Glad­ba­cher we­gen ver­such­ten Mor­des vor dem Schwur­ge­richt

Der Ex-Land­fah­rer soll auf der A 61 das Fahr­zeug ei­nes Köl­ners ver­folgt ha­ben und schließ­lich auf des­sen Heck auf­ge­fah­ren sein.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON INGRID KRÜ­GER

Der frü­he­re Land­fah­rer (42), der in­zwi­schen als Pre­di­ger auf­tritt und von Hartz IV lebt, muss sich nicht nur we­gen ver­such­ten Mor­des vor dem Mön­chen­glad­ba­cher Schwur­ge­richt ver­ant­wor­ten. Die Staats­an­wäl­tin wirft dem Mön­chen­glad­ba­cher au­ßer­dem ge­fähr­li­chen Ein­griff in den Stra­ßen­ver­kehr, ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung und Un­fall­flucht vor. Doch der An­ge­klag­te ver­folgt den Pro­zess schwei­gend. Das ha­be er nicht ge­tan, so des­sen Ver­tei­di­ger. Die Le­bens­ge­fähr­tin (42) des An­ge­klag­ten und de­ren Sohn (18) hat­ten be­reits zu Pro­zess­be­ginn er­klärt, dass der An­ge­klag­te das Wo­che­n­en­de im Ju­li 2013 zu Hau­se ge­we­sen sei und mit hef­ti­gen Rü­cken­schmer­zen im Bett ge­le­gen ha­be.

Da­ge­gen er­in­ner­te sich der Köl­ner Tep­pich­händ­ler (40) an den schreck­li­chen Un­fall auf der Au­to­bahn: „Der ist mir hin­ten rein­ge­fah­ren. Ich ha­be mich vol­le Pul­le über­schla­gen“. Of­fen­bar han­delt es sich in dem Fall um zwei ver­fein­de­te Fa­mi­li­en. Denn der Köl­ner hat­te drei Po­len als Mit­fah­rer um Hil­fe ge­be­ten. Mit der Glad­ba­cher Fa­mi­lie kön­ne es Är­ger ge­ben. Tat­säch­lich er­litt da­mals ei­ner der Po­len die schwers­ten Ver­let­zun­gen und muss­te 32 Ta­ge im Kran­ken­haus ver­brin­gen. Der Wa­gen des Köl­ners hat­te sich über­schla­gen und war auf dem Au­to­dach ge­lan­det.

Ges­tern er­in­ner­ten sich zwei Trois­dor­fer, die an dem Ju­li­tag 2013 in Mön­chen­glad­bach Be­kann­te be­sucht hat­ten, was sie da­mals auf der Rück­fahrt auf der A 61 be­ob­ach­te­ten. Ih­nen fiel die auf­fäl­li­ge Fahr­wei­se ei­nes ro­ten Golfs und ei­nes sil­ber­far­be­nen Golfs auf. „In bei­den Fahr­zeu­gen sa­ßen meh­re­re männ­li- che Per­so­nen. Der sil­ber­ne Golf ver­folg­te den ro­ten Golf, der den Ver­fol­ger of­fen­bar ab­schüt­teln woll­te. Am En­de ge­riet der ro­te Wa­gen an die Leit­plan­ke und über­schlug sich mehr­mals. Ein Mit­fah­rer lag dann ne­ben dem Wa­gen“, er­klär­te der 61jäh­ri­ge Zeu­ge aus Trois­dorf. Der Ver­fol­ger sei dann schnell da­von­ge­fah­ren.

Po­li­zei­be­am­te aus Er­kelenz be­rich­te­ten ges­tern in ih­ren Zeu­gen­aus­sa­gen von ei­ner Frau, die sich kurz nach dem Un­fall auf der Po­li­zei­wa­che ge­mel­det ha­be. Sinn­ge­mäß ha­be sie be­teu­ert, so­eben auf der Au­to­bahn ei­nen Un­fall ver­ur­sacht zu ha­ben. Vor Ge­richt hat­te die Frau von ih­rem Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rungs­recht Ge­brauch ge­macht, weil sie mit dem An­ge­klag­ten ver­wandt sei.

Der Schwur­ge­richts-Pro­zess wird fort­ge­setzt.

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