Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schei­det über NPD-Ver­bot

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

KARLS­RU­HE (dpa) Das von den Bun­des­län­dern an­ge­streb­te Ver­bot der rechts­ex­tre­men NPD hat zwei Jah­re nach dem of­fi­zi­el­len An­trag ei­ne wich­ti­ge Hür­de ge­nom­men. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt er­öff­ne­te das Haupt­ver­fah­ren und kün­dig­te ges­tern für An­fang März ei­ne drei­tä­gi­ge münd­li­che Ver­hand­lung an. Da­bei wird es dar­um ge­hen, ob die Par­tei ver­fas­sungs­wid­rig ist und ver­bo­ten wer­den muss.

Der Be­schluss wur­de par­tei­über­grei­fend be­grüßt, nach­dem ein ers­ter Ver­bots-An­lauf 2003 we­gen des um­strit­te­nen Ein­sat­zes von Ver­fas­sungs­schutz-In­for­man­ten in der NPD vor­zei­tig ge­schei­tert war. Da­mals hat­ten die Rich­ter erst gar nicht über die Fra­ge ei­nes Ver­bots ver­han­delt. Auch die­ses Mal will das Ge­richt ge­nau prü­fen, ob die Par­tei noch von V-Leu­ten des Ver­fas­sungs­schut­zes un­ter­wan­dert ist, wie aus der Ver­hand­lungs­glie­de­rung der Rich­ter her­vor­geht. Jetzt ent­schie­den sie, ob der An­trag der Län­der­kam­mer zu­läs­sig und „hin­rei­chend be­grün­det“ist.

Der Vor­sit­zen­de der Län­der-In­nen­mi­nis­ter, Ro­ger Le­w­entz (SPD) aus Rhein­land-Pfalz, er­klär­te, dass die Län­der noch im Au­gust ak­tu­el­le Be­le­ge ein­ge­reicht hät­ten. Sie zeig­ten, dass die NPD in der La­ge sei, „ein Kli­ma der Angst aus­zu­lö­sen und de­mo­kra­ti­sche Pro­zes­se zu be­ein­träch­ti­gen“. Der Bun­des­rat hat­te den Ver­bots­an­trag im De­zem­ber 2013 ge­stellt. Bun­des­tag und Bun­des­re­gie­rung hat­ten sich dem An­trag nicht an­ge­schlos­sen.

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