Be­schä­mend

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - In­go Weiss Ha­mer­weg 209 Dr. K.-J. Schmidt Emonds­stra­ße 23 Diet­mar Löhrl Kai­ser­stra­ße 58-60 / 67-69

Lei­der gibt es in Po­li­tik und Ver­wal­tung Be­stre­bun­gen, den Stand­ort des Ar­beits­lo­sen­zen­trums zu ver­le­gen. Wie Sie be­rich­ten, soll der jet­zi­ge Stand­ort als zu ver­wer­ten­de Im­mo­bi­lie der Wirt­schafts­för­de­rung über­tra­gen wer­den, weil er an­geb­lich auf­grund sei­ner La­ge zu wert­voll für ein Ar­beits­lo­sen­zen­trum sein soll. Man will dort of­fen­bar wei­te­re Lu­xus­im­mo­bi­li­en im Um­feld der Ro­er­mon­der Hö­fe er­rich­ten. Das ist ei­ne rein wirt­schaft­li­che Betrachtung, die völ­lig au­ßer Acht lässt, dass vie­le der Nut­zer ihr gan­zes Le­ben lang in un­mit­tel­ba­rer Nä­he woh­nen. Schlimm, dass sonst gern so­zi­al auf­tre­ten­de Par­tei­en wie CDU und SPD so agie­ren. Es ist für mich als alt­ein­ge­ses­se­ner Bür­ger be­schä­mend, von ei­nem sol­chen Vor­ha­ben hö­ren zu müs­sen. Die Ar­beits­lo­sen, zu­mal die dau­er­haf­ten, die sich oh­ne­hin in ei­ner pre­kä­ren und schwie­ri­gen La­ge be­fin­den, will man buch­stäb­lich noch wei­ter aus der Mit­te der Stadt her­aus und an den Rand der Stadt und da­mit der Ge­sell­schaft drän­gen. Nur, weil die Stadt das Vi­tus-Cen­ter er­wor­ben hat und nun fül­len muss, will man die Ge­le­gen­heit nut­zen und das Ar­beits­lo­sen­zen­trum dort­hin ver­brin­gen. Die­ser Stand­ort in Bahn­hofs­ge­gend wird von al­len Be­trof­fe­nen mit gu­ten Grün­den als un­ge­eig­net ab­ge­lehnt. Lei­der hat OB Rei­ners es bis heu­te nicht für nö­tig ge­hal­ten, ein klä­ren­des Ge­spräch mit dem Vor­stand zu füh­ren. Das ist nicht nur be­dau­er­lich, son­dern auch un­höf­lich und lässt dar­auf schlie­ßen, dass man das Er­geb­nis schon vor­weg­ge­nom­men hat. Ge­mein­sam mit vie­len an­de­ren Bür­gern ha­be ich so­zia­le Ein­rich­tun­gen in mei­ner Stadt auch stets mit pri­va­ten Mit­teln gern un­ter­stützt und da­bei im­mer wie­der er­fah­ren, wie wich­tig und wert­voll die­se Ein­rich­tung ist. Hier ha­ben Men­schen zu­min­dest tem­po­rär ei­ne Hei­mat ge­fun­den, die für vie­le der ein­zi­ge ge­sell­schaft­li­che und so­zia­le Hal­te­punkt in ih­rem oft ärm­li­chen und so­zi­al re­du­zier­ten Da­sein ist. Es kos­te­te viel Zeit und Mü­he und auch Geld, um das Zen­trum am jet­zi­gen Stand­ort zu ei­ner ver­trau­ten und dau­er­haf­ten Um­ge­bung für die Nut­zer zu ma­chen, und jetzt will man das Ge­schaf­fe­ne aus rein fi­nan­zi­el­len Er­wä­gun­gen zer­stö­ren. Das wer­den vie­le Un­ter­stüt­zer nicht hin­neh­men. Wir wer­den für den Er­halt des Stand­orts kämp­fen, weil es sich in je­der Hin­sicht lohnt. ge­se­hen. Die Schau­spie­ler agier­ten in vie­len Sze­nen sehr über­dreht und in ei­ni­gen Sze­nen ein­fach nur pein­lich. Ein­zig an­zu­er­ken­nen Frau Eva Spott als Frau Mül­ler. Hof­fent­lich über­zeu­gen sich mög­lichst vie­le nach Fer­tig­stel­lung selbst von dem jet­zi­gen trau­ri­gen Bild des über 100 Jah­re lang be­grünt ge­we­se­nen Kar­rees. Ob jetzt je­mand auf die Idee kommt, den ge­gen­über­lie­gen­den Ade­nau­er­park eben­falls zu­guns­ten von Park­plät­zen um­zu­funk­tio­nie­ren? Stadt, pass dies­mal auf!

FOTO: JAN SCHNETTLER

Ar­beits­lo­sen­zen­trum

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