Wla­di­mir Pu­tin hebt ab

Russ­lands Füh­rung kann künf­tig Bo­den­trup­pen aus der Luft steu­ern.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

MOS­KAU (gol) Russ­lands mi­li­tä­ri­sche Füh­rung ist für den ato­ma­ren oder sons­ti­gen Ernst­fall ge­rüs­tet: Ein Kri­sen­stab kann die La­ge künf­tig aus der Luft ko­or­di­nie­ren.

Ent­wi­ckelt wur­de die flie­gen­de Kom­man­do­zen­tra­le im Auf­trag des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums. An Bord der Il­ju­s­chin 80 (Il80), die auf den ers­ten Blick wie ein ganz nor­ma­les Flug­zeug aus­sieht, ist Platz für den ge­sam­ten mi­li­tä­ri­schen Füh­rungs­stab. Au­ßer­dem gibt es ein spe­zi­ell aus­ge­bil­de­tes Team, das für ei­ne tech­nisch rei­bungs­lo­se Steue­rung der Ma­schi­ne ver­ant­wort­lich ist. Das Flug­zeug wur­de auf Grund­la­ge des Pas­sa­gier­jets Il-80 ent­wor­fen, hat al­ler­dings kei­ne Fens­ter und we­ni­ger Tü­ren.

Ein gan­zer Ab­schnitt soll voll­stän­dig mit elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rä­ten aus­ge­stat­tet sein. Of­fen­bar be­steht von dort aus die Mög­lich­keit Bo­den­trup­pen, Schiffs­flot­ten und Welt­raum­ak­ti­vi­tä­ten im Kri­sen­fall di­rekt aus der Luft zu steu­ern. An Bord be­fin­den sich ei­ne Sa­tel­li­ten­ver­bin­dungs­sta­ti­on, ver­schie­de­ne An­ten­nen so­wie ei­ne Vor­rich­tung für die Kon­takt­auf­nah­me mit U-Boo­ten. Die Il­ju­s­chin 80 hat al­le er­for­der­li­chen Tests be­reits be­stan­den und soll schon En­de die­ses Jah­res ein­satz­be­reit sein. Auch ein Nach­fol­ge­mo­dell ist be­reits in Pla­nung. Ver­gleich­ba­re Ma­schi­nen sind als „Dooms­day-Flug­zeu­ge“bis­her nur aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten be­kannt.

FOTO: LEO­NID FAERBERG

Ei­ne Il­ju­s­chin Il-80 im Flug über Mos­kau. Von ei­nem Flug­zeug die­sen Typs aus will die rus­si­sche Füh­rung künf­tig im Ernst­fall agie­ren.

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