Stranzls nächs­ter Schritt

Der Rou­ti­nier kehrt 82 Ta­ge nach sei­ner schwe­ren Ge­sichts­ver­let­zung ins Mann­schafts­trai­ning zu­rück. Ein Licht­blick im Bo­rus­sen-La­za­rett.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

Die­se fro­he Bot­schaft tut Bo­rus­sia gut. Weil sie ein Licht­blick ist ge­gen­über all den Hi­obs­bot­schaf­ten der ver­gan­ge­nen Mo­na­te. Mar­tin Stranzl kehr­te ges­tern Vor­mit­tag ins Mann­schafts­trai­ning zu­rück. 82 Ta­ge, nach­dem sich der Rou­ti­nier beim Spiel ge­gen den HSV ei­nen Bruch des Au­gen­höh­len­bo­dens zu­ge­zo­gen hat­te, taug­te die­ser 1. De­zem­ber al­so zum Bal­sam – für Stranzl per­sön­lich wie für die Bo­rus­sen-See­le als sol­ches. Denn letz­te­rer hat­ten die ge­sam­mel­ten Aus­fall-Meldungen die­ser Sai­son von Som­mer, Herr­mann, Ni­co Schulz, John­son, Do­m­in­guez, Jantsch­ke, Korb, El­ve­di und Hahn dann bei al­lem sport­li­chen Um­schwung doch zu­ge­setzt.

Na­tür­lich ist Stranzls Rück­kehr ins re­gu­lä­re Trai­ning in ei­ner Wo­che vor ei­nem Gast­spiel der Münch­ner Bay­ern (Sams­tag, 15.30 Uhr) nur ei­ne Rand­no­tiz, aber sie be­feu­ert eben die Hoff­nung, dass der Plan des 35-jäh­ri­gen Ös­ter­rei­chers und von Re­ha-Trai­ner Andre­as Bluhm, spä­tes­tens zur Vor­be­rei­tung auf die wo­mög­lich letz­te Rück­run­de der Kar­rie­re wie­der Voll­gas ge­ben zu kön­nen, Rea­li­tät wird. Trai­ner An­dré Schu­bert äu­ßer­te jüngst die Hoff­nung, dass Stranzl noch in den letz­ten Hin­run­den-Wo­chen wie­der ei­ne Op­ti­on dar­stellt, aber nach der Ver­letz­ten­ge­schich­te die­ses Ka­len­der­jah­res will nie­mand bei Bo­rus­sia bei Stranzl un­nö­tig aufs Tem­po drü­cken. Ehr­geiz und Un­ge­duld be­sitzt die­ser eh aus­rei­chend.

In gan­zen zwölf von bis­lang 42 Glad­ba­cher Pflicht­spie­len 2015 konn­te der Ka­pi­tän mit­wir­ken. Das sind nicht mal 30 Pro­zent al­ler Par­ti­en. Ein gru­se­li­ger Wert, erst ge­schul­det ei­nem Ödem im Knie, dann ei­ner Seh­nen­rei­zung, dann der Ge­sichts­frak­tur. Seit dem 22. März, dem 2:0-Sieg der Bo­rus­sen beim FC Bay­ern, konn­te er ein­zig in be­sag­tem HSV-Spiel da­bei sein – ein ein­zi­ger Ein­satz al­so in mehr als acht Mo­na­ten. Ge­gen Ham­burg fiel Stranzl die Rol­le als Heils­brin­ger nach dem ka­ta­stro­pha­len Sai­son­start zu, nun schifft Bo­rus­sia zwar wie­der in deut­lich an­ge­neh­me­ren Ta­bel­len­ge­fil­den, aber spä­tes­tens seit Al­va­ro Do­m­in­guez’ Rü­cken-OP wird Stranzls Rück­kehr um­so freu­di­ger er­war­tet.

Beim 2:0 in München im März wie beim 0:0 im Hin­spiel ge­gen den Re­kord­meis­ter En­de Ok­to­ber 2014 bil­de­ten Stranzl und Do­m­in­guez qua­si den Zwil­lings­turm in der Schlacht. In bei­den Du­el­len ver­tei­dig­ten die Bo­rus­sen so ge­schickt, dass die Münch­ner un­ge­wöhn­lich oft zum Mit­tel ho­her Flan­ken grei­fen muss­ten, die wie­der­um leich­te Beu­te für Glad­bachs aus­tro-spa­ni­sche In­nen­dienst­ler war. Die nun zu er­war­ten­de In­nen­ver­tei­di­gung Andre­as Chris­ten­sen und Ha­vard Nordtveit fällt da – bei al­ler Qua­li­tät – in punk­to Kopf­ball­stär­ke wohl et­was zu­rück. Das macht die Auf­ga­be ge­gen das Guar­dio­la-En­sem­ble noch­mal ein Stück schwie­ri­ger.

Doch auch oh­ne den Turm Stranzl ha­ben die Bo­rus­sen zu­letzt wie­der viel ge­sun­des Selbst­ver­trau­en ge­tankt. Und so sagt dann ein Jo­sip Dr­mic mit Blick auf Sams­tag auch: „Ich den­ke, da tref­fen zwei gro­ße Kräf­te auf­ein­an­der.“

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