CDU will Flücht­lin­ge ri­go­ros ab­schie­ben

Die Frak­ti­on be­rät ein Neun-Punk­te-Pro­gramm ge­gen ab­ge­lehn­te Asyl­be­wer­ber.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜSSELDORF Die CDU im Land­tag will ih­re bis­lang als blass emp­fun­de­ne Vor­stel­lung in der Flücht­lings­po­li­tik mit ei­nem Grund­satz­pa­pier kor­ri­gie­ren. Der ver­trau­li­che Ent­wurf des Vor­stan­des, den die Frak­ti­on heu­te ver­ab­schie­den soll, um­fasst neun Vor­schlä­ge zur be­schleu­nig­ten Ab­schie­bung. Ziel sei, dass „ne­ben der Hil­fe für die wirk­lich Schutz­be­dürf­ti­gen auch die Rück­kehr de­rer for­ciert wird, die kei­nen Schutz­grund gel­tend ma­chen kön­nen“, heißt es in der Prä­am­bel.

Über 120.000 der al­lein in die­sem Jahr nach NRW ge­kom­me­nen Flücht­lin­ge hät­ten kei­ne Blei­be­per­spek­ti­ve. Aber im lau­fen­den Jahr sei­en nur fünf Pro­zent der ab­ge- lehn­ten Asyl­be­wer­ber zu­rück­ge­führt wor­den. „An­de­re Bun­des­län­der schie­ben deut­lich kon­se­quen­ter ab“, so das Pa­pier. Auch sei­en die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren in NRW nur auf ei­ne Rück­füh­rung von 6000 Aus­zug aus ei­nem Stra­te­gie­pa­pier

der CDU im NRW-Land­tag Men­schen pro Jahr aus­ge­rich­tet.

Der Frak­ti­ons­vor­stand for­dert ei­nen „Ar­beits­stab Rück­kehr­ma­nage­ment“im In­nen­mi­nis­te­ri­um, der die Rück­füh­rung or­ga­ni­siert. Dar­in sol­len die Kom­mu­nen, Aus­län­der­be­hör­den, das Bun­des­amt für Mi- gra­ti­on so­wie die Po­li­zei ver­tre­ten sein. Ab­ge­lehn­te Asyl­be­wer­ber sol­len zu ei­ner „Rück­kehr­be­ra­tung“ver­pflich­tet wer­den und „nur noch

Leis­tun­gen zur De­ckung ih­res Be­darfs in Form von Sach­leis­tun­gen“er­hal­ten. Die Um­set­zung der Rück­füh­run­gen soll nicht mehr wie bis­lang von den Kom­mu­nen, son­dern von den Be­zirks­re­gie­run­gen ko­or­di­niert wer­den. Um ein Aus­wei­chen der Flücht­lin­ge zu ver­hin­dern, sol­len Ab­schie­bungs­ter­mi­ne ent­ge­gen ak­tu­el­len NRW-Er­las­sen auch nicht mehr un­ge­fähr an­ge­kün­digt wer­den. Fer­ner sol­len die Re­geln für ärzt­li­che At­tes­te, die Ab­schie­bun­gen ver­zö­gern, ver­ein­heit­licht wer­den. In der CDU-Frak­ti­on gilt das Pa­pier als wich­tigs­te in­nen­po­li­ti­sche Initia­ti­ve des Jah­res.

„An­de­re Bun­des­län­der schie­ben deut­lich kon­se­quen­ter ab“

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