Krafts Er­folg auf Kos­ten des Bun­des

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖ­CKER

Die NRW-Re­gie­rungs­che­fin hat im Streit um die Bund-Län­der-Fi­nan­zen „bis an die Gren­zen der Höf­lich­keit“, so hat es ein Teil­neh­mer for­mu­liert, für ein neu­es Aus­gleichs­sys­tem ge­kämpft. Und ge­won­nen. 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro mehr pro Jahr kann NRW er­war­ten, wenn der Bund dem Be­schluss folgt. Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le müss­te rund 1,1 Mil­li­ar­den mehr pro Jahr an die Län­der zah­len, als er bis­her be­reit war.

Han­ne­lo­re Kraft und ihr Fi­nanz­chef Nor­bert Wal­terBor­jans ha­ben die Län­der auf Li­nie ge­bracht, um das für NRW un­ge­rech­te Um­satz­steu­er­sys­tem zu kor­ri­gie­ren. Kein Wun­der: Je­des Land be­kommt künf­tig mehr. Auf Kos­ten des Bun­des. So läuft das, wenn sich Mi­nis­ter­prä­si­den­ten ei­ni­gen. Ob NRW die Schul­den­brem­se ein­hal­ten kann, bleibt al­ler­dings wei­ter of­fen. Die Flücht­lings­kos­ten sind un­kal­ku­lier­bar. Im­mer­hin: Ab 2020 wä­re NRW wie­der Ge­ber­land. Im Land­tags­wahl­kampf 2017 ei­ne schö­ne Bot­schaft für die Re­gie­rungs­che­fin, de­ren Haus­halts­po­li­tik mehr­fach von Ge­rich­ten ge­rügt wur­de. Nur: Der Er­folg grün­det sich – ty­pisch SPD – auf Ein­nah­me­ver­bes­se­run­gen. Selbst bei Re­kord­steu­er­ein­nah­men war Kraft nicht be­reit, wirk­sam Aus­ga­ben zu kür­zen. Die Di­plom-Ökonomin hat ge­zeigt, dass sie Po­li­tik kann. Fi­nanz­po­li­tik nicht. BE­RICHT

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