Ei­ne In­sel ist die Kin­der­stu­be der Ke­gel­rob­ben

Am Jah­res­en­de kom­men vie­le Ke­gel­rob­ben zur Dü­ne, ei­ner In­sel in der Nord­see. Dort brin­gen sie ih­re Ba­bys zur Welt. Ex­per­ten be­ob­ach­ten die Tie­re dort.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KRUSCHEL ERKLÄRT’S -

Der Wind pfeift über den Strand, und der Him­mel ist grau. Auf der Dü­ne, ei­ner klei­nen Nach­bar­in­sel von Hel­go­land, kann es ziem­lich kalt und un­ge­müt­lich wer­den. Aber vie­le Ke­gel­rob­ben su­chen sich ge­nau die­ses Fleck­chen Er­de in der Nord­see aus – als Kin­der­stu­be für ih­ren Nach­wuchs. Hier be­kom­men die Müt­ter im spä­ten Herbst und bis in den Ja­nu­ar hin­ein ih­re Ba­bys. „Die Käl­te macht ih­nen nichts aus“, sagt der Ex­per­te Rolf Blä­del. Er lebt auf Hel­go­land und sieht re­gel­mä­ßig nach, wie es den Tie­ren geht. „Die Ke­gel­rob­ben-Weib­chen ha­ben ei­ne di­cke Speck­schicht von rund acht Zen­ti­me­tern“, sagt er. Und auch ih­re Ba­bys sind schon gut ge­gen Käl­te und Wind ge­schützt. „Die Milch von den Müt­tern ent­hält mehr als zur Hälf­te Fett. Die Milch ist da­mit noch deut­lich fett­hal­ti­ger als Sah­ne“, sagt Rolf Blä­del. Mit die­ser Milch fut­tern sich die Rob­ben­ba­bys rund drei Wo­chen lang ei­ne Speck­schicht an. „Sie neh­men pro Tag rund ein bis zwei Ki­lo­gramm zu“, sagt der Fach­mann. „Das wer­den in­ner­halb kür­zes­ter Zeit rich­ti­ge klei­ne Mop­pel. Die Käl­te stört sie nicht.“ Au­ßer der Speck­schicht ha­ben sie auch noch ein be­son­ders wär­men­des, wei­ßes Rob­ben­fell. Vie­le Ke­gel­rob­ben kom­men von weit ent­fern­ten In­seln an­ge­schwom­men, um ih­ren Nach­wuchs auf der Dü­ne zur Welt zu brin­gen. Ei­ni­ge Ge­bur­ten gab es schon im No­vem­ber. Aber die meis­ten Rob­ben­ba­bys kom­men ge­wöhn­lich im De­zem­ber zur Welt. Die Dü­ne sei für die Rob­ben ein gu­ter Ort zum Groß­wer­den, sagt Rolf Blä­del. „Hier lie­gen die Jung­tie­re hoch und si­cher. Sie sind gut vor Stür­men oder Hoch­was­ser ge­schützt.“Die jun­gen Ke­gel­rob­ben könn­ten auf der Dü­ne in der Re­gel erst ein­mal auf ei­nem weit­ge­hend tro­cke­nen Strand blei­ben. „Die Jung­tie­re wech­seln ihr Fell erst nach ei­ni­gen Wo­chen“, sagt Blä­del. „Sie ge­hen auch erst dann in die Nord­see.“Schwim­men und die Jagd nach Beu­te müs­sen sie nicht ler­nen. „Die Tie­re kön­nen das ein­fach so“, sagt Blä­del. „Das sind Na­tur­ta­len­te.“dpa

FOTO: DPA

Ei­ne jun­ge Ke­gel­rob­be liegt auf der In­sel Dü­ne vor Hel­go­land.

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