DFL setzt sich ge­gen Bay­ern durch

Die Deut­sche Fuß­ball Li­ga steht zur Zen­tral­ver­mark­tung der TV-Rech­te. Auch der FC Bay­ern fügt sich dem Vo­tum der 36 Pro­fi­ver­ei­ne. Er hat­te vor­her laut über ei­ne Ein­zel­ver­mark­tung nach­ge­dacht.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON RO­BERT PE­TERS

DÜSSELDORF/FRANKFURT Dem FC Bay­ern München geht’s gut. Sehr gut so­gar. Rund ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Eu­ro setz­te der Fuß­ball-Re­kord­meis­ter ver­gan­ge­ne Sai­son um, das Abo auf den Meis­ter­ti­tel hat er um ein wei­te­res Spiel­jahr ver­län­gern kön­nen. Dem FC Bay­ern München geht’s aber of­fen­bar nicht gut ge­nug. Das hat sein Vor­stands­chef Karl-Heinz Rum­me­nig­ge bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung ver­ra­ten. Mit düs­te­rer Mie­ne blick­te er auf die Ein­nah­men aus der TV-Ver­mark­tung. Sie la­gen ver­gan­ge­nes Jahr bei 58 Mil­lio­nen Eu­ro.

Für Rum­me­nig­ge zu we­nig, um auf Dau­er in­ter­na­tio­nal kon­kur­renz­fä­hig zu sein. Des­halb droh­te er vor der gest­ri­gen Sit­zung der Deut-

„Die Ver­samm­lung hat sich et­was an­ders als er­war­tet ab­ge­spielt“

Li­ga­prä­si­dent Rein­hard Rau­ball schen Fuß­ball Li­ga, der Ver­tre­tung al­ler 36 Pro­fi­klubs, in Frankfurt. Weil in Deutsch­land die TV-Rech­te zen­tral durch die DFL ver­mark­tet und nach Leis­tung ver­teilt wer­den, müs­se die In­ter­es­sen­ver­tre­tung der Ver­ei­ne für den nächs­ten TV-Ver­trag deut­lich mehr Geld her­aus­schla­gen, sag­te Rum­me­nig­ge. An­dern­falls wer­de der größ­te Ver­ein sich selbst ver­mark­ten. Die­se Ein­zel­ver­mark­tung könn­te ihm bis zu 200 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr be­sche­ren. Die Lü­cke zu den Mit­be­wer­bern wä­re mehr als nur ge­schlos­sen.

Vor­erst bleibt das ein Drohsze­na­rio. Denn der FC Bay­ern ist nach der Sit­zung der DFL nicht aus der Zen­tral­ver­mark­tung aus­ge­stie­gen. Von brum­mi­gen Bay­ern war eben­so­we­nig die Re­de wie von der Re­bel­li­on des FC St. Pau­li. Des­sen Ge­schäfts­füh­rer Andre­as Rettig hat­te im In­ter­es­se der Klub-Kli­en­tel ei­nen klei­nen Auf­stand der Ent­rech­te­ten an­ge­führt. Er for­der­te, al­le Klubs von der Zen­tral­ver­mark­tung aus­zu­schlie­ßen, die sich zu mehr als der Hälf­te im Be­sitz ei­nes Kon­zerns oder Mä­zens be­fin­den. Da­zu ge­hö­ren Ret­tigs Hei­mat­klub Bay­er Leverkusen und VfL Wolfsburg, die TSG Hof­fen­heim und bald auch Han­no­ver 96.

Rettig er­hielt für sei­nen Vor­stoß Bei­fall von den kamp­fes­lus­ti­gen Fans am Mil­l­ern­tor, die sich im­mer noch als Au­ßen­pos­ten des wah­ren Fuß­balls im Kom­merz­thea­ter der Neu­zeit be­trach­ten. Das reich­te ihm aber wohl schon. Nach­dem ihm die Kol­le­gen un­ter den Spit­zen­ma­na­gern der Klubs vor der Ver­samm­lung noch ein­mal die Sach­la­ge er­klärt hat­ten, zog der FC St. Pau­li ei­nen of­fi­zi­el­len An­trag zu­rück.

Da­mit war die zwei­te dro­hen­de Pa­last­re­vo­lu­ti­on erst ein­mal vom Tisch. „Die Ver­samm­lung hat sich et­was an­ders als er­war­tet ab­ge­spielt“, sag­te Rein­hard Rau­ball, zur­zeit Li­ga- und DFB-Prä­si­dent in ei­ner Person.

Chris­ti­an Sei­fert, als Ge­schäfts­füh­rer der DFL der star­ke Mann in der Or­ga­ni­sa­ti­on, er­teil­te den Münch­ner Plä­nen ei­ne Ab­sa­ge. „Wir wer­den künf­tig gut mit ei­ner Zen­tral­ver­mark­tung fah­ren“, sag­te er, „es gibt gu­te Grün­de da­für.“Den­noch mach­te er den Bay­ern Hoff­nung auf ei­ne deut­lich hö­he­re Sum­me aus dem neu­en TV-Ver­trag. „Über die Ver­tei­lung muss na­tür­lich dis­ku­tiert wer­den“, er­klär­te Sei­fert, Hoch­rech­nung Er­lö­se aus na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Me­di­en­rech­ten 2016/17 in Mio. Eu­ro

210 Man­ches­ter Man­ches­ter

Uni­ted Ci­ty

in Mrd. Eu­ro Pre­mier Le­ague

205

Se­rie A

200

Ar­senal Pri­me­ra Di­vi­si­on „aber erst dann, wenn man weiß, was es zu ver­tei­len gibt.“Die DFL strebt in ei­nem neu­en Ver­trag ab der Sai­son 2017/18 ei­ne Stei­ge­rung des Ge­samt­er­lö­ses von 850 Mil­lio­nen auf rund ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro an. Das wür­de dem stärks­ten DFL-Mit­glied, das die Bay­ern sind, hö­he­re Ein­nah­men ga­ran­tie­ren.

Im Ver­gleich zu dem, was vor al­lem die eng­li­schen Klubs auf dem TV-Rech­te­markt ein­sa­cken, bleibt das al­ler­dings im Be­reich von Klein­geld. Die eng­li­sche Pre­mier Le­ague wird ab der Spiel­zeit 2016/17 be­reits über drei Mil­li­ar­den Eu­ro aus den TV-Rech­ten an ih­re Klubs aus­schüt­ten kön­nen. Der Wett­be­werbs­vor­teil der En­g­län­der wird da­mit noch ein­mal grö­ßer. „Die­se Dif­fe­renz“, hat­te Rum­me­nig­ge der „Sport­bild“ge­sagt, „ist auch durch noch so krea­ti­ves und klu­ges Han­deln nicht aus­zu­glei­chen.“

Grund für die Über­le­gen­heit der Bri­ten sind die Ein­nah­men aus dem TV-Aus­lands­ge­schäft. Die Bun­des­li­ga muss­te sich ver­gan­ge­nes Jahr mit Swan­sea

Ci­ty

Li­gue 1

Re­al Ma­drid Bun­des

li­ga Nor­wich

Ci­ty Ju­ven­tus

Tu­rin

FC Barcelona

In­ter Mai­land FC Bay­ern München

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