Deut­sche Mus­li­me ge­gen Sy­ri­en-Ein­satz

Die­se Wo­che be­gin­nen die Tor­na­do-Ein­sät­ze. Frank­reich geht auf As­sad zu.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

BER­LIN/DA­MAS­KUS (RP) Deutsch­land hat sei­nen An­ti-Ter­ror-Ein­satz im Na­hen Os­ten ge­star­tet. Die Fre­gat­te „Augs­burg“mit 230 Sol­da­ten wur­de dem fran­zö­si­schen Ein­satz­kom­man­do un­ter­stellt, wie ein Bun­des­wehr-Spre­cher mit­teil­te, und schloss sich dem Ver­band un­ter Füh­rung des fran­zö­si­schen Flug­zeug­trä­gers „Charles de Gaul­le“an. Von dem Schiff aus will Frank­reich Luft­an­grif­fe ge­gen die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat (IS) flie­gen, die für die Atta­cken von Pa­ris mit 130 To­des­op­fern ver­ant­wort­lich ge­macht wird. Die in Wil­helms­ha­ven be­hei­ma­te­te „Augs­burg“ist als Be­gleit­schutz ab­kom­man­diert. Der Ver­band soll nun aus dem Mit­tel­meer ins Ara­bi­sche Meer ver­legt wer­den.

Der Bun­des­tag hat­te am Frei­tag die Be­tei­li­gung von bis zu 1200 Sol- da­ten an dem An­ti-Ter­ror-Ein­satz be­schlos­sen. Die­se Wo­che sol­len sechs Tor­na­do-Auf­klä­rungs­flug­zeu­ge in die Sy­ri­en-Mis­si­on star­ten.

Der Zen­tral­rat der Mus­li­me in Deutsch­land kri­ti­sier­te den Ein­satz als falsch. Die stärks­te Waf­fe ge­gen Ter­ro­ris­mus sei ein Stopp von Waf­fen­lie­fe­run­gen, sag­te der Vor­sit­zen­de Ai­man Ma­zy­ek der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung“. Er nann­te das Ent­ste­hen der Ter­ror­mi­li­zen IS und Al Kai­da das „Er­geb­nis ei­ner falsch ge­lau­fe­nen Kriegs­po­li­tik“et­wa 2003 im Irak: „Wir ha­ben Krieg ge­sät, und es sind Flücht­lin­ge und Ter­ror ge­kom­men.“Die frü­he­re Rats­vor­sit­zen­de der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land, Mar­got Käß­mann, zeig­te sich „fas­sungs­los“: „Wir zie­hen in den Krieg“, schrieb sie in der „Bild am Sonn­tag“. Die Eu­ro­pä­er tä- ten mit den Bom­ben­an­grif­fen „ge­nau das, wo­zu die is­la­mis­ti­schen Ter­ro­ris­ten sie pro­vo­zie­ren woll­ten“.

Frank­reich macht un­ter­des­sen den Ab­gang des sy­ri­schen Prä­si­den­ten Ba­schar al As­sad nicht mehr zur Vor­be­din­gung für ei­nen po­li­ti­schen Über­gang im Land. „Ein ver­ein­tes Sy­ri­en setzt ei­nen po­li­ti­schen Über­gang vor­aus. Dies be­deu­tet nicht, dass As­sad schon vor dem Über­gang ab­tre­ten muss“, sag­te Au­ßen­mi­nis­ter Lau­rent Fa­bi­us. Al­ler­dings sei­en „Zu­si­che­run­gen“für den Über­gang nö­tig. Vor den Ter­ror­an­schlä­gen hat­te Pa­ris je­de Zu­sam­men­ar­beit mit dem As­sad-Re­gime ab­ge­lehnt. Die Bun­des­re­gie­rung schloss ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit As­sad er­neut aus, eben­so ei­nen Ein­satz deut­scher Bo­den­trup­pen. Po­li­tik

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