Di­gi­ta­le Lö­sun­gen für die An­le­ger sind die Zu­kunft

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG - VON PATRICK PE­TERS

Bei den An­bie­tern von Ge­schlos­se­nen In­vest­ment­fonds (auch Ge­schlos­se­ne Al­ter­na­ti­ve In­vest­ment­fonds – AIF oder kurz Sach­wer­te ge­nannt) ist die Stim­mung gut, wie Ver­tre­ter füh­ren­der Häu­ser beim RPFi­nanz­fo­rum „Sach­wer­te“er­klär­ten. Zah­len des bsi Bun­des­ver­ban­des Sach­wer­te und In­vest­ment­ver­mö­gen be­stä­ti­gen das Stim­mungs­bild. Al­lein die 35 Voll­mit­glie­der des bsi­ha­ben im Jahr 2014 mehr als zehn Mil­li­ar­den Eu­ro an Kun­den­gel­dern neu in Sach­wer­te in­ves­tiert be­zie­hungs­wei­se die Ver­wal­tung hier­von über­nom­men. Und auch mit die­sem Jahr ist die Bran­che bis­lang zu­frie­den, be­tont bsi-Haupt­ge- schäfts­füh­rer Eric Rom­ba. „Die vor­han­de­nen As­sets über al­le Klas­sen hin­weg sind er­folg­reich plat­ziert wor­den. Wenn es In­vest­ment-Mög­lich­kei­ten gibt, wer­den die­se so­wohl von pro­fes­sio­nel­len als auch pri­va­ten An­le­gern ger­ne an­ge­nom­men.“

In der Zu­kunft wer­de es laut Eric Rom­ba je­doch nicht mehr aus­rei­chen, ei­nen Sach­wert „nur noch“im Markt an­zu­bie­ten und er­folg­reich zu ma­na­gen. „Die Di­gi­ta­li­sie­rung wird auch un­se­re Bran­che ver­än­dern, so wie sie sich auf die ge­sam­te Fi­nanz­in­dus­trie aus­wir­ken wird. Im Mit­tel­punkt steht für uns als Ver­band, Mög­lich­kei­ten da­für zu schaf­fen, dass Kun­den und sol­che, die es wer­den wol­len, sich über ih­re be­vor­zug­ten di­gi­ta­len Ka­nä­le über un­se­re Pro­dukt­an­ge­bo­te in­for­mie­ren und schließ­lich auch In­vest­ments tä­ti­gen kön­nen.“

Da­für rich­tet der bsi ei­ne Web-Platt­form ein, auf der In­ter­es­sen­ten sich die Pro­duk­te zahl­rei­cher Mit­glieds­un­ter­neh­men an­schau­en kön­nen. Die­se sind aus­ge­hend von den As­sets ka­te­go­ri­siert und mit vie­len zu­sätz­li­chen In­for­ma­tio­nen zur Pro­dukt­gat­tung ver- se­hen. So soll ein An­lauf­punkt im In­ter­net für den ent­ste­hen, für den Sach­wer­te ei­ne Op­ti­on im Port­fo­lio sein kön­nen.

„Er­he­bun­gen ha­ben ge­zeigt, dass be­reits jetzt rund 75 Pro­zent un­se­rer In­ves­to­ren online un­ter­wegs sind. Bei den 30- bis 50-Jäh­ri­gen, die für uns ei­ne be­son­de­re Re­le­vanz be­sit­zen, sind es bei­na­he 100 Pro­zent“, er­klärt Rom­ba. „Kurz ge­sagt: Durch pro­fes­sio­nel­le On­li­ne­An­ge­bo­te er­schlie­ßen wir fast voll­stän­dig ei­ne rie­si­ge po­ten­zi­el­le Ziel­grup­pe, für die der Um­gang mit di­gi­ta­len Ka­nä­len nor­mal ist und de­ren An­spruch es ist, fle­xi­bel und im­mer von übe­r­all her auf das zu­grei­fen zu kön­nen, was ih­nen wich­tig ist“, sagt Rom­ba. „Die Di­gi­ta­li­sie­rung er­mög­licht es uns, die Im­pul­se neu zu set­zen und das klas­si­sche Ver­kaufs­mo­dell um ein Kauf­mo­dell zu er­gän­zen. Wir wol­len Neu­in­ves­to­ren über die­sen für uns neu­en Ver­triebs­ka­nal mo­ti­vie­ren, ak­tiv zu wer­den.“

