Ein­fach tierisch gut ge­pflegt

Beim Fell­pfle­ge-Se­mi­nar gab Hun­de-Fri­seu­rin Iris Go­ckel Tipps zum Ein­satz von Bürs­te, Kamm und Sham­poo.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - VON DAGMAR FISCHBACH

Yo­shi guckt un­glück­lich. Dass Frau­chen mit der Bürs­te han­tiert, scheint dem klei­nen Ha­ve­ne­ser gar nicht zu ge­fal­len. „Sie set­zen falsch an“, sagt Iris Go­ckel. Die Hun­de­fri­seu­rin zeigt, wie es rich­tig geht. „Die Haut fest­hal­ten und dann mit der Bürs­te durchs Fell strei­chen. So ziept es nicht und ist dem Tier nicht un­an­ge­nehm“, er­klärt sie. Frau­chen Hel­ga An­t­o­ny ist be­ein­druckt. So scheint ih­rem klei­nen Rü­den das Käm­men nichts mehr aus­zu­ma­chen.

Die Fell­pfle­ge der vier­bei­ni­gen Lieblinge stand im Kul­tur­zen­trum Sinsteden vor Kur­zem ei­nen Nach­mit­tag lang im Mit­tel­punkt. Hun­de-Coif­feu­rin Iris Go­ckel aus Gre­ven­broich gab Tipps zum kor­rek­ten Um­gang mit Bürs­te, Kamm und Sham­poo.

„Vie­le Leu­te glau­ben ja, dass Hun­de mög­lichst sel­ten ge­ba­det wer­den müs­sen. Aber das stimmt so nicht“, sagt die Ex­per­tin. Tie­re sei­en den Um­welt­ein­flüs­sen eben­so aus­ge­setzt wie Men­schen. In ih­rem Fell wür­den sich Schmutz und Staub sam­meln. Harm­los schei­nen­der Dreck, der aber durch­aus mit Um­welt­gif­ten be­las­tet sein könn­te. „Die­se Gif­te wer­den nicht un­be­dingt al­le ab­ge­schüt­telt und kön­nen die Haut rei­zen“, er­klärt Iris Go­ckel. Über­dies ge­be es auch bei Hun­den in­zwi­schen ver­mehrt All­er­gi­en. „Vie­le re­agie­ren zum Bei­spiel über­emp­find­lich auf Blü­ten­pol­len. Die sam­melt das Tier beim Spa­zier­gang aber au­to­ma­tisch ein. Sie sit­zen im Fell und kön­nen et­wa die Atem­we­ge rei­zen. Des­halb kann es durch­aus sinn­voll sein, den Hund häu­fi­ger zu ba­den“, sagt die 45-Jäh­ri­ge.

Al­ler­dings sei es nicht not­wen­dig, den Vier­bei­ner nach je­dem Spa­zier­gang auf­wen­dig mit Sham­poo zu rei­ni­gen. Meist rei­che es, Pfo­ten und Bauch mit lau­war­mem Was­ser ab­zu­du­schen oder das Fell mit ei­nem feuch­ten Le­der­tuch ab­zu­wi­schen. „Wie oft das Ter ge­ba­det wer­den muss, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab“, sagt die Hun­de-Fri­sö­rin.

Sie er­zählt, dass sie frü­her Schlit­ten­hun­de be­ses­sen ha­be. „Das har­te Fell der Hus­kys muss­te höchs­ten ein Mal pro Jahr gründ­lich ge­wa­schen wer­den.“Ih­ren Irish Soft Coated Whea­ten-Ter­ri­er „O’Sul­li­van“da­ge­gen ba­de sie re­gel­mä­ßig al­le zwei Wo­chen. „Er hat ein wei­ches Fell, dar­in fängt sich viel Schmutz. Ge­scha­det hat ihm das Ba­den nicht. Er ist zehn Jah­re alt und ein ab­so­lut ge­sun­des Tier“, er­klärt sie.

