Ein­zel­fall­prü­fung für Sy­rer kommt zu­rück

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

KO­BLENZ (rtr) Die In­nen­mi­nis­ter der Län­der ha­ben grü­nes Licht für die Rück­kehr zur Ein­zell­fall­prü­fung bei Flücht­lin­gen ge­ge­ben. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) sag­te ges­tern nach Be­ra­tun­gen in Ko­blenz, sei­ne Kol­le­gen hät­ten die­se von ihm an­ge­streb­te Maß­nah­me zur Kennt­nis ge­nom­men und zu­gleich den Wunsch da­mit ver­bun­den, dass die Asyl­ver­fah­ren sich da­durch nicht ver­län­ger­ten. Die Ein­zel­hei­ten der Um­set­zung müss­ten nun in­ner­halb der Ko­ali­ti­on von Uni­on und SPD in Ber­lin ge­klärt wer­den.

Bei der Ein­zel­fall­prü­fung müs­sen Flücht­lin­ge bei ei­ner per­sön­li­chen An­hö­rung ih­re Asyl­grün­de dar­le­gen. Seit dem 1. No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res gilt für Sy­rer ein ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren, in dem sie le­dig­lich ei­nen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len müs­sen. Fast al­le be­kom­men da­durch den Flücht­lings­sta­tus ge­währt. Mit der Ein­zel­fall­prü­fung wird die Zahl der­je­ni­gen stei­gen, die nur den ge­rin­ge­ren sub­si­diä­ren Schutz für ein Jahr zu­ge­spro­chen be­kom­men.

De Mai­ziè­re kann im Zu­ge sei­ner Res­sort­zu­stän­dig­keit ei­ne sol­che Rück­kehr zum nor­ma­len Prüf­ver­fah­ren ver­hän­gen. Er hat­te dies An­fang No­vem­ber auch schon ge­tan und da­mit für Ir­ri­ta­tio­nen in der Ko­ali­ti­on ge­sorgt. Auf In­ter­ven­ti­on des Kanz­ler­amts muss­te er die Ent­schei­dung aber auf Eis le­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.