Mie­ter in der Nach­weis­pflicht

Wer in ei­ne un­re­no­vier­te Woh­nung zieht, muss das spä­ter be­wei­sen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - (

tmn) Wer in ei­ne un­re­no­vier­te Woh­nung zieht, muss sie beim Aus­zug nicht un­be­dingt re­no­vie­ren. Das gilt un­ter Um­stän­den auch, wenn im Miet­ver­trag ei­ne Klau­sel zu Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren ver­ein­bart wur­de. Al­ler­dings müs­sen die Mie­ter im Zwei­fel nach­wei­sen kön­nen, dass die Woh­nung beim Ein­zug nicht re­no­viert war. Das er­gibt sich zu­min­dest aus ei­ner Ent­schei­dung des Land­ge­richts Ber­lin (Az.:63 S 114/14), be­rich­tet die Zeit­schrift „Das Grund­ei­gen­tum“.

In dem vor­lie­gen­den Fall war der Miet­ver­trag ver­erbt wor­den. Die Er­ben, die in das Ver­trags­ver­hält­nis ein­ge­tre­ten wa­ren, kün­dig­ten den Miet­ver­trag und über­ga­ben die Woh­nung an den Ver­mie­ter. Der woll­te al­ler­dings Scha­den­er­satz we­gen nicht vor­ge­nom­me­ner Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren gel­tend ma­chen. Die Er­ben lehn­ten das ab und ver­wie­sen dar­auf, dass die Woh­nung der ver­stor­be­nen Mie­te­rin 1954 in un­re­no­vier­tem Zu­stand über­ge­ben wor­den sei.

Dem Ge­richt ge­nüg­te die­se pau­scha­le Aus­sa­ge aber nicht. Wenn sich Mie­ter auf die Un­wirk­sam­keit der Klau­sel zu Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren be­rie­fen, müss­ten sie hier­für auch Be­wei­se lie­fern. Dass die Woh­nung bei Miet­be­ginn re­no­vie­rungs­be­dürf­tig ge­we­sen sei, hät­ten sie be­le­gen müs­sen.

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