FDP: Land muss min­des­tens 700 Mil­lio­nen Eu­ro ein­spa­ren

Rheinische Post Moenchengladbach - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DETLEV HÜWEL

DÜSSELDORF Im Land­tag ist ein Streit über den Etat für 2016 ent­brannt, der Aus­ga­ben von 69,6 Mil­li­ar­den Eu­ro vor­sieht. Die Aus­sa­ge von Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­terBor­jans (SPD), es wer­de seit Jah­ren „kon­ti­nu­ier­lich kon­so­li­diert“, stieß bei den Op­po­si­ti­ons­par­tei­en auf Hohn­ge­läch­ter. Trotz der 2010 ste­tig stei­gen­den Steu­er­ein­nah­men wol­le Rot-Grün im nächs­ten Jahr noch 1,9 Mil­li­ar­den Eu­ro neue Schul­den auf­neh­men, kri­ti­sier­ten sie.

Der CDU-Fi­nanz­ex­per­te Mar­cus Op­tendrenk las­te­te dem Land zu­dem an, dras­ti­sche Kür­zun­gen bei der Zu­kunfts­vor­sor­ge für die Be­am­ten­pen­sio­nen be­schlos­sen zu ha­ben; dem neu­en Pen­si­ons­fonds sol­len pro Jahr nur noch 200 Mil­lio­nen Eu­ro zu­ge­führt wer­den. Ralf Wit­zel (FDP) for­der­te, die Re­gie­rung müs­se min­des­tens ein Pro­zent des Etat­vo­lu­mens – knapp 700 Mil­lio­nen Eu­ro – als Ein­spar­ziel fest­set­zen.

Ste­fan Zim­keit (SPD) und Mar­tin Se­bas­ti­an Abel (Grüne) wie­sen dar­auf hin, dass NRW im nächs­ten Jahr vier Mil­li­ar­den Eu­ro für die Flücht­lin­ge be­reit­stel­len wer­de. Nach An­ga­ben von Wal­ter-Bor­jans stam­men da­von le­dig­lich 800 Mil­lio­nen Eu­ro vom Bund: „Das reicht nicht. Das wird mehr sein müs­sen.“

Nach An­ga­ben von In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) stei­gen die Be­zü­ge von Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft (SPD) rück­wir­kend zum 1. Ju­ni von 15.365 Eu­ro auf 16.163 Eu­ro brut­to. Dies ist ei­ne Stei­ge­rung um 5,2 Pro­zent. Die Mi­nis­ter be­kom­men 14.564 Eu­ro (bis­her 13.829) im Mo­nat. „Die Lan­des­re­gie­rung gönnt sich ei­nen gro­ßen Schluck aus der Pul­le“, so Op­tendrenk. Jä­ger ver­wies aber dar­auf, dass das Ka­bi­nett 2013 und 2014 auf ei­ne Be­sol­dungs­er­hö­hung ver­zich­tet ha­be. In bei­den Jah­ren wa­ren den bes­ser­ver­die­nen­den Be­am­ten „Null­run­den“auf­er­legt wor­den, die aber vom Ver­fas­sungs­ge­richt kas­siert wur­den.

Die FDP kri­ti­siert, dass im Vor­feld der Land­tags­wahl 2017 in der Staats­kanz­lei ei­ne zu­sätz­li­che Ab­tei­lungs­lei­ter­stel­le für Kom­mu­ni­ka­ti­on ge­schaf­fen wer­den soll. Das Land ha­be da­von kei­nen Nut­zen.

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