Was bei der De­ko­ra­ti­on er­laubt ist

Al­le Jah­re wie­der: In der Weih­nachts­zeit wird das Zu­hau­se fest­lich de­ko­riert. Doch längst nicht al­les, was ge­fällt, ist auch ge­stat­tet. Ein Über­blick.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - VON SA­BI­NE MEU­TER

Weih­nachts­zeit ist De­ko-Zeit: Vie­le schmü­cken dann ihr Zu­hau­se fest­lich. Dem steht grund­sätz­lich nichts ent­ge­gen – so­lan­ge an­de­re im Haus oder in der Nach­bar­schaft nicht über Ge­bühr ge­stört wer­den und nie­mand ge­fähr­det wird. Denn grund­sätz­lich ha­ben Nach­barn – auch in der Weih­nachts­zeit – ei­nen An­spruch dar­auf, dass sie kei­nen Be­ein­träch­ti­gun­gen aus­ge­setzt sind, die über das nor­ma­le Zu­sam­men­le­ben hin­aus­ge­hen.

Das be­deu­tet: In den ei­ge­nen vier Wän­den kann na­tür­lich je­der nach sei­nem Ge­schmack de­ko­rie­ren. Da­bei muss er sich an die üb­li­chen Spiel­re­geln des Zu­sam­men­le­bens hal­ten. Das gilt be­son­ders für den Lärm­pe­gel. „Kon­kret be­deu­tet das et­wa, dass die ,Ho­hohoo!’ ru­fen­de Weih­nachts­mann­mas­ke Zim­mer­laut­stär­ke nicht über­stei­gen soll­te“, sagt Pe­tra Uertz vom Ver­band Wohn­ei­gen­tum.

Die Woh­nungs­tür dür­fen Mie­ter und Be­sit­zer von Ei­gen­tums­woh­nun­gen zur Flur­sei­te hin schmü­cken, et­wa mit ei­nem Ad­vents­kranz. „Al­ler­dings müs­sen Mie­ter dar­auf ach­ten, dass sie die Tü­ren durch die An­brin­gung nicht be­schä­di­gen“, er­klärt Da­nie­la Sta­n­ek vom Ei­gen­tü­mer­ver­band Haus&Grund Deutsch­land. An­dern­falls müs­sen Mie­ter für den Scha­den auf­kom­men. Will ei­ne Par­tei das ge­sam­te Trep­pen­haus schmü­cken, kann es je­doch pro­ble­ma­tisch wer­den. „Hier soll­ten sich al­le Be­woh­ner im Haus ab­spre­chen“, rät Ulrich Ropertz vom Deut­schen Mie­ter­bund. Das gilt auch beim Wunsch, weih­nacht­li­che Duft­sprays im Haus­flur zu ver­sprü­hen. „Kommt kei­ne Ei­ni­gung zu­stan­de, darf nicht ge­schmückt oder ge­sprayt wer­den“, er­klärt Ropertz. Die De­ko­ra­ti­on müss­te dann ge­ge­be­nen­falls ent­fernt wer­den.

Ganz wich­tig: Al­les, was Flucht­we­ge be­hin­dert oder Brand­ge­fahr birgt, hat im Trep­pen­haus nichts zu su­chen. Dar­auf macht Pe­tra Uertz auf­merk­sam und be­ruft sich da­bei auf ein Ur­teil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter (Az.: 10 B 304/09). Dem­nach gilt, wenn je­mand über die Weih­nachts­de­ko­ra­ti­on im Trep­pen­haus stol­pert oder in Notfällen der Flucht­weg nicht frei be­geh­bar ist, haf­tet der Ver­ur­sa­cher für den Scha­den – al­so die Person, die de­ko­riert hat.