Gleich­zei­tig be­tont Eric Rom­ba, dass die ana­lo­gen Struk­tu­ren na­tür­lich nicht durch die Di­gi­ta­li­sie­rung er­setzt wer­den sol­len. Es sei viel­mehr ein zu­sätz­li­ches An­ge­bot, um noch mehr In­ter­es­sen­ten zu er­rei­chen. So sei es durch die Di­gi­ta­li­sie­rung mög­lich, zwi­schen den Ka­nä­len hin- und her­zu­sprin­gen. „Der Kun­de kann sich bei- spiels­wei­se, be­gin­nend bei der Such­ma­schi­nen-Re­cher­che, über die Sach­wer­te-Al­ter­na­ti­ven um­fas­send er­kun­di­gen und aus­ge­hend von un­se­rer Platt­form ei­ne Ent­schei­dung tref­fen. Möch­te er dann doch Kon­takt zu ei­nem Be­ra­ter, lie­fern wir ihm über die Um­kreis­su­che die Adres­sen in sei­ner Re­gi­on.“

Es be­steht für Eric Rom­ba nicht mehr die Fra­ge, ob Di­gi­ta­li­sie­rung not­wen­dig sei; die Bran­che müs­se den Weg ein­fach ge­hen. „Wir spü­ren doch schon seit Län­ge­rem deut­li­che Markt­ver­än­de­run­gen. Die Zah­len im Di­rekt-Ban­king ha- ben sich ver­fünf­facht, on­line­ba­sier­te Zah­lungs­mo­del­le wie Pay­Pal wach­sen, und der ECom­mer­ce hat sich zu ei­ner sta­bi­len Al­ter­na­ti­ve zum sta­tio­nä­ren Han­del ent­wi­ckelt. Das Ver­trau­en in die Lö­sun­gen wächst, so­dass Mul­ti­ka­na­li­tät für die Häu­ser das Mo­dell der Zu­kunft ist.“

Eric Rom­ba for­dert dem­ent­spre­chend, das The­ma wirk­lich zu le­ben und eher al­te Pro­zes­se auf­zu­bre­chen. Der Ge­setz­ge­ber stel­le üb­ri­gens da­bei kei­ne zu­sätz­li­chen Hür­den auf – „die Re­gu­lie­rung ist dies­mal nicht das Pro­blem“.

Beim RP-Fi­nanz­fo­rum „Sach­wer­te“dis­ku­tier­ten die Ex­per­ten über ei­ni­ge wei­te­re The­men, die die An­le­ger be­tref­fen (Sei­te E4).

„Die vor­han­de­nen

As­sets über al­le Klas­sen hin­weg sind er­folg­reich plat­ziert

wor­den“ Das Ver­trau­en in Lö­sun­gen wächst, Mul­ti­ka­na­li­tät ist für die Häu­ser das Mo­dell der Zu­kunft

FOTO: IS­TOCK­PHO­TO.COM (ARCHIV)

Di­gi­ta­li­sie­rung und Sach­wer­te – das passt zu­sam­men, wie das Bei­spiel Si­li­con Val­ley zeigt. Gro­ße Bü­ro-Im­mo­bi­li­en bie­ten viel­fach gu­te In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten für pri­va­te und in­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger. Und oft stam­men aus sol­chen Kom­ple­xen auch die di­gi­ta­len Lö­sun­gen, die für die An­le­ger im­mer wich­ti­ger wer­den.

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