Ein Spa­zier­gang für al­le fünf Sin­ne

Der Kunst- und Hand­werks­markt Schloss Rhe­ydt be­stach durch die Ein­zig­ar­tig­keit sei­nes An­ge­bots: Hier gibt es nur Uni­ka­te und Selbst­ge­mach­tes. Die Be­su­cher gou­tier­ten das Dar­ge­bo­te­ne – von krea­ti­ven Hü­ten bis zu fei­nen Klin­gen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

60 Aus­stel­ler brei­te­ten beim Kun­stund Hand­werks­markt Schloss Rhe­ydt im In­nen- und Au­ßen­be­reich der his­to­ri­schen An­la­ge ein viel­fäl­ti­ges An­ge­bot aus. Hier gab es kei­ne han­dels­üb­li­che Wa­re, son­dern nur Uni­ka­te und Köst­li­ches zum Mit­neh­men oder für den so­for­ti­gen Ver­zehr.

Beim Fla­nie­ren, Schau­en und Pro­bie­ren wa­ren al­le Sin­ne ge­for­dert. Sü­ße Crê­pes und Herz­haf­tes verwöhnten den Gau­men, wäh­rend wei­che Stof­fe und har­ter Da­ma­szen­er­stahl zum Füh­len und Tas­ten ein­lu­den. „Was hier ge­zeigt wird, muss pro­fes­sio­nell selbst ge­macht sein. Das un­ter­schei­det uns“, be­ton­te Mu­se­ums­päd­ago­ge Dr. Klaus Möh­len­kamp.

Beim Ge­bäck aus Frank­reich und Dr. Klaus Möh­len­kamp

Mu­se­ums­päd­ago­ge Ita­li­en fand er zum Bei­spiel ei­ne Viel­falt, wie sie sonst nur im me­di­ter­ra­nen Be­reich zu­hau­se ist. Doch auch hei­mi­sche Pro­duk­te, wie Mon­schau­er Senf und Ho­nig­s­or­ten, be­sta­chen durch Ab­wechs­lung und per­sön­lich zu­ge­schnit­te­ne Auf­be­rei­tung wie Prä­sen­ta­ti­on. Die Mi­schung der Ge­wer­ke war aus­ge­wo­gen, so dass bei­na­he ein je­der An- bie­ter in den Spar­ten von Glas über Me­tall­ver­ar­bei­tung bis hin zu Holz und Pa­pier ein So­li­tär für ei­ne Aus­rich­tung war.

Sil­ke Kars­ten hat­te aus ih­rer Müt­zen­werk­statt nicht nur Kap­pen, Schals und Hü­te mit­ge­bracht, son­dern auch ei­ne Näh­ma­schi­ne. „Dann kann ich auf Wunsch et­was än­dern, und die Kun­den se­hen, dass hier tat­säch­lich al­les selbst ge­macht ist“, er­zähl­te die Da­me mit den krea­ti­ven Kopf­be­de­ckun­gen. Vor­bei an tex­ti­len Uni­ka­ten für „Sa­lat- und Ge­nie­ßer­grö­ßen“, Nu­deln aus Hand­fa­bri­ka­ti­on, Holz­spiel­zeug und de­ko­ra­ti­vem Glas fan­den die Be­su­cher zu den un­ge­wöhn­li­chen Drech­sel­ar­bei­ten von Jo­sef Mül­ler. Er nimmt Kirsch­fa­ser­knol­le und an- de­re Stü­cke aus ein­hei­mi­schen Höl­zern, um sie in wun­der­schö­ne Scha­len und Ob­jek­te zu ver­wan­deln. Da ist al­les mas­siv und nichts ge­leimt. Un­ter sei­ner Hand wird et­wa nach Trock­nen, Kon­ser­vie­ren und Schlei­fen das fi­li­gra­ne und mar­mo­rier­te Mus­ter im In­ne­ren ei­ner Bu­che sicht­bar. In ei­ner Scha­le wirk­ten im frei ge­leg­ten Na­tur­spiel die glatt po- lier­ten An­sät­ze neu­er Äs­te wie tau­send Au­gen.

Bei An­ge­la Mainz’ Stand konn­te Mar­lies Kohl­be­cher den un­ge­wöhn­li­chen Pa­pier­ar­bei­ten nicht wi­der­ste­hen. „Das ist ja ganz toll“, schwärm­te die Kor­schen­broi­che­rin eu­pho­risch an­ge­sichts der meist hauch­zar­ten und durch­weg leich­ten Ob­jek­te. Mainz ge­stal­tet mit fin­ni­schem Pa­pier­garn, das – wie der Na­me ver­rät – wie Pa­pier und Garn ver­ar­bei­tet wer­den kann. „Die­ses Pa­pier hat den Vor­teil, dass es nicht aus­bleicht und bei Näs­se un­ver­sehrt bleibt“, er­klär­te Mainz zu ih­ren Ob­jek­ten, die mit Flä­chen und fei­nen Ve­räs­te­lun­gen spie­len.

Im Ge­wöl­be­kel­ler zeig­te Se­bas­ti­an Rull­köt­ter, Me­tall­ge­stal­ter und Stu­dent der Aka­de­mie für Hand­werks­de­sign, ein­drucks­vol­le Klin­gen aus Da­ma­sze­ner Stahl. Die­se

„Was hier ge­zeigt wird, muss pro­fes­sio­nell selbst ge­macht sein“ „DieKun­den­se­hen,dass hier tat­säch­lich al­les selbst ge­macht ist“

Sil­ke Kars­ten Müt­zen­werk­statt sind aus ver­schie­de­nen Stahl­sor­ten im Feu­er ge­schweißt und ge­ben im po­lier­ten und ge­ätz­ten Zu­stand or­ga­ni­sche Struk­tu­ren frei, die sich durch die ab­wech­seln­den La­gen des un­ter­schied­li­chen Aus­gangs­ma­te­ri­als er­ge­ben. Zur Ad­vents­au­stel­lung durf­ten En­gel und weih­nacht­li­cher Schmuck nicht feh­len – so­weit sie Uni­ka­te wa­ren.

FOTO: DETLEF ILGNER

Zur Ad­vents­au­stel­lung im Schloss Rhe­ydt durf­ten En­gel und weih­nacht­li­cher Schmuck nicht feh­len – so­weit sie Uni­ka­te wa­ren.

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