Bes­ser ka­put­te Schu­he als krum­me Fü­ße

Um Hal­tungs­schä­den bei Kin­dern ging es beim Ak­ti­ons­tag im Kran­ken­haus Neu­werk. Ex­per­ten ga­ben Tipps zur Prä­ven­ti­on. Un­term Strich gilt die Faust­re­gel: Be­we­gen Sie sich viel drau­ßen mit ih­ren Kin­dern – und zwar je­den Tag.

Rheinische Post Moenchengladbach - - GESUNDHEIT - VON MA­RI­ON LISKEN-PRUSS

Die Zah­len sind alar­mie­rend: „Bei Schul­an­tritt hat rund die Hälf­te der Kin­der Hal­tungs­schä­den“, sag­te Dr. Wolf­gang Mül­ler, Chef­arzt der Kin­der­kli­nik im Kran­ken­haus Neu­werk. Grund ge­nug für den Me­di­zi­ner, beim Ak­ti­ons­tag in der Kin­der­kli­nik den Fo­kus auf das The­ma „Hal­tungs­schä­den bei Kin­dern“zu le­gen. Die Kin­der hät­ten nur we­ni­ge An­rei­ze, sich drau­ßen zu be­we­gen. Da­für wür­den sie ver­mehrt vor dem Fern­se­her oder der Play­sta­ti­on ho­cken oder mit dem Han­dy spie­len. „Das führt zu Hal­tungs­schä­den, die sich als Kopf- und Ge­lenk­schmer­zen, als Schwin­del oder als Fehl­stel­lun­gen der Fü­ße äu­ßern kön­nen.“

Dr. Wolf­gang Mül­ler

Doch ganz ver­teu­feln möch­te er die elek­tro­ni­schen Ge­rä­te nicht. Im Ge­gen­teil: „Sie sol­len uns bei der Be­we­gung be­glei­ten“, sag­te er und emp­fahl das Geo­caching. Das ist ei­ne Art elek­tro­ni­sche Schatz­su­che, bei der mit­hil­fe ei­nes Han­dys Schät­ze ge­sucht wer­den, die an­de­re zu­vor un­ter­wegs ver­steckt ha­ben. „Es ist wich­tig, dass Sie sich als El­tern ge­mein­sam mit Ih­ren Kin­dern drau­ßen be­we­gen. Und das am bes­ten je­den Tag“, gab er den zahl­reich er­schie­ne­nen El­tern mit auf den Weg.

Klet­tern so­wie Hüpf­bäl­le und Tram­po­li­ne wür­den Hal­tungs­schä­den eben­so vor­beu­gen wie das Bob­by-Car. „Das ist zwar bei den El­tern nicht so be­liebt, weil es die Schu­he ram­po­niert. Aber: Bes­ser ka­put­te Schu­he als krum­me Fü­ße“, sag­te er. Um Schä­den im Ju­gend­al­ter vor­zu­beu­gen, gel­te es, schon im Kin­des­al­ter ei­ni­ge Maß­nah­men zur rich­ti­gen Kör­per­hal­tung zu prak­ti­zie­ren.

Es loh­ne sich, in gu­te Kin­der­schu­he zu in­ves­tie­ren. Wei­che Turn­schu­he wür­den dem kind­li­chen und noch form­ba­ren Fuß zu we­nig Halt ge­ben. Schul­tor­nis­ter wie­der­um soll­ten sich dem Kör­per­bau an­pas­sen, for­der­te der Me­di­zi­ner. Und sie wol­len auch rich­tig ge­packt sein: „Schwe­re Bü­cher ge­hö­ren nach hin­ten, so dass sie di­rekt am Rü­cken ge­tra­gen wer­den“, emp­fahl er.

Wel­che The­ra­pi­en hel­fen, wenn Mus­kel­ver­kür­zun­gen, Hohl­kreuz oder Sko­lio­sen (Wir­bel­säu­len­ver­krüm­mun­gen) dia­gnos­ti­ziert wur­den, er­läu­ter­ten die Phy­sio­the­ra­peu­ten Ay­sel Pe­kin und Abi­lio Duar­te vom Ge­sund­heits- und Be­we­gungs­zen­trum Sa­vi­ta. Da­für hat­ten sie ei­ne Gym­nas­tik­mat­te für die Kin­der und ei­ne „Wa­ckel­plat­te“für die Ju­gend­li­chen mit ins Kran­ken­hausfoy­er ge­bracht. Die weck­te auch bei den El­tern In­ter­es­se: Die Bei­ne hüft­breit auf­zu­stel­len, die Bauch­mus­keln an­zu­span­nen und am The­ra-Band zu zie­hen, wäh­rend es gleich­zei­tig un­ter den Fü­ßen wa­ckelt, war gar nicht so ein­fach. Auch die klei­nen Be­su­cher konn­ten sich beim Ak­ti­ons­tag be­we­gen: auf Bob­by-Cars und Hüpf­bäl­len.

„Schwe­re Bü­cher ge­hö­ren nach hin­ten, so dass sie di­rekt am Rü­cken ge

tra­gen wer­den“

ARCHIVFOTOS: OS­TER­MANN, BIG, REICHWEIN

Hüpf­bäl­le und Bob­by-Cars wir­ken Hal­tungs­schä­den vor. Auch das Geo­caching führt zum Er­folg.

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