El­ve­di macht ge­gen die Bay­ern sei­nen Traum wahr

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT LOKAL - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

Der Satz Bo­rus­sia schlägt den FC Bay­ern be­sitzt an sich ja schon Aus­sa­ge­kraft ge­nug, denn zu­vor hat­te die Münch­ner be­kannt­lich noch kein Li­ga­kon­kur­rent in der lau­fen­den Sai­son schla­gen kön­nen. Doch die Aus­sa­ge­kraft des Sat­zes lässt sich stei­gern. Wie? Bo­rus­sia schlägt den FC Bay­ern mit drei 19-Jäh­ri­gen in der Start­elf. Oder noch ei­ne Stei­ge­rung? Bo­rus­sia schlägt den FC Bay­ern mit drei 19-Jäh­ri­gen in der Start­elf, von de­nen in Ni­co El­ve­di ei­ner sein Bun­des­li­ga­de­büt fei­ert. Letz­te­ren Satz könn­te sich El­ve­di fast ein­rah­men, und selbst wenn nicht, wird sein Schwei­zer Lands­mann Gra­nit Xha­ka Recht be­hal­ten, wenn er sagt: „Ich bin mir si­cher, Ni­co wird die­sen Tag nie ver­ges­sen.“

Im Prin­zip für al­le über­ra­schend hat­te Schu­bert Bo­rus­si­as Vier-Mil­lio­nen-Eu­ro-Zu­gang aus dem Som- mer just im Bay­ern-Spiel erst­mals ne­ben den gleich­alt­ri­gen Chris­ten­sen und Dahoud in die Start­elf be­or­dert. El­ve­di selbst hat­te sich in­des schon län­ger mit der men­ta­len Her­aus­for­de­rung ei­nes be­vor­ste­hen­den Ein­sat­zes aus­ein­an­der­set­zen kön­nen. „Man konn­te das schon im Trai­ning ein biss­chen ab­se­hen, dass ich von An­fang an spie­len wür­de“, er­zähl­te er hin­ter­her. Zwei Mi­nu­ten hat­te er ge­gen In­gol­stadt ran ge­durft, zwei wa­ren es ge­gen Han­no­ver ge­we­sen, drei ge­gen Se­vil­la und zehn samt Post­bo­ten-Rol­le in Sins­heim. Und nun al­so ge­gen Pep Guar­dio­las al­les über­rol­len­de Man­nen von Be­ginn an. Ein Traum? „Na klar. Frü­her ha­be ich ge­träumt, mal ge­gen Top-Teams zu spie­len. Und jetzt ist der Traum wahr ge­wor­den“, er­zähl­te El­ve­di.

Doch es wa­ren wohl nicht we­ni­ge am Sams­tag auf den Rän­gen, die in der An­fangs­pha­se Angst hat­ten, El- ve­dis Traum kön­ne sich zu ei­nem Alb­traum ent­wi­ckeln. Im­mer wie­der for­cier­ten die Bay­ern ih­ren Of­fen­siv­drang über ih­ren fran­zö­si­schen Links­au­ßen Kings­ley Co­man. Und der war El­ve­di, dem rech­ten Teil von Bo­rus­si­as neu­er Drei­er­ket­te, im An­tritt er­war­tungs­ge­mäß haus­hoch über­le­gen. So kam der Münch­ner ein ums an­de­re Mal zur Grund­li­nie durch. Doch mit zu­neh­men­der Zeit wen­de­te sich das Blatt zu­guns­ten des Glad­ba­cher Neu­lings. El­ve­di schaff­te es nun im­mer öf­ter, Co­man di­rekt bei der Ball­an­nah­me zu stel­len, zu­dem funk­tio­nier­te das Dop­peln mit dem tak­tisch über­ra­gen­den Gra­nit Xha­ka bes­ser. Das sah El­ve­di spä­ter ge­nau­so. „Ja klar, Co­man ist ein Su­per­Spie­ler, da muss­te ich mich erst ein biss­chen zu­recht­fin­den, aber mit Zeit hat das ganz gut ge­klappt“, sag­te er. In Bo­rus­si­as star­ker zwei­ter Hälf­te sam­mel­te El­ve­di dann so­gar noch die Vor­la­ge zu Lars St­indls 2:0 ein, so dass die­ser 5. De­zem­ber für ihn end­gül­tig als Sah­ne­tag mit Kir­sche oben drauf durch ging.

El­ve­dis De­büt dürf­te in­des nicht nur ihn selbst, son­dern nicht zu­letzt auch Bo­rus­si­as Sport­di­rek­tor Max Eberl ge­freut ha­ben – was gä­be es für ein bes­se­res Ar­gu­ment, um zu sa­gen: Seht her, wen wir da­für ver­hält­nis­mä­ßig viel Geld im Som­mer ge­holt ha­ben! Der Trai­ner­wech­sel von Fav­re zu Schu­bert scha­de­te El­ve­di, das hat sich ge­zeigt, nicht wirk­lich. Eher im Ge­gen­teil. „Ich ha­be ein gu­tes Ver­hält­nis mit dem Trai­ner, er spricht oft mit mir. Das ge­fällt mir, das mag ich“, sag­te El­ve­di. Ob er nach dem Bay­ern-Spiel mor­gen nun auch in Man­ches­ter ran darf, da ist El­ve­di selbst ge­spannt. „Mal schau­en, was der Trai­ner für ei­ne Tak­tik wählt“, sagt El­ve­di. Für ei­ne Tak­tik mit ihn hat er je­den­falls Ar­gu­men­te ge­sam­melt.

FOTO: AP

Ni­co El­ve­di als „Schat­ten“von Bay­erns Kings­ley Co­man.

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