Ei­ne Ak­ti­on, drei Ver­lie­rer

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT -

Wer zum Be­wer­bungs­ge­spräch in kur­zen Ho­sen geht, hat schlech­te Kar­ten. Wer Gar­ten­ar­beit in An­griff nimmt, zieht zu­vor nicht den An­zug und die Kra­wat­te an. Ob wir es gut fin­den oder nicht, es gibt so et­was wie ei­ne Klei­der­ord­nung – selbst beim Fuß­ball, wo das Aus­zie­hen des Tri­kots zwecks Tor­ju­bel mit ei­ner Gel­ben Kar­te ge­ahn­det wird. Ke­rem De­mir­bay hat sich nach dem ver­ba­len Foul, für das er um Ver­zei­hung ge­be­ten hat und vom Ver­band und Ver­ein be­straft wor­den ist, nun ei­nen wei­te­ren Schnit­zer ge­leis­tet: das Spiel im Mäd­chen­fuß­ball im schi­cken Man­tel zu lei­ten war ein Feh­ler – für die­je­ni­gen, die auf das Äu­ße­re we­nig Wert le­gen, ein läss­li­cher; für die­je­ni­gen, die es als Aus­druck der Ge­ring­schät­zung des Frau­en­fuß­balls deu­ten, ein ziem­lich schwe­rer. Vor al­lem aber war es ein Feh­ler, der leicht hät­te ver­mie­den wer­den kön­nen. Ers­tens von De­mir­bay, in­dem er den Sport­platz nicht mit dem Lauf­steg ver­wech­selt hät­te. Dann von sei­nen Be­ra­tern bei der Ham­bur­ger Agen­tur EMG Mun­dail, die sich die „Rund­um-Be­treu­ung“der Spie­ler auf ih­re Fah­nen ge­schrie­ben hat. Und na­tür­lich von der Fortuna, die sich ein­mal mehr fürch­ter­lich ama­teur­haft prä­sen­tiert hat. Der Ver­ein setz­te mit der Ak­ti­on zu­nächst ein viel be­ach­te­tes Zei­chen, woll­te dann Wir­bel ver­mei­den und hielt das Spiel ge­heim. An­schlie­ßend ver­öf­fent­lich­te der Klub die Fotos. Nie­mand hat sich was da­bei ge­dacht. Das ist ja das Fa­ta­le.

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