAU­MANNS

Anja Ma­ria Kaf­tans über­aus ge­len­ki­ger, hel­ler, bis in die höchs­ten Hö­hen strah­len­der So­pran ist ge­ra­de in ih­rer Hei­mat­stadt Mön­chen­glad­bach wohl­be­kannt. Sie singt land­auf, land­ab in Kir­chen und Kon­zer­ten, auf Opern­büh­nen, dort be­son­ders er­folg­reich die „Kö­ni­gin der Nacht“aus Mo­zarts „Zau­ber­flö­te“. Und jetzt das Rat­haus­kon­zert am 13. De­zem­ber. Frank Fü­ser, Fach­be­reichs­lei­ter Mu­sik und Wei­ter­bil­dung der Stadt, hat­te sie, wie er sagt, „schon lan­ge auf dem Schirm“für die­se vom da­ma­li­gen OB Nor­bert Bu­de in­iti­ier­te Kon­zert­rei­he, in der in Glad­bach ge­bo­re­ne oder der Stadt ver­bun­de­ne Pro­fi-Mu­si­ker ei­ne Büh­ne fin­den. Zu­letzt spon­ser­te das Min­to den Sonn­tag­nach­mit­tag-Event im Rats­saal der Ab­tei. Da­mit ist es jetzt vor­bei.

Mit Anja Ma­ria Kaf­t­an (und ih­rem in Mön­chen­glad­bach von vie­len so­lis­ti­schen Auf­trit­ten ge­schätz­ten Kla­vier­part­ner Ga­bor An­talf­fy) hat das nichts zu tun, dass das nun 40. Rat­haus­kon­zert das letz­te sein wird. „Ich ge­be die kom­mu­na­le Mu­sik­för­de­rung auf ei­ge­nen Wunsch auf“, er­klärt Fü­ser auf Nach­fra­ge und be­grün­det das un­ter an­de­rem mit der Um­struk­tu­rie­rung in der För­de­rung der äu­ßerst le­ben­di­gen Frei­en Kul­tur­sze­ne in der Stadt. Die wird, aus­ge­stat­tet mit ei­nem Etat von 100.000 Eu­ro, nun im städ­ti­schen Kul­tur­bü­ro von Tho­mas Ho­eps an­ge­sie­delt. Das Kon­zept der Rat­haus­kon­zer­te sei an sei­ne Gren­zen ge­sto­ßen, äu­ßern Ho­eps und Fü­ser über­ein­stim­mend, es wer­de zu­neh­mend schwer, neue ge­eig­ne­te Kan­di­da­ten zu fin­den.

Nun al­so ei­ne Lie­der-Soi­ree zum Aus­klang. „Ich woll­te vor al­lem Strauss sin­gen, mei­nen Lieb­lings­kom­po­nis­ten“, sagt die 41-jäh­ri­ge So­pra­nis­tin. Ge­ra­de für ih­re ho­he La­ge hat der ewi­ge Spät­ro­man­ti­ker wun­der­ba­re Mu­sik ge­schrie­ben, und so wer­den die Hits „Zu­eig­nung“und „Die Nacht“in Kaf­tans Pro­gramm nicht feh­len. „In mei­ner Kunst möch­te ich an die Emo­tio­nen ran. Mei­ne ei­ge­nen und an die des Pu­bli­kums. Wenn ich die Her­zen der Zu­hö­rer er­rei­che, dann be­deu­tet das Glück.“Anja Ma­ria Kaf­t­an hat sich ge­gen den fest an­ge­stell­ten Opern­be­trieb, für die Frei­heit ei­nes von ihr selbst be­stimm­ten Re­per- toires ent­schie­den. Fi­nan­zel­le Si­cher­heit gibt ihr die Ar­beit in ih­rem ers­ten er­lern­ten Be­ruf. Mit ih­rem al­ten Be­glei­ter aus Düs­sel­dor­fer Mu­sik­hoch­schul-Zei­ten, Ga­bor An­talf­fy, singt sie ne­ben Strauss zwei Wun­der­horn-Lie­der von Gus­tav Mah­ler. In ei­nem hel­len Teil kom­bi­nie­ren sie Pfitz­ner, Re­ger und Berg mit ei­nem Kla­vier-Pré­lude von De­bus­sy; ein erns­ter Teil um­rahmt An­fang und En­de von Hin­de­miths Lie­der-Zy­klus „Ma­ri­en­le­ben“mit Kla­vier­stü­cken von Bar­tok und Ko­da­ly. Sonn­tag, 13. De­zem­ber, 17 Uhr, Rats­saal der Ab­tei. Kar­ten zwi­schen sechs und acht Eu­ro un­ter 02161 253956 und Buch­hand­lung De­gen­hardt, 02161 16132.

RP-ARCHIVFOTO: RAUPOLD

Ka­mil­la Sma­gul­o­va trat im Jahr 2009 im Rat­haus auf.

RP-ARCHIVFOTO: RAUPOLD

Am 7. März 2010 ver­zau­ber­te Ra­chel Kelz an der Har­fe.

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