Platz 3: Clau­de De­bus­sy, „La mer“

Die drei „sym­pho­ni­schen Skiz­zen“des ge­nia­len fran­zö­si­schen Kom­po­nis­ten imi­tie­ren das Meer nicht, sie er­fin­den es neu. Die 1905 er­schie­ne­ne Par­ti­tur zählt zu den weg­wei­sen­den Meis­ter­wer­ken des 20. Jahr­hun­derts.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON WOLFRAM GOERTZ

DÜSSELDORF In den Ne­beln, Wol­ken und Schlei­ern, in de­nen sei­ne Mu­sik ver­bor­gen scheint, ver­steckt sich auch ei­nes der größ­ten Ge­nies der Mu­sik­ge­schich­te. Er hat der Welt ei­ne mu­si­ka­li­sche Aus­drucks­form ge­schenkt, de­ren Na­men er gleich­zei­tig ab­lehn­te, und zwar ge­nau zu dem Zeit­punkt, da er als Er­fin­der die­ser Kunst in der Mu­sik ge­rühmt wur­de: Im­pres­sio­nis­mus. Der gro­ße Clau­de De­bus­sy woll­te al­les sein, ge­wal­tig in der Wir­kung ge­ra­de da­durch, dass der Kom­po­nist nir­gend­wo im Stück durch „Hand­werk“in Er­schei­nung tritt. Der Ma­cher tritt zu­rück hin­ter sein Werk und lässt es spre­chen, als stei­ge der Was­ser­spie­gel im Mo­ment des Hö­rens und eb­be dann wie­der ab, ge­lenkt ein­zig vom Wind und den Ge­stir­nen.

Tat­säch­lich, „La mer“er­fin­det das Meer nicht bloß – die­se Mu­sik ist das Meer.

De­bus­sy,

FOTO: EDI­TI­ONS DU­RAND

Katsu­s­hi­ka Ho­ku­sais Holz­schnitt „Die gro­ße Wel­le vor Ka­na­ga­wa“ani­mier­te den Kom­po­nis­ten Clau­de De­bus­sy und des­sen Ver­le­ger Du­rand zum Ti­tel­bild für die Erst­aus­ga­be der Kom­po­si­ti­on „La mer“. Der Holz­schnitt ent­stammt Ho­ku­sais Se­rie „36 An­sich­ten des Ber­ges Fu­ji“.

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