We­gen Ver­ge­wal­ti­gung ei­ner jun­gen Frau im Awo-Wohn­heim vor Ge­richt

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON INGRID KRÜ­GER

STADTTEILE Auch ges­tern mach­ten die zwei An­ge­klag­ten, 22 und 21 Jah­re alt, vor der Ers­ten Ju­gend­kam­mer des Mön­chen­glad­ba­cher Land­ge­richts von ih­rem Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rungs-Recht Ge­brauch. Aber die Ver­bre­chen, die der Staats­an­walt den bei­den Hü­ckel­ho­ve­nern vor­wirft, sind von Ge­wicht. Laut An­kla­ge soll der 22-Jäh­ri­ge im Mai 2012 auf ei­nem Spiel­platz in Hückelhoven ei­ne jun­ge Frau ver­ge­wal­tigt ha­ben. Au­ßer­dem soll der Mann ge­mein­sam mit dem 21-jäh­ri­gen Mit­an­ge­klag­ten im Au­gust 2013 in ei­nem Awo-Wohn­heim eben­falls in Hückelhoven ei­ne Be­woh­ne­rin zum Oral­ver­kehr und sie an­schlie­ßend al­lein zum Ge­schlechts­ver­kehr ge- zwun­gen ha­ben. Die Män­ner, die im Ge­richts­saal nichts mehr sa­gen, ha­ben bei der Po­li­zei er­klärt: „Das war al­les ein­ver­nehm­lich.“Da­ge­gen ha­ben die Op­fer die An­ge­klag­ten be­reits zu Pro­zess­be­ginn be­schul­digt und als Ver­ge­wal­ti­ger be­zeich­net.

Ges­tern er­in­ner­ten sich Nach­ba­rin­nen des Op­fers in der AwoW­ohn­grup­pe und ein Mit­be­woh­ner des Hau­ses, was sie in der Au­gust­nacht 2013 von der an­geb­li­chen Par­ty aus der Woh­nung des Op­fers mit­be­kom­men hat­ten. Die zwei Frau­en, die da­mals Hil­fe­schreie aus dem Zim­mer des Op­fers hör­ten, wa­ren of­fen­bar so ver­ängs­tigt, dass sie sich nicht aus ih­rem Zim­mer wag­ten. „Lass das, ver­piss dich“, soll das Ver­ge­wal­ti­gungs­op­fer zu ih­ren Pei­ni­gern ge­sagt ha­ben. Ein Haus­mit- be­woh­ner hat­te aber cou­ra­giert re­agiert, als auch er die Hil­fe­ru­fe des Op­fers ver­nahm. Der 31-Jäh­ri­ge hat­te die Po­li­zei ver­stän­digt. Als die Po­li­zei­be­am­ten ein­tra­fen, hat­te der 21-Jäh­ri­ge be­reits die Flucht er­grif­fen. Den äl­te­ren Haupt­tä­ter konn­ten sie mit­neh­men. Das Op­fer hat­te die bei­den An­ge­klag­ten erst vor kur­zem ken­nen­ge­lernt. „Ich hät­te die nicht her­ein­las­sen dür­fen“, hat­te es spä­ter ei­ner Freun­din an­ver­traut.

Die jun­ge Frau, die von dem Haupt­tä­ter ein Jahr zu­vor auf dem Spiel­platz ver­ge­wal­tigt wor­den war, war da­mals mit vier Jun­gen und ei­nem Mäd­chen un­ter­wegs. Der An­ge­klag­te ha­be sie zum Wod­kat­rin­ken ge­zwun­gen und sich dann an ihr ver­gan­gen. Der Pro­zess wird fort­ge­setzt.

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