Der schlech­te Stil hat Opel Bochum rui­niert

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REI­SE­NER

Die Auf­for­de­rung des Ma­nage­ments zum Neu­wa­gen­kauf muss auf die ge­schass­ten Bochu­mer Opelaner wie Hohn wir­ken. Aber von Fein­ge­fühl war das Ver­hält­nis zwi­schen den Mit­ar­bei­tern und ih­rem Ma­nage­ment ja noch nie ge­prägt. Auf bei­den Sei­ten nicht. Auf der ei­nen Sei­te stand stets die bru­ta­le Kon­zern­mut­ter GM im ame­ri­ka­ni­schen De­troit, die ih­re deut­sche Toch­ter Opel jahr­zehn­te­lang aus­ge­nutzt hat – bis Opel selbst kurz vor dem Aus stand. Auf der an­de­ren Sei­te stand ei­ne ex­trem selbst­be­wuss­te Be­leg­schaft mit star­ken mar­xis­ti­schen Un­ter­strö­mun­gen in Bochum, die im­mer schon aus Prin­zip bei je­der noch so ver­nünf­ti­gen Spar­maß­nah­me Kra­wall ge­schla­gen hat. 2004 gab es in Bochum so­gar erst­mals wil­de Streiks. In­si­der be­rich­ten, dass De­troit in Wahr­heit schon in je­nen Ta­gen die Schlie­ßung des Bochu­mer Werks be­schlos­sen hat.

Das Bei­spiel von Bochum lehrt, dass Ma­nage­ment und Be­leg­schaft zu­sam­men­hal­ten müs­sen. Sonst ge­ra­ten bei­de ins Ver­der­ben. Der glo­ba­le Wettbewerb siebt hoch­mü­ti­ge Ma­na­ger heu­te ge­nau­so schnell aus wie un­ko­ope­ra­ti­ve Mit­ar­bei­ter mit Klas­sen­kampf-At­ti­tü­de. Bochum ist nicht am Za­fi­ra ge­schei­tert, son­dern an der Un­ter­neh­mens­kul­tur. BE­RICHT

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