Kul­tur­stif­tun­gen gibt es erst seit 1815

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS -

Rund 21.000 Stif­tun­gen gibt es hier­zu­lan­de, knapp ein Fünf­tel da­von in NRW. Die Un­ter­schie­de sind je­doch ge­wal­tig: Ka­pi­tal Rechts­fä­hi­ge Stif­tun­gen bür­ger­li­chen Rechts ha­ben in Deutsch­land ein Ge­samt­ver­mö­gen von rund 100 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die größ­te ge­mein­nüt­zi­ge Stif­tung ist die El­se-Krö­ner-Fre­se­ni­us-Stif­tung, die über 6,2 Mil­li­ar­den Eu­ro ver­fügt. Auf Platz 2 liegt die Ro­bert-Bosch-Stif­tung Gm­bH (rund 5,2 Mil­li­ar­den Eu­ro), ge­folgt von den bei­den Stif­tun­gen der SAP-Grün­der Diet­mar Hopp (4,3 Mil­li­ar­den Eu­ro) und dem in­zwi­schen ver­stor­be­nen Klaus Tschi­ra (3,9 Mil­li­ar­den Eu­ro). Ent­wick­lung Stif­tun­gen dien­ten ur­sprüng­lich im­mer mild­tä­ti­gen Zwe­cken, wie et­wa der Pfle­ge von Kran­ken oder der Ver­sor­gung von Ob­dach­lo­sen. Dies än­der­te sich erst 1815, als ein Ban­kier sei­ne Kunst­samm­lung in ei­ne Stif­tung über­füh­ren woll­te. Da­mit ent­stand die ers­te Kunst­stif­tung. Um 1900 er­reich­ten die Wis­sen­schafts­stif­tun­gen ih­re Blü­te­zeit, be­vor durch die Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und die DDR ei­ne ge­wal­ti­ge Del­le bei Stif­tungs­grün­dun­gen ent­stand. Erst seit den 1990er Jah­ren steigt die Zahl der Stif­tun­gen nach An­ga­ben des Bun­des­ver­bands Deut­scher Stif­tun­gen wie­der deut­lich.

FOTO: ULL­STEIN

Vor knapp 500 Jah­ren grün­de­te Kauf­mann Ja­kob Fug­ger sei­ne Stif­tung.

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