„NRW muss stär­ker spa­ren“

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - THO­MAS REI­SE­NER STELL­TE DIE FRA­GEN.

KÖLN Tobias Hent­ze ist Ex­per­te für Län­der­fi­nan­zen beim In­sti­tut der Deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln. Er er­klärt, wie sich die Ei­ni­gung der Mi­nis­ter­prä­si­den­ten auf ein neu­es Sys­tem für den Län­der­fi­nanz­aus­gleich aus­wir­ken wird. Hat Nord­rhein-West­fa­len im Ver­gleich zu den an­de­ren Län­dern gut ver­han­delt? HENT­ZE In ab­so­lu­ten Zah­len er­hält NRW mehr als je­des an­de­re Land zu­sätz­lich. Pro Kopf er­hält NRW we­ni­ger als der Durch­schnitt. Dies lässt sich al­ler­dings da­mit er­klä­ren, dass vor al­lem die ost­deut­schen Län­der auf­grund des Aus­lau­fens des So­li­dar­pakts II so­wie die bei­den fi­nan­zi­ell be­son­ders schlecht da­ste­hen- den Län­der Bre­men und das Saar­land Un­ter­stüt­zung be­nö­ti­gen. Vor die­sem Hin­ter­grund be­wegt sich Nord­rhein-West­fa­len auf ei­nem Ni­veau mit an­de­ren west­deut­schen Flä­chen­län­dern. Hat Nord­rhein-West­fa­len bei die­sem Vor­schlag un­ter dem Strich mehr Geld in der Kas­se? HENT­ZE Ja, wie je­des an­de­re Bun­des­land auch. Hilft die Neu­re­ge­lung bei der Schul­den­brem­se? HENT­ZE Auch wenn sich NRW nicht voll­stän­dig durch­set­zen konn­te, hilft das Er­geb­nis dem Land bei der Ein­hal­tung der Schul­den­brem­se. Al­ler­dings ist der Län­der­fi­nanz­aus­gleich nicht der Schlüs­sel zu ei­nem aus­ge­gli­che­nen Haus­halt. Ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund der Flücht­lings­hil­fe sind da­für viel stär­ke­re Spar­an­stren­gun­gen not­wen­dig, vor al­lem bei den Per­so­nal­kos­ten, die mehr als die Hälf­te der Steu­er­ein­nah­men aus­ma­chen. An der Ein­hal­tung der Schul­den­brem­se wird Fi­nanz­mi­nis­ter Wal­ter-Bor­jans sich mes­sen las­sen müs­sen.

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