Rü­de O’Sul­li­van trägt ein ge­floch­te­nes Zöpf­chen auf der Stirn und guckt zu­frie­den in die Run­de. Ganz an­ders Na­le und Flo­cke. Wie auf Kom­man­do bel­len die bei­den Pom­chis los. Ba­den scheint nicht ihr The­ma zu sein. Da­bei sei­en die win­zi­gen Hun­de – ei­ne Kreu­zung aus Chi­hua­hua und der Zwerg­spitz­ras­se Po­me­ra­ni­an – ih­rem Herr­chen zu­fol­ge recht pfle­ge­leich­te Tie­re. „Na­le braucht kaum ei­ne Bürs­te. Ihr kur­zes Fell scheint Dreck von selbst ab­zu­wer­fen“, sagt Paul Dieß­ner. Flo­cke da­ge­gen müs­se mit ih­rem fast wei­ßen Lang­haar-Fell durch­aus ab und zu in die Wan­ne.

Beim Ba­den soll­ten Herr­chen und Frau­chen dar­auf ach­ten, das Sham­poo rich­tig zu ver­wen­den, mahnt Ex­per­tin Iris Go­ckel. „Es ist be­son­ders wich­tig, dass der Schaum übe­r­all hin­kommt. Am bes­ten ist es, das Tier zu­erst mit lau­war­mem Was­ser nass zu ma­chen. Das Sham­poo soll­te dann nicht di­rekt aus der Fla­sche auf den Hund ge­schüt­tet, son­dern mit ei­nem Schwamm or­dent­lich ge­schäumt und auf dem Fell ver­teilt wer­den“, rät sie. So sei das Sham­poo viel er­gie­bi­ger und kön­ne mit Was­ser ver­mischt, statt pur und da­durch viel­fach über­mä­ßig por­tio­niert zu wer­den. „Der Schaum wird mit ei­ner Bürs­te gut ins Fell ein­ge­ar­bei­tet und schließ­lich mit lau­war­mem Was­ser aus­ge­spült. Dann be­ginnt man noch mal von vorn. Zwei Mal soll­te der Hund auf je­den Fall ge­wa­schen wer­den, da­mit er rich­tig sau­ber ist“, emp­fiehlt die Coif­feu­rin.

Aber nicht nur das Fell des Tie­res braucht Pfle­ge. Iris Go­ckel er­mahnt die Hun­de­hal­ter, bei ih­ren Lieb­lin­gen auch et­was für die Ge­sund­er­hal­tung der Zäh­ne zu tun. „Ich ha­be da­für ei­ne Ul­tra­schall­zahn­bürs­te. Ähn­lich wie die für Men­schen. Al­ler­dings ge­räusch­los und oh­ne Vi­bra­ti­on“, er­klärt sie und de­mons­triert die ak­ku­be­trie­be­ne Zahn­rei­ni­gung am Reiß­zahn ih­re Rü­den. Nur ganz leicht drückt sie die Bürs­te mit spe­zi­el­ler Pas­ta an den Zahn des Tie­res. „Die Rei­ni­gung er­folgt ganz au­to­ma­tisch, oh­ne Schrub­ben und Dre­hen“, er­klärt sie.

O’Sul­li­van er­trägt die Pro­ze­dur mit stoi­schem Gleich­mut, leckt sich zum Schluss nur die Pas­te von den blitz­sau­be­ren Zäh­nen. „Das soll­te man et­wa zwei Mal pro Jahr ma­chen. Es ent­fernt den Zahn­stein kom­plett“, sagt Iris Go­ckel. Un­ge­eig­net sei die Bürs­te nur für bis­si­ge Hun­de. Und auch die Ba­cken­zäh­ne sei­en da­mit kaum zu er­rei­chen. „Aber da­für emp­feh­len sich Rin­derMark­kno­chen. Das ist die bes­te Zahn­rei­ni­gung für Hun­de. Viel bes­ser als zum Bei­spiel Den­tal­sticks. Aber zu häu­fig dür­fen die Kno­chen nicht ge­ge­ben wer­den, weil sie dann Ver­dau­ungs­pro­ble­me ver­ur­sa­chen kön­nen“, rät die Hun­de-Ex­per­tin.

FOTOS (2): LOTHAR BERNS

An Yo­shi, dem Ha­va­ne­ser von Hel­ga An­t­o­ny, führt Iris Go­ckel vor, wie man ei­nen Hund rich­tig bürs­tet – und Yo­shi hat spaß dar­an

Al­les für die Fell­pfle­ge.

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