RAN­DE

Fak­tor Neu­er, Fak­tor Schweiz

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - KARS­TEN KELLERMANN

Es gibt nicht vie­le Klubs, die froh sind, dass Manuel Neu­er im Tor des Geg­ners steht. Bo­rus­sia ist ei­ner, bei der es so ist. Denn an­ge­sichts der ex­or­bi­tant ho­hen Feh­ler­quo­te, die Neu­er in Spie­len ge­gen Glad­bach hat (ent­schei­den­de Feh­ler, kei­ne Kin­ker­litz­chen), wird dem dem Ver­neh­men nach welt­bes­ten Tor­wart ein ge­wis­ses Trau­ma nach­ge­sagt. Bo­rus­si­as Fans wür­den es gern heu­te be­stä­tigt se­hen. Denn im­mer wenn Neu­er patz­te, ge­wann Glad­bach. Wie in der ver­gan­ge­nen Sai­son in München, als ihm Raf­fa­els Schuss durch die Ho­sen­trä­ger rut­sche. Beim letz­ten 0:0 al­ler­dings im Bo­rus­sia-Park, da war Neu­er über­ra­gend. Ver­las­sen kann man sich auf Trau­ma­ta da­her nicht.

Oh­ne­hin ha­ben sich die Bo­rus­sen vor­ge­nom­men, auf sich selbst zu schau­en. Sie wol­len ihr Spiel ma­chen, hat Gra­nit Xha­ka ver­si­chert, na­tür­lich nicht oh­ne die über­di­men­sio­na­le Qua­li­tät der Bay­ern ein­zu­den­ken. Das Ziel ist, was im­mer das Ziel ist: Glad­bach will die Bay­ern be­sie­gen. Und weil der Fak­tor Neu­er nur an­satz­wei­se kal­ku­lier­bar ist, ist ein an­de­rer Fak­tor weit wich­ti­ger in der Er­folgs-Stra­te­gie am Nie­der­rhein: der Fak­tor Schweiz. Denn auf zwei Eid­ge­nos­sen wird es heu­te im Top­spiel ganz be­son­ders an­kom­men (wie auch auf je­den an­de­ren, aber auf die­se bei­den be­son­ders): Gra­nit Xha­ka und Yann Som­mer.

Xha­ka ist als ehr­gei­zi­ger An­trei­ber wich­tig, er hat noch Gro­ßes vor in sei­ner Kar­rie­re und ist da­her in Spie­len wie die­sen, in „gro­ßen Spie­len“, noch mehr mo­ti­viert als sonst. Xha­ka hat den nö­ti­gen Mut, sich den schein­bar Über­mäch­ti­gen ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­stel­len, da­mit kann er die ge­sam­te Mann­schaft in­spi­rie­ren.

Und wenn der Mut vorn To­re er­zeugt, dann steht hin­ten ei­ner, der weiß, wie die Null geht ge­gen die Bay­ern. Ver­gan­ge­ne Sai­son blieb Yann Som­mer 180 Mi­nu­ten lang oh­ne Ge­gen­tor ge­gen die Bay­ern. Weil Bo­rus­sia aus­ge­zeich­net und sehr ge­wieft ver­tei­dig­te, be­kam er noch nicht ein­mal irr­sin­nig viel zu tun. Das wä­re Som­mer auch heu­te recht – doch er kann auch da­mit um­ge­hen, wenn er viel, viel, viel zu tun be­kommt.

Klar ist aber: Nur der Fak­tor Schweiz wird nicht rei­chen, um die­se Bay­ern zu be­sie­gen. Er und al­le an­de­ren Fak­to­ren müs­sen in der Sum­me min­des­tens 100 Pro­zent er­ge­ben. Und wenn dann auch noch der Neu­er ...

Na, wir wer­den se­hen.

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