„Po­po-Bild“be­schäf­tigt Straf­rich­ter

Weil ein Mann ein Foto von der we­nig be­klei­de­ten Rück­front sei­ner Frau bei Ebay ein­ge­stellt ha­ben soll, wur­de er von ihr ver­klagt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON GABI PE­TERS

Der Straf­rich­ter in Mön­chen­glad­bach muss sich in der kom­men­den Wo­che mit ei­nem au­ßer­ge­wöhn­li­chen Fall be­schäf­ti­gen. Zank­ap­fel: ein Foto von ei­nem weib­li­chen Po­po, nur mit ei­nem Stringtan­ga „be­deckt“. Der gilt als wich­ti­ges Be­weis­mit­tel. Das Bild soll ein Mann mit ei­nem kom­pro­mit­tie­ren­den Spruch im In­ter­net bei Ebay ein­ge­stellt ha­ben. Sei­ne von ihm ge­trennt le­ben­de Ehe­frau will ih­re Rück­front wie­der­er­kannt ha­ben und ver­klag­te den 47-Jäh­ri­gen. Der muss sich jetzt ab dem 11. De­zem­ber vor dem Amts­ge­richt we­gen „Be­lei­di­gung in Tatein­heit mit un­be­fug­ter Ver­öf­fent­li­chung von Bil­dern“ver­ant­wor­ten.

Die An­kla­ge geht von fol­gen­dem Sach­ver­halt aus: „Der 47-Jäh­ri­ge, Be­trei­ber ei­nes Mas­sa­ge­sa­lons, le­be in Tren­nung von sei­ner aus Thai­land stam­men­den Ehe­frau. Aus der Ehe ha­be er über ein Bild ver­fügt, auf dem sei­ne Ehe­frau in Un­ter­wä­sche zu se­hen sei. Die­ses Bild ha­be er An­fang 2014 bei Ebay ein­ge­stellt, mit dem Be­gleit­text: „My se­xu­al ori­en­ta­ti­on is strai­ght, cur­rent­ly my re­la­ti­ons­hip sta­tus is sing­le, I am loo­king for any­thing…”.“Frei über- setzt: Ich bin he­te­ro­se­xu­ell, Sing­le und of­fen für al­les.

Der An­ge­klag­te, der nach ei­ge­nen An­ga­ben seit der Tren­nung al­lein­er­zie­hen­der Va­ter von drei Kin­dern ist, be­strei­tet die Vor­wür­fe. An den bei­den Ver­hand­lungs­ta­gen 11. und am 18. De­zem­ber soll nun her­aus­ge­fun­den wer­den, wer recht hat. Da­bei muss vor al­lem die Fra­ge ge­klärt wer­den: Ge­hört der im In­ter­net ver­öf­fent­lich­te Al­ler­wer­tes­te tat­säch­lich der Ehe­frau? Und kann man ei­nen Men­schen al­lei­ne an­hand von zwei Ba­cken, al­so den hin­te­ren, iden­ti­fi­zie­ren? Auf dem Foto ist das Ge­sicht an­geb­lich nicht zu se­hen. Nach An­ga­ben des An­ge­klag­ten sind nur ein Teil der weib­li­chen Rück­front, ein Stück von den Haa­ren und Mö­bel auf dem Bild zu se­hen.

Schon ein­mal war das Rück­fron­tBild The­ma bei Ge­richt. Doch es gab noch kein Ur­teil. Jetzt be­ginnt das Ver­fah­ren ganz neu, weil die Rich­te­rin wech­sel­te. Im Pro­zess sol­len meh­re­re Zeu­gen aus­sa­gen. Und ei­ni­ge wer­den vor Ge­richt wohl auch ge­fragt wer­den, ob sie auf dem VierBuch­sta­ben-Foto die Klä­ge­rin er­ken­nen.

Der Pro­zess be­ginnt am kom­men­den Frei­tag um 10.30 Uhr.

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