Platz 2: Mo­zart, „Die Hoch­zeit des Fi­ga­ro“

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR -

Wel­che aus die­sem Ter­zett der gran­dio­sen Da-Pon­te-Opern neh­me ich? Den dä­mo­nisch um­wit­ter­ten „Don Gio­van­ni“, die zy­ni­sche Ver­suchs­an­ord­nung in „Così fan tut­te“, den zwin­kern­den, doch zu­tiefst po­li­tisch boh­ren­den „Fi­ga­ro“?

Die­se Fra­ge ent­schei­de ich für Platz 2 aus dem Her­zen: Mir war der „Fi­ga­ro“im­mer be­son­ders lieb, weil er al­le Fra­gen von Moral und Hu­ma­ni­tät nicht ans La­bor de­le­giert, son­dern un­ter Men­schen aus­tra­gen lässt, die zur Reue fä­hig sind. Der „Fi­ga­ro“führt sein Per­so­nal vier Ak­te lang an der Na­se her­um. Wir im Pu­bli­kum sind die All­wis­sen­den, wo­bei wir uns fra­gen: Wie blind oder Tes­to­ste­ron-ver­wirrt muss ein Graf sein, dass er nicht merkt, dass nicht das Stu­ben­mäd­chen, son­dern die ei­ge­ne Gat­tin vor ihm steht? Von die­sen fri­vo­len Ka­prio­len gibt es in Mo­zarts tur­bu­len­tes­ter Oper mehr als ge­nug, und La­chen aus Her­zens-

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