Auch wenn vie­les beim De­ko­rie­ren er­laubt ist, muss manch­mal vor­her der Ver­mie­ter be­zie­hungs­wei­se die Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft um Er­laub­nis ge­fragt wer­den. Das gilt bei­spiels­wei­se, wenn je-

„Kommt kei­ne Ei­ni­gung zu­stan­de,

darf nicht ge­schmückt wer­den“

Ulrich Ropertz Deut­scher Mie­ter­bund mand an der Fas­sa­de ei­nen kra­xeln­den Ni­ko­laus oder am Bal­kon­ge­län­der blin­ken­de Ren­tie­re mit Schlit­ten an­brin­gen will. Denn in sol­chen Fäl­len müs­sen oft Lö­cher in die Fas­sa­de ge­bohrt wer­den. „Das könn­te die Fas­sa­de be­schä­di­gen, da­her muss der Ver­mie­ter oder die Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft ein­ver­stan­den sein“, er­klärt Sta­n­ek. Wich­tig: Die De­ko­ra­ti­on muss an der Fas­sa­de so si­cher an­ge­bracht wer­den, dass sie we­der bei Schnee­last noch bei Wind her­ab­stürzt, er­klärt Uertz und ver­weist auf ein Ur­teil des Land­ge­richts Ber­lin (Az.: 65 S 390/09).

Das gilt auch für weih­nacht­li­che Lich­ter­ket­ten am Bal­kon: „Sie müs­sen si­cher in­stal­liert sein und dür­fen die Haus­fas­sa­de nicht be­schä­di­gen“, sagt Ropertz. Grund­sätz­lich sind sie er­laubt und meis­tens auch ak­zep­tiert: „Es ist weit ver­brei­te­te Sit­te, in der Weih­nachts­zeit Fens­ter und Bal­ko­ne mit elek­tri­scher Be­leuch­tung zu schmü­cken.“

Doch ex­trem grel­le und blin­ken­de Lich­ter­ket­ten kön­nen stö­ren – et­wa, wenn das Licht dau­er­haft in die Nach­bar­woh­nung hin­ein­leuch­tet. „Der Nach­bar kann in sol­chen Fäl­len ver­lan­gen, dass die Lich­ter ab 22 Uhr bis 6 Uhr am dar­auf­fol­gen­den Tag aus­ge­schal­tet wer­den“, er­klärt Sta­n­ek. Au­ßer­dem muss si­cher­ge­stellt sein, dass der Au­to­ver­kehr „nicht durch in­ten­si­ve Blink­lich­ter und In­stal­la­tio­nen ir­ri­tiert wird“, sagt Uertz. Da­bei spielt es kei­ne Rol­le, ob der Lich­t­er­schmuck am Bal­kon oder hin­ter dem Fens­ter hängt.

Auch für den Vor­gar­ten gibt es Re­geln: Ei­ne Wohn­par­tei kann dort nicht ein­fach ei­nen fest­lich ge­schmück­ten Weih­nachts­baum auf­stel­len. „Auch hier­für ist die Zu­stim­mung des Ver­mie­ters be­zie­hungs­wei­se der Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft er­for­der­lich“, sagt Sta­n­ek. Zu­sätz­lich soll­ten sich Mie­ter mit den an­de­ren Be­woh­nern ab­stim­men. Ist ge­nü­gend Platz vor­han­den, oh­ne dass der Baum an­de­re stört oder ge­fähr­det, darf er auf­ge­stellt wer­den. Aber: „Der Baum muss or­dent­lich ge­si­chert sein und darf den Geh­weg nicht ein­schrän­ken“, be­tont Sta­n­ek.

FOTO: FRANK RUM­PEN­HORST

In der Ad­vents­zeit sind vie­le Häu­ser fest­lich ge­schmückt. In ei­ni­gen Fäl­len muss al­ler­dings der Ver­mie­ter be­zie­hungs­wei­se die Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft um Er­laub­nis ge­fragt wer­den. Nach­barn soll­ten sich durch die bun­ten Lich­ter nicht ge­stört füh­len.

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